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Hochwasserschutz im Osterzgebirge kommt voran

Mehrere große Bauprojekte an der Müglitz, in Altenberg und bald in Malter sind abgeschlossen.

Von Franz Herz
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Aus der Luft sieht der neue Überlauf an der Talsperre Malter so eindrucksvoll aus wie die Staumauer selbst. Er soll helfen, Hochwasser zu bewältigen, die noch gar niemand im Weißeritztal gesehen hat.
Aus der Luft sieht der neue Überlauf an der Talsperre Malter so eindrucksvoll aus wie die Staumauer selbst. Er soll helfen, Hochwasser zu bewältigen, die noch gar niemand im Weißeritztal gesehen hat. © Egbert Kamprath

Die Landestalsperrenverwaltung hat eine Bilanz ihrer Aktivitäten zum Hochwasserschutz im Jahr 2021 vorgelegt. Darin sind eine ganze Reihe von Bauvorhaben aus dem Osterzgebirge enthalten. Das größte Einzelvorhaben ist der neue Hochwasserüberlauf an der Talsperre Malter.

Neue Schutzwand an der Weißeritz in Freital

Sachsenweit hat der Betrieb rund 40 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung von Hochwasserschutzanlagen sowie etwa 14 Millionen Euro für die Schadensbeseitigung an den Fließgewässern ausgegeben. Dies sind auch die Arbeitsschwerpunkte im Osterzgebirge. Hier nennt Katrin Schöne, die Pressesprecherin der Landestalsperrenverwaltung noch weitere Projekte. So wurde die Beseitigung von Hochwasserschäden an der Müglitz in Dohna, Mühlbach und Schlottwitz abgeschlossen. An der Vereinigten Weißeritz in Freital hat der Neubau einer Hochwasserschutzwand zwischen der August-Bebel-Straße und der Brücke Burgker Straße begonnen.

Talsperre Lehnmühle auf der Wasserseite saniert

An der Talsperre Lehnmühle begann die Sanierung der Staumauer auf der Wasserseite. Dafür haben die Staumeister zeitweise den Wasserspiegel in der Talsperre Klingenberg erhöht. Damit konnte der in der Lehnmühle abgesenkt werden, damit die Staumauer zugänglich wurde.

Die Talsperrenverwaltung hat im vergangenen Jahr ein großes Projekt in Altenberg abgeschlossen. Dabei ließ sie Schäden beseitigen, die noch vom Hochwasser 2013 her am Großen Galgenteich und der Talsperre Altenberg bestanden. Außerdem wurde der Quergraben verlegt und der Wassergraben vom Großen Galgenteich in die Talsperre erweitert.

Der neue Überlauf an der Malter funktioniert schon

Dabei bekam auch die Talsperrenverwaltung die Engpässe auf dem Bausektor zu spüren. Material ist nicht immer lieferbar und die Preise steigen kontinuierlich. Doch sei es aufgrund der Corona-Pandemie nur in wenigen Einzelfällen zu Verzögerungen gekommen, fasst Andreas Cramer, stellvertretender Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung, die Situation zusammen.

Freital und Dresden vor einer Katastrophe bewahren

Kurz vor der Fertigstellung sind auch die Bauarbeiten am neuen Hochwasserüberlauf für die Talsperre Malter. Spannend wird es hier in dem Moment, wenn die Sperre voll ist und alles Wasser, was reinfließt, sofort wieder rausströmt. Der alte Überlauf war beim Bau der Talsperre so kalkuliert worden, dass dann 147 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schadlos über die Kaskade hinter der Mauer abfließen können. Im August 2002 sind jedoch rund 230 Kubikmeter pro Sekunde gekommen. Diese Menge hat die Kaskade schwer beschädigt. Und neue Berechnungen haben ergeben, dass auch 390 Kubikmeter Wasser in der Sekunde kommen können, zwar äußerst selten. Aber auch in einem solchen Fall muss die Mauer sicher stehen und darf auf keinen Fall oben überflutet werden.

Deswegen gibt es jetzt zwei Überläufe, den bisherigen, wo das Wasser bei einem „kleinen“ Hochwasser abfließt, und den neuen, großen, in den das Wasser dann einströmt, wenn der kleine Überlauf schon randvoll läuft. Die Bauarbeiten laufen zwar noch, aber die Schutzwirkung dieses neuen Überlaufs würde jetzt schon funktionieren, informierte Bernd Findeisen, der bei der Landestalsperrenverwaltung dieses Bauprojekt betreut. Das würde Freital und Dresden vor einer Katastrophe bewahren.