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DJ-Pult statt Kickertisch in Oppach

Die Mitglieder des Oppacher Jugendclubs sind lange nicht mehr im Teenie-Alter. Doch statt zu schließen, setzt der Club auf ein neues Konzept.

© SZ Thomas Eichler

Von Constanze Junghanß

Der Tischkicker und diverse andere Ausstattung sind bereits verkauft. Wegen Auflösung des Jugendtreffs – wie auf einer Internetplattform zu lesen war, boten die Jugendlichen bis vor Kurzem die Ausstattung ihres Treffs zum Verkauf an. Schließt der Klub im Barackenbau an der Oppacher Kastanienallee also bald?

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Das Gegenteil ist der Fall: Die Macher des Clubs erwarten bald mehr Besucher, hoffen auf Gäste aus anderen Orten. Künftig sollen in dem Jugendclub-Gebäude DJs auflegen, die Oppacher wollen sich mit Partys einen Namen machen. Dieses neue Konzept hängt unmittelbar mit einem allgemeinen Problem der Region zusammen: der älter werdenden Bevölkerung. Der demografische Wandel hat auch den Jugendtreff erreicht. Die regelmäßigen Clubbesucher sind längst dem Teeniealter entwachsen. Engagierter Nachwuchs ist rar.

Doch während andere Treffs aus demselben Grund geschlossen haben, so zum Beispiel in Friedersdorf oder Neugersdorf, passen sich die Oppacher dem Alter ihrer Besucher an. „Wir strukturieren uns um, haben in diesem Jahr einiges Neues vor“, sagt Rico Kretschmar, Vorsitzender des Oppacher Jugendclubs. Tischkicker und Co. sprechen das etwa 25-köpfige Stammpublikum nicht mehr an. Deshalb wurden nun die nicht mehr benötigten Dinge verkauft. Das ist der erste Schritt zum neuen Club gewesen.

Nun geht es um die Überlegungen zum neuen Party-Konzept. Die Altersspanne der Nutzer liegt zwischen 20 und 35 Jahren. „Wir haben uns gemeinsam überlegt, welches Genre wir hier in der Region anbieten können, das auch Leute von außerhalb anzieht, aber gleichzeitig zu uns passt“, erzählt Rico Kretschmar. Einig geworden ist sich der Jugendclub-Stamm, in diesem Jahr eine Party-Reihe in der Musik-Richtung „Black-Trap-Hip-Hop“ zu starten. „Das gibt es in der näheren Umgebung noch nicht. Wenn wir solche Musik hören wollen, müssen wir bisher entweder bis nach Dresden oder Richtung Weißenberg fahren“, so der 28-Jährige Club-Chef. Nun hoffen die Oppacher Initiatoren, dass die Party-Reihe mit zwei DJs regional ausstrahlt und jede Menge Fans aus der Umgebung anzieht.

Bis zu 80 Gäste passen in den Speed-Club. Bis zu acht Veranstaltungen pro Jahr sind geplant. Doch bis es soweit ist, wollen die Oppacher und ihre Freunde auch noch einige bauliche Veränderungen im Gebäude durchführen. Die Umbauten, die nun angedacht sind, erfolgen in Eigenregie und mithilfe von Sponsoren. Eine zweite Toilette soll beispielsweise eingebaut werden und auch eine neue Bar. „Eine Tischlerei aus dem Ort errichtet uns einen Vorbau im Eingangsbereich“, so der Club-Vorsitzende. Das alles soll in den kommenden Wochen über die Bühne gehen. Auch Sponsoren für die weiteren Vorhaben werden immer gesucht. Die Planung für die erste DJ-Reihe 2016 steht. Am 12. März steigt die musikalische Party.

Den Jugendclub gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. Anfangs wurde der Treff von Freien Trägern der Jugendarbeit betreut, zeitweise zum Beispiel von den Sozialarbeitern des Internationalen Bundes (IB). Vor etwa zehn Jahren übernahm die Jugend aus dem Ort selbst das Objekt und betreibt es seitdem auch in Eigenregie. „Dabei haben wir in unserer Gemeinde viel Unterstützung“, sagt der Oppacher Rico Kretschmar. Denn die Gemeindeverwaltung stellt den Jugendclub kostenlos zur Verfügung und bezuschusst auch die Betriebskosten.