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Neue Uhren in alter Kirche

Die Präsentation in Glashütte fand an einem Ort statt, an dem früher heilige Messen gefeiert wurden.

Geschäftsführer Uwe Ahrendt stellte die neuen Uhren in der früheren katholischen Kirche vor.
Geschäftsführer Uwe Ahrendt stellte die neuen Uhren in der früheren katholischen Kirche vor. © Nomos/Jörgen Erkius

Premiere in Glashütte. Erstmals nutzte der Uhrenhersteller Nomos Glashütte die frühere katholische Kirche, um neue Uhren vorzustellen. Dazu hatte das Unternehmen Uhrenjournalisten und Lifestyle-Influencer ins Müglitztal eingeladen. Mehr als 20 waren der Einladung gefolgt, darunter Mitarbeiter renommierte überregionaler Zeitschriften. 

Die Teilnehmer der Veranstaltung hatten sich vor Beginn der Veranstaltung einem Corona-Schnell-Test unterzogen. Gut eine  Viertelstunde später konnte die Betriebsärztin grünes Licht geben. Alle Tests waren negativ. Trotzdem erfolgte die Präsentation der Uhren, die vom Chefkonstrukteur Mirko Heyne entwickelt und von Gesellschafter Merlin Schwertner vorgestellt wurden, nach den geltenden Vorschriften. Während der Veranstaltung hielten die Teilnehmer Abstand zueinander. Wer den Tisch verließ, trug eine Nase-Mund-Bedeckung, die Nomos jedem Teilnehmer zur Verfügung stellte. 

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So sieht die frühere Kirche jetzt aus. Gut 20 Uhrenjournalisten und Lifestyle-Influencer waren ins Müglitztal gekommen, um sich die neuen Nomos-Uhren anzuschauen.
So sieht die frühere Kirche jetzt aus. Gut 20 Uhrenjournalisten und Lifestyle-Influencer waren ins Müglitztal gekommen, um sich die neuen Nomos-Uhren anzuschauen. © Nomos/Jörgen Erkius

Nach der Präsentation ging Geschäftsführer Uwe Ahrendt auf die Zukunft des 1990 gegründeten Unternehmen ein. Er zeigte sich optimistisch, dass sein Unternehmen auch die gegenwärtige wirtschaftliche Krise der Uhrenindustrie gut bewältigen werde. Schließlich wurde Nomos 1990 mitten in einer Krise gegründet. Denn kurz nach dem Mauerfall sah  es für die Uhrenindustrie nicht gut aus. Die zu DDR-Zeit die Stadt dominierenden Glashütter Uhrenbetriebe mussten viele Mitarbeiter entlassen. Auch die klassischen Uhrenhersteller in der Schweiz steckten damals in einer Krise.

Auch später gab es schwierige Zeiten, so Ahrendt. Er erinnerte an den Terror-Anschlag in New York 2001, die Jahrhundertflut 2002 und die Wirtschafts- und Finanzkrise 2017/2018. Nomos sei aus jeder Krise gestärkt hervorgegangen. "Wir können Krise", sagte Ahrendt. Und sicher schaffen es auch die Mitbewerber. "Noch nie haben so viele Leute direkt in der Uhr - so nannten die Glashütter früher die Uhrenbetriebe - gearbeitet." Es sind 1.700. Das sind mehr Leute, als in der Kernstadt wohnen, erläuterte Ahrendt, der derzeit auch amtierender Bürgermeister in Glashütte ist.

Sein Unternehmen habe einen Plan und viele Ideen. Dazu gehört, dass man den Vertrieb über die Fachhändler modifizieren möchte. Demnach sollen diese die Uhreninteressenten künftig auch mit Hilfe eines Online-Shops beraten. Das bringe beiden Seiten Vorteile und stärke den stationären Handel. Die Händler - Nomos hat derzeit um die 500 weltweit - können Nomos-Uhren in allen Varianten anbieten. Und die Käufer bekommen Beratung und Service vom Fachmann. "Sie haben eine große Auswahl", so Ahrendt. Und sie können auch wählen, ob sie die Uhr beim Händler abholen wollen, oder nach Haus geliefert bekommen. Dieses Modell soll ab 2021 laufen.

So sieht die neue Sonderkollektion des Nomos-Modells Lambda aus. Herausgegeben wurde sie zum 175. Jubiläum der Glashütter Feinuhrmacherei.
So sieht die neue Sonderkollektion des Nomos-Modells Lambda aus. Herausgegeben wurde sie zum 175. Jubiläum der Glashütter Feinuhrmacherei. © Nomos Glashütte

Mit dieser Neuerung möchte Nomos noch mehr Uhrenliebhaber gewinnen, die sich ins Stammbuch eintragen. Dort sind alle aufgelistet, die sich in den letzten Jahren eine Uhr von Nomos gekauft haben. Derzeit gehören dieser Community weltweit rund 430.530 Menschen an. Ahrendt: "Wir begreifen sie als Aktionäre". Der Geschäftsführer möchte, dass sich deren Zahl in absehbarer Zeit auf eine Million erhöht.

Der Service soll bei Nomos erschwinglich bleiben, kündigte Ahrendt. Seine Kunden sollen sich auch in Zukunft nicht über zu lange Wartezeiten ärgern müssen. Und es werde immer ausreichend viele Ersatzteile geben. "Eine Nomos-Uhr wird nach einer Reparatur genauso gut gehen, wenn nicht sogar einen Tick besser sein", versprach er. Zudem will sein Unternehmen die Garantie für seine Produkte, die derzeit bei zwei Jahren liegt, deutlich erhöhen. Eine konkrete Zahl wollte er noch nicht nennen.

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Nomos will sich seinem Ruf treu bleiben. Das Unternehmen wolle auch in Zukunft Uhren für den Alltagsgebrauch bauen, die für breite Kreise bezahlbar sein sollen. Derzeit kosten die preiswertesten Uhren 1.070 Euro. Die nun vorgestellten neuen Uhren sind es vom Preis bedingt: Die Zeitmesser, mit denen Nomos an die Begründung der Glashütter Feinuhrmacherei vor 175 Jahren erinnert, kosten 5.800 Euro. Von jeder der drei Varianten gibt es passend zum Jubiläum nur je 175 Zeitmesser.

Von der Kirche zur Uhrenmesse

Von der katholischen Kirche zum Nomos-Forum: Weil die katholische Gemeinde in Glashütte sowie deren Nachbargemeinden immer kleiner geworden sind, und deshalb nicht mehr alle Gebäude bewirtschaften können, entschloss sich die katholischen Pfarrei Osterzgebirge das Gotteshaus in Glashütte zu verkaufen. Ende 2017 kaufte der Uhrenhersteller die bereits entweihte katholische Kirche von der Pfarrei. Geschäftsführer Uwe Ahrendt ließ zunächst offen, wie diese weiter genutzt werden soll. Zunächst fanden dort Konzerte statt.

Im September wurde bekannt, dass Nomos das frühere Gotteshaus zum Präsentieren neuer Uhren nutzen möchte und hier das Nomos-Forum schaffen möchte. Um den Kirchenraum dafür nutzen zu können, wurden kleinere Änderungen vorgenommen. Unter anderen wurde das Gebäude innen gemalert. Außerdem wurden die Decke gedämmt und ein größerer Sanitärtrakt im früheren Pfarrhaus errichtet. Die Arbeiten dazu begannen im Juni, kosteten rund 100.00 Euro und wurden vor wenigen Tagen abgeschlossen. 

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