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Döbeln

Doch kein Bauernmarkt im Kloster

Der Förderverein sagt die Veranstaltung am Sonnabend wieder ab. Niemand soll in Versuchung gebracht werden, sich strafbar zu machen.

Das Kloster Buch bleibt auch über Ostern geschlossen. Den für Sonnabend geplanten Frischemarkt haben die Förderer auf Empfehlung der Stadt Leisnig wieder abgesagt - weil die Gesundheit aller vorgeht.
Das Kloster Buch bleibt auch über Ostern geschlossen. Den für Sonnabend geplanten Frischemarkt haben die Förderer auf Empfehlung der Stadt Leisnig wieder abgesagt - weil die Gesundheit aller vorgeht. © Lutz Weidler

Leisnig. Eigentlich hatte das Team des Fördervereins Kloster Buch ein buntes Veranstaltungspotpourri mit Führungen, Brunch und Bauernmarkt für die Ostertage geplant. Wegen der Auflagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus war daraus nur ein aufs Mögliche zusammengestrichenes Angebot geworden: ein Frischemarkt. Doch auch den sagte der Verein am Montag wieder ab. „Es wird über Ostern keine Veranstaltungen bei uns auf dem Gelände des Klosters Buch geben“, so Projektkoordinatorin Rica Zirnsack.

Auslöser der Absage sei am Montagmorgen eine Abstimmung im Rathaus mit Bürgermeister, Ordnungsamtsmitarbeiter und Heiner Stephan als Vorsitzendem des Fördervereins Kloster Buch gewesen. Das bestätigt Uwe Dietrich vom Ordnungsamt der Stadt Leisnig. Und er erklärt, wie die Kommune zu ihrer Empfehlung gekommen ist, den Frischmarkt wieder abzusagen.

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Die aktuelle Rechtsverordnung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht dem Frischemarkt grundsätzlich nicht entgegen, so Uwe Dietrich. Vieles andere dagegen schon. „Es soll schönes Wetter werden, die Leute haben über Ostern frei. Wir können davon ausgehen, dass sie dann auch zu Hunderten nach Klosterbuch strömen würden. Und genau das soll in dieser Zeit mit den Ausgangsbeschränkungen verhindert werden“, sagt der Mann vom Ordnungsamt.

Eine weitere Befürchtung sei, dass die Marktbesucher ihren Einkauf gleich mit einer Wanderung oder einer Radpartie verbinden. Aber auch das sei nicht im Sinne der Rechtsverordnung. Zuhause bleiben – das gelte über Ostern und darüber hinaus vorerst weiter. „Und wir wollen niemanden zu Verstößen verleiten“, Uwe Dietrich.

Er hält dem Verein zugute, dass dieser schon einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatte. „Doch bei 2.000 bis 3.000 Besuchern, die an guten Markttagen auf das Klostergelände pilgern, sind die geplanten Reglementierungen nach unserer Einschätzung kaum umsetzbar.“ Daher habe die Kommune die Absage empfohlen. „Aus unserer Sicht sind das Risiko zu hoch und die Verantwortung zu groß, den Markt doch zu öffnen“, so Dietrich.

Für Kunden, Anbieter und Veranstalter sei es gleichermaßen bedauerlich. Ein Teil der Händler ist über die Absage bereits informiert worden. Am Dienstag rufen die Förderer die übrigen Direktvermarkter an. Rund 30 hatten sich auf ihren Einsatz am Sonnabend im Kloster vorbereitet. „Und darauf gefreut“, sagt Rica Zirnsack. Für die Händler sei es eine schwierige Zeit. Manche blieben sicher auf ihren Produkten sitzen.

Auch der Hausmeister war schon mitten in den Vorbereitungen und hat ausgemessen, wie die Wagen der Händler stehen müssen, damit die Abstandsregelungen sowohl von Anbietern als auch von Kunden problemlos eingehalten werden können. Am Einlass sollte es eine Zugangsbeschränkung geben, damit sich nur 60 Kunden auf dem Außengelände befinden. 

Auf die Kassierung der Parkgebühr wollten die Förderer auf den Plätzen komplett verzichten und stattdessen darauf vertrauen, dass diejenigen am Eingang eine Spende zurücklassen, die ihr Auto auf den Wiesen rund ums Kloster abstellen. Seit 1. April befindet sich der Großteil der Mitarbeiter des Fördervereins Kloster Buch in Kurzarbeit. Wie berichtet, wollen die Männer und Frauen damit die Kasse des Vereins schonen, dem durch die Absage von Veranstaltungen am Ende des Jahres ohnehin Einnahmen fehlen werden – wie vielen anderen Veranstaltern und Gastwirten auch.

„Über einen Frischmarkt hatten wir schon für den Saisonauftakt im März nachgedacht“, sagt Rica Zirnsack. Allerdings hatten sich gerade in den Tagen davor die Nachrichten zu Wochen- und Frischemärkten überschlagen, kamen immer wieder neue Vorschriften. „Deshalb hatten wir in dieser Situation schließlich vom Umplanen abgesehen“, begründet sie. Der eingeschränkte Markt am Sonnabend sollte also der Auftakt in die Marktsaison 2020 im Kloster Buch werden. Ob der Startschuss dann im Mai erfolgen kann, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Lage ab.

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