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Dipps braucht einen neuen Kunstrasen

Für das Rathaus ist es schwierig, das Vorhaben zu finanzieren. Aber lange Zeit bleibt für eine Lösung nicht.

© Archivfoto: E. Kamprath

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Eine Mannschaft aus Stadtratsmitgliedern ist 2004 gegen Vertreter des Fußballvereins FSV Dippoldiswalde angetreten, um den neuen Kunstrasenplatz zu eröffnen. Jetzt, 14 Jahre später, ist der Rat wieder am Ball – aber unter völlig anderem Vorzeichen.

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Frank Winkler, der frühere Präsident des FSV Dippoldiswalde, kümmert sich um den Platz. Er legte sowohl dem Ortschaftsrat als auch dem Stadtrat Dippoldiswalde die schwierige Situation dar. Es war von Anfang an klar, dass der Kunstrasenplatz nur eine begrenzte Lebensdauer hat. Erste Hinweise, dass die Qualität des Platzes nachlässt, seien schon 2012 gekommen. Der Platz in Dippoldiswalde wird von sehr vielen Mannschaften genutzt, sagt Winkler. Doch der Platz wird jetzt schon altersschwach, sodass sich die Stadt dringend Gedanken machen müsste um die Finanzierung eines neuen Kunstrasens. Winkler berichtete, dass erste Spieler den FSV Dippoldiswalde verlassen, weil sie mit dem Zustand des Platzes nicht einverstanden sind.

Bernd Wehner, früher Mitarbeiter im Sportpark und Ortschaftsrat für Die Linke, warnte, dass im schlimmsten Fall eine Sperrung des Platzes droht. Winkler sagte: „Wenn das jetzt nichts wird mit der Erneuerung des Platzes, weiß ich nicht, was nach 2020 mit dem FSV werden soll“, warnte Winkler.

Ganz so pessimistisch ist der Präsident des Kreisfußballverbandes Peter Riebisch aus Geising nicht. „Selbst wenn es so käme, könnte der FSV ja noch auf andere Plätze ausweichen, und da gibt es im Stadtgebiet Dippoldiswalde mehrere Möglichkeiten.“ Die Plätze in Reichstädt oder Schmiedeberg wären denkbare Alternativen. Jedenfalls trifft das Problem Kunstrasenplatz die Stadt Dippoldiswalde an einer ganz empfindlichen Stelle, an ihren Finanzen. Frank Winkler geht davon aus, dass eine Erneuerung des Kunstrasens rund 250 000 Euro kosten würde. Das könnte aus dem Topf der Sportförderung unterstützt werden. Danach bliebe aber immer noch ein Eigenanteil von rund 160 000 Euro, den die Stadt Dippoldiswalde aus eigener Tasche bezahlen müsste. Geld, von dem Oberbürgermeister Jens Peter (parteilos) derzeit nicht weiß, wo er es hernehmen sollte.

Dazu kommt noch ein zweites Problem. Dippoldiswalde ist gerade schon dabei, in den Topf für die Sportförderung zu greifen. Der Förderantrag für den Turnhallenneubau in Schmiedeberg wird derzeit bearbeitet. Ob es in dieser Situation klug wäre, gleich noch mit einem zweiten Antrag zu kommen, ist fraglich. Frank Winkler hingegen forderte die Stadt auf, geradezu aufs Ziel loszumarschieren und die Fördergelder zu beantragen. Wenn die bewilligt wären, ließen sich die anderen Gelder schon auftreiben. Er hätte vergangenen September bereits einen Förderantrag gestellt, damit aber Ärger ausgelöst, berichtete er. Sein Antrag sei dann auch abgelehnt worden. Er forderte jetzt die Dippoldiswalder Stadtverwaltung auf, einen neuen Antrag zu stellen. Damit käme dann etwas in Bewegung.

Doch dabei will der Oberbürgermeister nicht mitgehen. „Wir können keinen Antrag ins Blaue hinein stellen“, sagte er. Jeder ernsthafte Förderantrag braucht eine Stellungnahme vom Landratsamt, die bestätigt, dass die Stadt auch von ihrer Seite her die nötigen Gelder für das Vorhaben bereitstellen kann. Dieses Jahr kann Dippoldiswalde die Summe auf keinen Fall aufbringen. Der Stadtrat hat noch nicht einmal einen Haushaltsplan für 2018 beschlossen.

Andererseits kann die Stadt auch nicht zusehen, wenn der Platz in nächster Zukunft unbespielbar wird. Er ist mit Fördermitteln gebaut worden, und deren Bindung gilt 25 Jahre. Wenn der Platz also vorher nicht mehr als Sportplatz taugt, könnte sogar eine Rückzahlung dieser Gelder drohen, warnte Winkler. In den 25 Jahren wäre aber durchaus ein Austausch des Kunstrasens möglich, informierte Peter Antoniewski, der Baubeigeordnete der Stadt. Frank Winkler appellierte noch einmal an die Stadträte, bei ihrer Planung für das Jahr 2019 die Erneuerung des Kunstrasens im Sportpark mit aufzunehmen und schnell dafür einen Förderantrag zu stellen.