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Dipps: Neue Fräsmaschine für Feinmechanikbetrieb

Eine neue Fünf-Achs-Fräsmaschine wird derzeit im Feinmechanischen Fertigungszentrum in Dipps eingerichtet. Warum die Firma die jetzt angeschafft hat.

Von Franz Herz
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Hier hängen rund acht Tonnen Gewicht und 300.000 Euro Wert am Haken. Die neue Fräsmaschine für das Feinmechanische Fertigungszentrum in Dippoldiswalde-Reinholdshain wird geliefert.
Hier hängen rund acht Tonnen Gewicht und 300.000 Euro Wert am Haken. Die neue Fräsmaschine für das Feinmechanische Fertigungszentrum in Dippoldiswalde-Reinholdshain wird geliefert. © Foto: Egbert Kamprath

Da hingen knapp 300.000 Euro am Haken, als die Einrichter am Mittwochvormittag die neue Fünf-Achs-Fräsmaschine im Feinmechanischen Fertigungszentrum im Gewerbegebiet Reinholdshain an seinen Platz bugsierten. Eigentlich sollte die Maschine schon 2020 bestellt werden. Doch da kam Corona.

Auch in Coronazeiten immer durchgearbeitet

Heiko Sacher, der mit seiner Familie das Unternehmen leitet, hat dann lieber etwas vorsichtig geplant und die Anschaffung verschoben. Aber das Feinmechanische Fertigungszentrum Glashütte GmbH ist ohne Kurzarbeit durch die schwierige Zeit gekommen. So hat Sacher im Mai 2021 die Bestellung doch unterschrieben für eine Maschine von DMG aus Seebach bei Eisenach. Damals war ein Liefertermin im November ins Auge gefasst. Der hat sich noch etwas verzögert. Nun wird die Maschine eingerichtet, und kommende Woche soll sie in die Produktion gehen.

Das neue Materiallager war ein Glücksfall

Bedarf ist vorhanden. Und abgesehen von einzelnen Lieferverzögerungen oder Problemen beim Einkauf, die es früher so nicht gab, kommt der Betrieb gut durch die jetzigen schwierigen Zeiten. Heiko Sacher hatte dabei Glück. Er hatte schon vor den aktuellen Preissprüngen einen Stromliefervertrag geschlossen, der auch für das Jahr 2022 gilt. Und im Herbst 2020 hat das Unternehmen sein neues Materiallager in Betrieb genommen. Damit ist es möglich, alles, was laufend benötigt wird, auf Vorrat zu lagern. „Für uns ist es wichtig, dass das Material schnell verfügbar ist“, sagt Sacher. Und der schnellste Weg ist der ins eigene Lager.

Kleinserien für wissenschaftliche Geräte

Jedes einzelne Regalfach lässt sich herausfahren, und der Portalkran an der Decke hebt dann das Material an. Eine große Edelstahlstange kann durchaus mal einige Hundert Kilogramm wiegen. Das sind alles Investitionen, die sich an die Betriebserweiterung des Fertigungszentrums 2019 anschließen. Damals hat Sacher an die bestehende Halle mit ihren 1.700 Quadratmetern Fläche noch einmal 1.200 Quadratmeter angebaut. Dort ließ das Unternehmen eine moderne Absauganlage einbauen. Damit lässt sich Wärme zurückgewinnen und die Luft im Unternehmen ist immer frisch. „Das war auch ein Wunsch der Mitarbeiter", sagt Projektmanagerin Tina Maiwald-Immer.

Alle Arten von Material und flexible Mitarbeiter

„Und wir wachsen weiter stetig, machen dabei keine großen Sprünge, haben aber auch keine Rückschläge und die Richtung geht bergauf“, sagt Heiko Sacher. Die Feinmechaniker aus Reinholdshain beliefern vor allem die Hersteller von wissenschaftlichen Geräten oder besonderen Maschinen mit Einzelteilen oder kleinen Serien bis in die Größenordnung von tausend Stück. Ein renommierter Hersteller von Mikroskopen ist ein enger Partner.

Sacher verwendet in der Produktion Materialien aller Art. Während eines Betriebsrundgangs läuft auf einer Maschine Invar-Stahl, daneben Titan, Aluminium und zwei Maschinen weiter Kunststoff.

„Wer bei uns mitarbeitet, muss sehr flexibel sein. An manchen Tagen rüsten wir eine Maschine dreimal um für verschiedene Teile“, sagt Tina Maiwald-Immer. 50 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit und ist auf der Suche nach weiteren Kollegen. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten sie rund vier Millionen Euro Umsatz.

Optimaler Standort im Gewerbegebiet in Dipps

Der Familienbetrieb ist 1991 von Roman Sacher in Glashütte gegründet worden. 2006 hat ihn der Sohn Heiko Sacher übernommen und 2011 die Entscheidung getroffen, umzuziehen. In Glashütte gab es keine günstigen Erweiterungsmöglichkeiten, während in Dippoldiswalde im Gewerbegebiet Reinholdshain eine geeignete Parzelle zu bekommen war. „Das ist ein optimaler Standort. Wir haben genug Platz. Dresden ist nahe. Die Infrastruktur stimmt“, sagt Heiko Sacher.

Inzwischen arbeitet schon die nächste Generation im Unternehmen mit. Tochter Tina Maiwald-Immer kümmert sich um das Projektmanagement und Sohn Johannes Sacher um den Vertrieb.