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Wie Zinnwald vom Öko-Trend profitiert

Auch Investoren achten bei ihren Projekten verstärkt auf Umweltaspekte. Das könnte für den Lithiumabbau in Zinnwald und Cinovec ein Pluspunkt sein.

Mitten durch die Zinn- und Lithium-Lagerstätte in Zinnwald verläuft die Staatsgrenze. Deswegen arbeiten zwei Firmen separat an den Plänen für einen Lithium-Bergbau dort.
Mitten durch die Zinn- und Lithium-Lagerstätte in Zinnwald verläuft die Staatsgrenze. Deswegen arbeiten zwei Firmen separat an den Plänen für einen Lithium-Bergbau dort. © Egbert Kamprath

In Zinnwald/Cinovec liegt der größte Lithiumvorrat in Europa. Auf deutscher Seite wird er auf. 125.000 Tonnen Lithium geschätzt. Rund die doppelte Menge lagert auf tschechischer Seite in Cinovec/Böhmisch Zinnwald. In Deutschland treibt die Deutsche Lithium GmbH das Projekt voran, hinter der die Zinnwald Lithium PLC steht, die an der Londoner Börse notiert ist. In Tschechien hält die Geomet SRO die Lizenz zur Erkundung des Lithium-Vorrats. Hinter diesem Unternehmen steht zu 51 Prozent der mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche tschechische Energieversorger CEZ und zu 49 Prozent die European Metals Holding mit Sitz in Australien.

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Das Problem ist, dass Lithium in Zinnwald aus einer Tiefe von mehreren hundert Metern aus dem Berg geholt werden muss. Das ist aufwendige Bergmannsarbeit. Dagegen wird beispielsweise in Südamerika Lithium aus Salzseen gewonnen.

Lithium aus Zinnwald, ein Produkt der kurzen Wege

Beide Unternehmen streichen dagegen heraus, dass Umweltargumente für den Bergbau in Zinnwald sprechen, gleich ob auf deutscher oder tschechischer Seite. Gemessen an anderen Verarbeitungswegen, wo die Rohstoffe zwischen Australien, China und Südamerika hin- und hertransportiert werden, könnte Lithium aus dem Erzgebirge ein Produkt der kurzen Wege werden.

Die Deutsche Lithium plant eine Aufbereitung bei Altenberg und eine Weiterverarbeitung ebenfalls in der Nähe. Das könnte sowohl in Freiberg geschehen als auch in Schwarzheide. Große Hoffnungen ruhen dann auf den Plänen des amerikanischen Unternehmens Tesla, dass in Brandenburg eine neue Fabrik für Elektro-Autos aufbaut. Die Entfernung vom Gewinnungsort bis zur Verarbeitung des Lithium wären dann nur einige hundert Kilometer. Lithium ist ein wichtiger Grundstoff für Akkus in Elektrogeräten.

"Fair hergestelltes Lithium"

In ihrer Selbstdarstellung weist die Deutsche Lithium auch darauf hin, dass die geplante Produktion ordentlich nach Recht und Gesetz läuft. So hielt Dr. Matthias Reinecke von dem Unternehmen einen Vortrag, dessen Titel ausdrücklich darauf hinweist: „Fair hergestelltes Lithium aus Deutschland.“

In Tschechien hat European Metals jetzt die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung seines Bergbauprojekts fertiggestellt. Keith Coughlan, der Geschäftsführer von European Metals, sagt dazu: „Wir freuen uns bekannt zu geben, dass mit der Einreichung der Umweltverträglichkeitsprüfung bei den tschechischen Behörden ein kritischer Punkt auf dem Weg zum Abschluss der Genehmigung für die Mine Cinovec erfüllt ist.“ Dabei wurden sowohl europäische als auch tschechische Gesetze berücksichtigt.

Selbstverpflichtung zu Umweltrichtlinien

Weiter hat das Unternehmen sich offiziell zu einer Reihe von Richtlinien für Umwelt, Gesellschaft und verantwortlicher Unternehmensführung verpflichtet. So verspricht der Geschäftsführer, das 2021 eine Ökobilanz des Projekts vorgelegt wird. Damit folgt er den Empfehlungen des Weltwirtschaftsforums in Genf, wie er in einer Pressemitteilung informiert.

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Damit wollen die Bergbauunternehmen auch attraktiver für Investoren werden, die immer mehr darauf achten, dass sie ihr Geld nachhaltig einsetzen. Das ist der nächste große Knackpunkt für beide Projekte, wenn die Voruntersuchungen abgeschlossen sind. Sie müssten das Geld zusammenbringen, um ein Bergwerk einzurichten. Die Deutsche Lithium schätzt, das für ihr Projekt rund 150 Millionen Euro erforderlich wären.

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