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Doc-Morris-Apotheke muss schließen

Arzneimittel. Der Versandhändler will gegen Gerichtsbeschluss klagen.

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Saarbrücken/Berlin. Das Verwaltungsgericht Saarlouis hat gestern die Schließung der ersten Filiale der niederländischen Versand-Apotheke Doc Morris in Deutschland angeordnet, die in Saarbrücken eröffnet wurde. Die Richter gaben damit den Klagen dreier Apotheker statt. Allerdings ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig. Das Gericht verpflichtete das saarländische Gesundheitsministerium, die Apotheke bis zur Entscheidung im Hauptsachverfahren schließen zu lassen. Doc Morris kündigte an, gegen eine derartige Verfügung zu klagen. Dies hätte nach Aussage von Ministeriumssprecher Stephan Kolling aufschiebende Wirkung. Die Landesregierung will Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

Die Richter erklärten, sie hätten keine endgültige Aussage über die Rechtmäßigkeit der Betriebserlaubnis getroffen, sondern eine Interessenabwägung vorgenommen. Durch die Eröffnung der Doc-Morris-Filiale hätten sich die Wettbewerbsbedingungen für die anderen Apotheken im gleichen Einzugsbereich verändert. Außerdem gebe es ein erhebliches öffentliches Interesse an der Einhaltung der Vorschriften des deutschen Apothekergesetzes. In Deutschland ist der Betrieb einer Apotheke durch eine Kapitalgesellschaft bislang untersagt.

Doc-Morris-Chef Ralf Däinghaus sprach von einer „einsamen Entscheidung eines Verwaltungsgerichts“ und will durch alle Instanzen gehen. Auch die Krankenkassen sind enttäuscht: „Wir hoffen, dass die Tür für mehr Wettbewerb nicht endgültig geschlossen ist“, sagte Florian Lanz, Sprecher des BKK Bundesverbandes. (AP)