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So entsteht "Dresdens Weltklasse Provinz"

Glashütte und Altenberg wollen gemeinsam ein Gewerbegebiet entwickeln. So sollen Firmen in die Region geholt werden und Arbeitsplätze entstehen.

Altenberg und Glashütte wollen weiter im Standortmarketing und bei der Suche nach Gewerbegebieten zusammenarbeiten.
Altenberg und Glashütte wollen weiter im Standortmarketing und bei der Suche nach Gewerbegebieten zusammenarbeiten. © Eva Wagner

Glashütte hält am Bund mit Altenberg fest. Zumindest, wenn es um die Wirtschaftsförderung in der Region Müglitztal/Oberes Osterzgebirge geht. Nachdem es der Glashütter Stadtrat in der September-Abstimmung abgelehnt hatte, die Kooperation weiterzuführen, sprachen sich die Räte in der November-Sitzung mit knapper Mehrheit dafür aus, doch weiter zusammen zu arbeiten.

Dass das Thema noch mal auf die Tagesordnung kam, hatte zwei Gründe. Zum einen habe ihn Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) darum gebeten, erklärte Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) in der November-Stadtratssitzung. Zum anderen wollte er die Stadträte selbst davon überzeugen.

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Im September hatte er krankheitsbedingt gefehlt. Deshalb warb der Rathauschef nun nochmal für das Bündnis. Er erinnerte daran, dass diese Kooperation schon seit zwei Jahren bestehe und es erste Ergebnisse gebe. So wurde im Sommer die Idee für das Standortmarketing "Dresdens Weltklasse Provinz" vorgestellt.

Damit wolle man Investoren, Arbeitskräfte und potenzielle Neubürger für die Region interessieren. Dazu sind unter anderem Werbekampagnen, eine Internetseite und ein "Weltklasse-Praktikum" geplant. Koordiniert werden soll das von einem Wirtschaftsförderer.

Liebenau steht nicht im Fokus

Dieser soll sich in der Region auch nach potenziellen Gewerbeflächen entlang der A 17 und unweit der B 170 umschauen, so Dreßler. Das solle diesmal ohne Vorgaben geschehen. Damit bezog sich Dreßler indirekt auf einen ersten Versuch, ein Gebiet bei Liebenau näher zu betrachten, was der Glashütter Stadtrat mehrheitlich abgelehnt hatte.

Sollte es dennoch zu einem gemeinsamen Gewerbegebiet kommen, würde man sich mit Altenberg im Vorfeld über die Modalitäten verständigen. Das heißt auch darüber, wie die Gewerbesteuer aufgeteilt werden soll. Damit reagierte er auf eine Anfrage von Stadtrat Maik Lehmann (Wählervereinigung Zeitlos). "Wir wären nicht die ersten Kommunen, die ein Gewerbegebiet gemeinsam entwickeln und vermarkten", erklärt Dressler.

Im Sommer wurden erste Ideen für ein Standortmarketing vorgestellt. Glashütte und Altenberg wollen unter dem Slogan Dresdens Weltklasse-Provinz für sich werben.
Im Sommer wurden erste Ideen für ein Standortmarketing vorgestellt. Glashütte und Altenberg wollen unter dem Slogan Dresdens Weltklasse-Provinz für sich werben. © Eva Wagner

Letztlich blieben viele Stadträte skeptisch. Tilo Bretschneider (AfD) erinnerte daran, dass unweit von Glashütte an der Autobahn bei Pirna ein großes Gewerbegebiet entstehen werde. Deshalb sollte sich Glashütte die Ausgaben für weitere Untersuchungen sparen. Jörg Eichler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma) bewertete die jetzt geplante Studie als neuerlichen Versuch, letztlich doch wieder auf ein Gewerbegebiet Liebenau hinzuarbeiten. Dreßler vereinte das. "Wir werden eine neue Zielrichtung vorgeben."

Skeptiker überzeugt

Andere Skeptiker ließen sich indes überzeugen - allerdings vor der Sitzung. Dazu gehört Frank Göbel (CDU), der im September die Vorhaben abgelehnt hatte. Damals kritisierte er, dass er nach einem reichlichen Jahr Wirtschaftsförderung keine greifbaren Ergebnisse sehe. "Für Studien habe ich nichts übrig", erklärte er. Wie andere auch hatte er Zweifel angemeldet, ob die Stelle mit dem richtigen Mann besetzt sei.

Nun hatte er seine Meinung geändert. Zum einen habe er sich der Fraktionsmeinung angeschlossen, erklärte er auf SZ-Nachfrage. Zum anderen sei er überzeugt worden, dass man mit den Studien und einem Wirtschaftsförderer doch etwas für die Entwicklung der Stadt tun könne. Das könnte ein Zukunftsprogramm werden, so Göbel.

"Und es gab Zusicherungen der Verwaltung", räumt Göbel auf Sächsische.de-Nachfrage ein. Dazu gehört, dass die Weiterführung des Projektes nicht bedeutet, dass dieses der derzeitige Stelleninhaber fortführt. Dieser hatte es im September nicht vermocht, die Stadträte für die Fortsetzung des Projektes und seiner Stelle zu begeistern. Viele Räte vermissten Esprit und Leidenschaft für Thema.

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Letztlich folgte eine knappe Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung, die Wirtschaftsförderung mit Altenberg fortzusetzen und sich gemeinsam auf die Suche nach Gewerbegebieten zu begeben. Neun Stadträte stimmten dafür. Acht Räte stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Da der Altenberger Stadtrat ähnlich abgestimmt hat, gilt das nun als Absichtserklärung. Dies ist die erste Stufe eines mehrstufigen Förderverfahrens, erläuterte Dreßler.

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