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Neue Biogas-Anlage in Seifersdorf geplant

Die Agrargesellschaft Ruppendorf hat damit gute Erfahrungen gemacht. In Neustadt/Sa. und Porschdorf stehen aber deutlich größere Biogasanlagen.

Hier am Jungviehstall im Dippser Ortsteil Seifersdorf ist eine neue Biogasanlage geplant.
Hier am Jungviehstall im Dippser Ortsteil Seifersdorf ist eine neue Biogasanlage geplant. © Karl-Ludwig Oberthür

In seiner Sitzung am Donnerstag hat der Ortschaftsrat im Dippoldiswalder Ortsteil Seifersdorf einstimmig den Plänen der Agrargesellschaft Ruppendorf für eine neue Biogasanlage zugestimmt, wie Ortsvorsteher Uto Böhme informierte. Er hatte die Sitzung eigens in die größere Pfarrscheune verlegt und es sind auch rund 10 Gäste gekommen, die die Sitzung verfolgt haben. Biogas ist im ganzen Landkreis ein Thema.

Eine kleine Anlage nur für Mist aus dem Stall

Peter Baling, der Vorstandsvorsitzende der Agrargesellschaft, hatte die Pläne seines Unternehmens vorgestellt. Dieses will eine kleine Anlage bauen mit einer Nennleistung von 75 Kilowatt. „Die wird nur mit Gülle, Mist und Futterabfällen aus dem Stall daneben betrieben“, sagt er im Gespräch mit sächsische.de. Dafür wird kein Mais extra angebaut. „Davon war ich noch nie ein Freund“, sagt Baling.

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Sieben Wohnwelten – ein Geschäft
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Die Anlagen, welche die ohnehin anfallende Gülle nutzen, sind aber inzwischen eine eingespielte Technik. Der Ruppendorfer Betrieb hat bereits 2012 eine solche neben der Milchviehanlage in Ruppendorf gebaut, die 2013 in Betrieb ging. „Das ist eine bewährte Technik, die läuft einwandfrei rund um die Uhr. Die Mitarbeiter, die sich um die Melkroboter kümmern, betreuen auch diese Anlage“, berichtet Baling. Die Ruppendorfer Anlage hat eine Nennleistung von 330 Kilowatt, ist also deutlich größer als die geplante in Seifersdorf.

Gülle aus dem Biogas stinkt nicht mehr

Beide Anlagen produzieren Strom, der bei Sachsennetze eingespeist wird. Dazu fällt Wärme an. Bei der neuen Anlage ist das gerade soviel, dass es ausreicht, um die Anlage selbst aufzuheizen. Dort sind ja Bakterien am Werk, die aus der Gülle das Gas herauslösen. Die brauchen eine angenehme Arbeitstemperatur von 35 Grad oder mehr. Dafür wird die Brühe in der Anlage aufgeheizt. Die größere Anlage in Ruppendorf bietet etwas mehr Wärme. „Die nutzen wir für die Reinigung unserer Melkroboter im Stall daneben“, sagt Baling.

In Seifersdorf läuft die Gülle, nachdem ihr das Gas entzogen wurde, weiter in die Lagerbehälter und wird wie bisher auch als Dünger für die Felder verwendet. Sie hat dann aber einen Vorteil. Ohne Gas stinkt sie nicht mehr. Der Unterschied ist jetzt noch deutlich zu riechen, die Ruppendorfer Gülle stinkt nicht mehr, die in Seifersdorf hat noch ihre markante Note.

Die größten Anlagen stehen in Neustadt und Porschdorf

Diese Anlage wird die 37. sein im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. 20 verzeichnet die Bundesnetzagentur in der Weißeritzregion, 16 in der Sächsischen Schweiz. Die größten davon stehen in Neustadt, in Dürrröhrsdorf-Dittersbach und im Glashütter Ortsteil Reinhardtsgrimma.

Die in Neustadt wird von Sachsenenergie betrieben und nutzt eine besondere Technik. Hier wird nicht das übliche Biogas produziert, sondern das höherwertige Biomethan. Auf dieser Basis laufen auch noch eine Anlage der Sachsenenergie in Altenberg und der Firma „Eins Energie in Sachsen“ in Sebnitz.

Große Biogasstandorte sind auch Hennersdorf, Mohorn, Lübau oder Niederseidewitz. Die dortigen Anlagen sind bei der Bundesnetzagentur aber nicht einheitlich erfasst, sondern als mehrere kleinere.

Die meisten Anlagen in der Region werden von Agrarunternehmen betrieben, die ja auch in ihren Ställen und auf den Feldern die erforderlichen Rohstoffe bekommen. Die Anlage in Reinhardtsgrimma ist eine davon. Sie ging 2006 in Betrieb. Sie steht allerdings für sich alleine, nicht angeschlossen an einen Stall und wird vorwiegend mit Mais betrieben. Den baut die Agrargesellschaft Reinhardtsgrimma eigens für die Energiegewinnung an. Sie besitzt keine Milchkühe, deren Gülle verwertet werden könnte.

Biogasanlage heizt sogar das Schloss Reinhardtsgrimma

Die Anlage in Reinhardtsgrimma funktioniert wie die meisten Biogasanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben. Das übliche Biogas treibt einen Motor an, der über einen Generator Strom erzeugt, der wiederum in die Leitungen von Sachsennetz, der Freitaler Stadtwerke oder im Fall von Colmnitz der Mitteldeutschen Netzgesellschaft eingespeist wird. „Ihn direkt vor Ort zu verbrauchen wäre sinnvoller. Aber mit den aktuellen Vorschriften geht das nicht“, sagt Baling.

In Reinhardtsgrimma ist aber gelungen, die Abwärme sinnvoll zu nutzen. Zum einen betreibt der Betrieb damit seine Getreidetrocknung. Er hat aber auch eine Fernwärmeleitung gebaut, die bis zum Schloss Reinhardtsgrimma führt und dieses sowie mehrere Wohnhäuser mit Wärme versorgt.

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Die Anlage ist derzeit nicht ausgelastet. Das Baugesetzbuch verhindert das. Es gibt eine Idee, wie das geändert werden soll.

Biogasanlagen haben gegenüber anderen erneuerbaren Energien, die mit Sonne oder Wind funktionieren, einen Vorteil. Sie laufen rund um die Uhr und sind nicht von den Launen des Wetters abhängig. Die Netzbetreiber können damit für ihre sogenannte Grundlast rechnen.

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