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Luxemburger steigen bei Lithiumprojekt ein

In Zinnwald liegt die größte Lagerstätte Europas für das Metall. Um es zu gewinnen, brauchen die Unternehmer aber Geld, viel Geld.

Im Schaubergwerk Bünaustollen in Zinnwald kommen Besucher tief in der Erde an die deutsch-tschechische Grenze. Derzeit werden auf beiden Seiten Projekte zur Gewinnung von Lithium vorangetrieben.
Im Schaubergwerk Bünaustollen in Zinnwald kommen Besucher tief in der Erde an die deutsch-tschechische Grenze. Derzeit werden auf beiden Seiten Projekte zur Gewinnung von Lithium vorangetrieben. © Egbert Kamprath

Zwei Projekte zur Gewinnung von Lithium sind in Zinnwald am Laufen. In Cinovec (Böhmisch Zinnwald) in Tschechien betreibt die European Metals mit Sitz in Australien gemeinsam mit dem tschechischen Energieversorger Cez eine Tochtergesellschaft, die Geomet sro. Diese treibt die Erkundung des Lithiumvorkommens auf der tschechischen Seite voran. Auf deutscher Seite ist die Zinnwald Lithium Plc aktiv mit ihrer Tochtergesellschaft Deutsche Lithium, an welcher der insolvente Solarworld-Konzern noch Anteile hält.

Erhebliche Summen von Investoren benötigt

Beide Unternehmungen sind in der Phase, Geld von Investoren einzusammeln, um die Vorbereitungen für den Abbau weiter voranzutreiben und die Kosten für ein Bergwerk aufzubringen. Dabei geht es um erhebliche Summen. Die Deutsche Lithium kalkuliert, dass die Einrichtung von Bergwerk und Aufbereitung 159 Millionen Euro kostet.

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Das Projekt auf der tschechischen Seite hat jetzt einen wesentlichen Schritt bei seiner Finanzierung gemacht. Wie die European Metals mitteilt, hat sie rund 4,5 Millionen Euro Kapital eingeworben, um das Projekt weiter zu führen. Den Großteil davon, rund 3,2 Millionen Euro, hat der Fonds Thematica Future Mobility aufgebracht. Dieser ist in Luxemburg notiert und auf Elektromobilität spezialisiert.

Börsenkurs von Zinnwald Lithium entwickelt sich gut

Thematica geht laut einer Pressemitteilung von einer beständigen Lithiumnachfrage durch das starke Wachstum an Elektrofahrzeugen in Europa und die Zunahme der einheimischen Batteriezellenproduktion aus. Anfang 2022 soll eine Machbarkeitsstudie vorliegen, nach der dann eine endgültige Entscheidung über einen Lithiumabbau in Cinovec möglich ist.

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Die Deutsche Lithium hat eine solche Machbarkeitsstudie bereits 2019 vorgelegt. Seitdem läuft die Suche nach Investoren und die Ausarbeitung eines Rahmenbetriebsplans für ein Bergwerk in Zinnwald. An der Börse hat die Muttergesellschaft Zinnwald Lithium ein Kapital von rund 30,5 Millionen Euro. Und die Aktie hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Anfang November war sie in London 7,2 Eurocent wert, jetzt am Freitagmittag stand der Kurs dort bei 14,9 Cent.

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