Teilen:

Dipps verliert Polizeiführung

© Egbert Kamprath

Der Leiter des Polizeireviers ist gestern nach Freital umgezogen. Warum verlässt er Dipps?

Von Franz Herz

Das Polizeirevier für die Weißeritzregion heißt zwar weiterhin Polizeirevier Dippoldiswalde, aber unter dieser Oberfläche wird es zum Polizeirevier Freital. Gestern stand ein Lastenaufzug im Dippser Polizeihof, und die Umzugswagen sind von Dippoldiswalde nach Freital gefahren. Die führenden Köpfe des Reviers haben künftig ihren Schreibtisch dort. Sie sind umgezogen, wie die Polizei bestätigte. Darüber hinaus hat die Polizei bisher über die Strukturänderungen kaum öffentlich informiert.

Polizeihauptkommissar Wolfgang Langenbucher. © Egbert Kamprath

Der Hauptausschuss des Dippoldiswalder Stadtrats hat es am Mittwochabend erfahren. Dort war der Leiter des Streifendienstes, Andreas Mußbach, zu Gast für die „Vorstellung der Polizeistatistik 2014 und weitere Informationen“. Damit war wohl der Wegzug der Polizeispitze gemeint, zu dem er dann auch informierte.

Mit dieser Entscheidung korrigiert die sächsische Polizei die Strukturen, die 2013 geschaffen wurden. Damals wurde in Dippoldiswalde das zentrale Polizeirevier für den ganzen ehemaligen Weißeritzkreis eingerichtet.

Das Polizeirevier hat insgesamt rund 160 Mitarbeiter, welche die Region zwischen Wilsdruff und Altenberg betreuen. „Ein riesiges Gebiet“ nach Einschätzung von Mußbach. Bis 2012 gab es für diese Fläche zwei Reviere, in Dippoldiswalde und Freital. Das Innenministerium hat diese bei der damaligen Polizeireform zusammengelegt mit dem Sitz in Dippoldiswalde.

Doch die Polizei war mit dieser politischen Entscheidung nie glücklich. Die Schwerpunkte der Polizeiarbeit sowohl im Bereich Kriminalität als auch bei den Verkehrsunfällen liegen in der Umgebung von Dresden und nicht im oberen Osterzgebirge. In Dippoldiswalde und den Nachbargemeinden ist die Sicherheitslage gut. Freital oder Wilsdruff sind hingegen Brennpunkte. „Es ist nicht sinnvoll, wenn der Dirigent in Dippoldiswalde steht, während die Musik in Freital spielt“, machte Mußbach mit einem Vergleich den Dippser Stadträten das Problem deutlich.

Die Polizei reagiert mit der Neuorganisation auch auf die Bevölkerungsentwicklung. Die Gemeinden im Dresdner Umland legen an Einwohnern zu, während die Orte im Osterzgebirge verlieren. Wo mehr Menschen leben, ist auch mehr für die Polizei zu tun.

Deswegen hat Revierleiter Wolfgang Langenbucher entschieden, seinen Arbeitsplatz schwerpunktmäßig nach Freital zu verlegen, informierte Marko Laske von der Pressestelle der Polizei. Zwei weitere Mitarbeiter wechseln mit ihm von Dippoldiswalde nach Freital. Das ist Andreas Mußbach, der seit Mai Leiter des Streifendienstes ist, und ein Mitarbeiter im Stab, der im Juni neu zum Polizeirevier stößt und gleich in Freital zu arbeiten beginnt. Schon jetzt arbeitet die Kriminalpolizei in Freital mit zwei Kommissariaten und in Dippoldiswalde mit einem.

Revierleiter Langenbucher hat vor wenigen Tagen in einem Gespräch den Dippoldiswalder Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) über die geplanten Veränderungen bei der Polizei informiert. Dieser sagt dazu: „Mir wurde versichert, dass sich an der Polizeipräsenz für die Dippoldiswalder Bürger nichts verändert. Außer dem Wechsel der Führung wird das Revier Dippoldiswalde mit seiner Personalstärke erhalten bleiben. Darüber bin ich froh.“

Weiter informiert Peter, dass Langenbucher ihm Möglichkeiten angedeutet hat, die für Dippoldiswalde trotz dieses Wegzugs eine Stärkung der Polizeiarbeit in Dippoldiswalde bedeuten könnte. Weitere Einzelheiten will Peter dazu noch nicht mitteilen. Dipps hat also Hoffnung, dass der Verlust der Führungsspitze im Polizeirevier für die Stadt ausgeglichen wird.