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Uhrenfirma Lange plant Online-Store

Geschäftsführer Wilhelm Schmid erklärt, wie das Glashütter Unternehmen trotz Corona Kontakt zu den Liebhabern feiner Uhren hält.

Lange-Geschäftsführer Wilhelm Schmid (Mitte) sucht immer wieder den Kontakt zu Uhrenliebhabern. Dieses Foto entstand auf dem Genfer Uhrensalon SIHH 2019.
Lange-Geschäftsführer Wilhelm Schmid (Mitte) sucht immer wieder den Kontakt zu Uhrenliebhabern. Dieses Foto entstand auf dem Genfer Uhrensalon SIHH 2019. © © Lange Uhren GmbH

Herr Schmid, der Lockdown hat auch der Uhrenindustrie zugesetzt. Wie lief das Geschäftsjahr 2020 für Ihr Unternehmen?

Bislang gibt es noch keine Zahlen für das Gesamtjahr. Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hat die gesamte Branche einen Einbruch erlebt, als weltweit zeitweise die meisten Verkaufspunkte geschlossen waren. Ab dem Sommer kam dann viel an Interesse und Umsatz zurück. Wir konnten die Zeit nach dem Lockdown gewinnbringend nutzen, um die nächsten Schritte vorzubereiten – vom Verkauf per Telefon bis zur Frage, wie wir uns dem Thema Onlinevertrieb stellen.

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Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Situation für die Uhrenindustrie?

Ich denke, dass starke Marken wie A. Lange & Söhne gute Chancen haben, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen. Meine zahlreichen Gespräche mit Kunden haben mir bestätigt, dass die Menschen nach Echtheit, Glaubwürdigkeit und Wertbeständigkeit suchen. Das sind die Werte, für die wir als Marke stehen.

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens ein?

Seit 20 Jahren gehört A. Lange & Söhne zur Richemont-Gruppe und wie Sie wissen, darf ich Ihnen keine konkreten Zahlen nennen. Als mittelständisches Unternehmen ist es in einer Situation wie dieser aber beruhigend, einen starken Konzern im Rücken zu wissen. Nicht nur, was das Finanzielle angeht, sondern auch bei Themen wie Cyberkriminalität, IT-Infrastruktur, Lieferketten und internationaler Vertriebslogistik.

Wie viele Uhren wird Ihr Unternehmen in diesem Jahr auf den Markt bringen?

Im Schnitt stellen wir pro Jahr etwa zehn neue Modelle beziehungsweise Varianten vor. In dieser Größenordnung lagen wir auch 2020, und die Planung für dieses Jahr sieht ähnlich aus. Anders als in der Vergangenheit werden wir die meisten Neuheiten allerdings nicht auf dem Genfer Uhrensalon vorstellen, sondern über das Jahr verteilt zu verschiedenen Anlässen.

Wie sollen diese Uhren den Uhrenliebhabern vorgestellt werden?

Auch wenn die Messe digital stattfindet, bleibt die Watches & Wonders Genf, die am 7. April beginnt, ein wichtiger Termin in unserem Kalender. Hier zeigen mehr als 30 Marken ihre neuen Uhren. Den Journalisten, Händlern und Uhrenliebhabern wird sich dabei eine große Vielfalt bieten. Hier wollen wir deutliche Akzente setzen. Die direkt im Anschluss geplante Watches & Wonders Schanghai wird wie schon im letzten Jahr physisch stattfinden. Unseren Auftritt dort wird unser Team vor Ort organisieren.

An welchen anderen Messen wird Ihr Unternehmen teilnehmen?

Außer den zwei großen Uhrenmessen in Genf und Shanghai haben wir aktuell keine Messeauftritte geplant. Alle weiteren Uhrenpräsentationen werden wir in Eigenregie durchführen, je nachdem, was bis dahin möglich ist, live oder virtuell.

Ihr Unternehmen hat sich in den letzten Jahren gesträubt, Uhren in einem Online-Store anzubieten. Haben Sie Ihre Meinung geändert?

Bisher haben wir vor allem auf das unmittelbare Kauferlebnis gesetzt, weil wir davon überzeugt sind, dass es der beste Weg ist, unsere Uhren kennenzulernen. Wir haben aber auch immer gesagt, dass wir vorbereitet sein werden, wenn die Welt sich ändert. Das ist jetzt der Fall. Einige unserer Handelspartner haben bereits positive Erfahrungen mit dem Onlineverkauf gemacht. Wir selbst wollen unseren Kunden im Laufe des Jahres mit einem eigenen digitalen Shop entgegenkommen. Daneben investieren wir weiter in den Ausbau unserer eigenen Geschäfte, um den engen, persönlichen Kontakt zu den Kunden zu halten. Im letzten Jahr sind Kuala Lumpur, Riad, Seoul und eine zweite Boutique in Dubai hinzugekommen. Anfang März werden wir in Houston unsere sechste Boutique in den USA eröffnen.

Welche Erwartungen hat Ihr Unternehmen an 2021?

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Was die Zukunft angeht, sind wir entschlossen und zuversichtlich. Wir haben hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter, bei denen der typische Lange-Pioniergeist sehr lebendig ist. Und wir haben 2020 intensiv genutzt, um bereit zu sein, wenn wir in der zweiten Jahreshälfte in der Manufaktur und im Einzelhandel hoffentlich wieder zu einem normalen Geschäftsbetrieb zurückkehren können.

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