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Millionen-Zuschuss für Muldenbrücke

Der Finanzausschuss des Landes Sachsen hat 3,8 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Das Geld reicht aber noch nicht ganz.

© Fotos/Montage: André Braun

Von Jens Hoyer

Döbeln. Die Stadt hat allerbeste Aussichten, bald einen Fördermittelbescheid für den Bau der Muldenbrücke Schillerstraße zu bekommen. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtages hatte am Mittwoch für das Bauvorhaben rund 3,8 Millionen Euro Zuschuss bewilligt, teilte der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser mit. „Die Döbelner profitieren in außerordentlichem Maße von Mitteln, die Sachsen zusätzlich für den Straßenbau zur Verfügung stellt. Nun steht der immens wichtigen Muldenquerung finanziell nicht mehr im Wege“, so Liebhauser.

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Döbeln kann mit dem bewilligten Geld jetzt durchstarten. Allerdings hat die Stadtverwaltung für den Bau seiner Muldenquerung mit einem deutlich höheren Zuschuss vom Land kalkuliert. Die Baukosten hatten sich nach detaillierten Planungen von ursprünglich geschätzten 4,1 auf rund 5,6 Millionen Euro erhöht. Die Stadt hofft auf einen Fördermittelanteil von insgesamt 87 Prozent und müsste nach dieser Rechnung einen Eigenmittelanteil von rund 730 000 Euro aufbringen.

Nach der derzeit bewilligten Fördermittelsumme von 3,8 Millionen Euro ist Döbeln dagegen mit 1,8 Millionen Euro dabei. Liebhauser glaubt aber, dass der Freistaat in seinem nächsten Doppelhaushalt für das Brückenbauvorhaben weiteres Geld zur Verfügung stellt. Und auch Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) hofft auf eine Aufstockung des Zuschusses. Er freue sich über die Entscheidung. „Wir können jetzt endlich loslegen“, sagt er.

In diesem Jahr wird allerdings nicht mehr allzu viel passieren auf der künftigen Baustelle. Wenn der Fördermittelbescheid bei der Stadtverwaltung ankommt, wird diese erst einmal die Ausführungsplanung für die Brücke in Auftrag geben, so Baudezernent Thomas Hanns. Der nächste Schritt wäre die Ausschreibung des Bauvorhabens. Der Baubeginn sei erst im kommenden Frühjahr sinnvoll, sagte Hanns. Allenfalls vorbereitende Arbeiten werden auf dem Baufeld am Ende der Schillerstraße noch in diesem Jahr laufen. So ist unter anderem vorgesehen, geschützte Zauneidechsen umzusiedeln.

Im zweiten Halbjahr 2019 ist mit der Fertigstellung der Brücke zu rechnen. Damit gibt es in Döbeln über mehrere Monate gleich zwei Brückenbaustellen in kurzer Entfernung zueinander. Denn am Juli dieses Jahres plant auch die Landestalsperrenverwaltung den Neubau der Brücke Straße des Friedens mit einer ähnlich langen Bauzeit. Hanns glaubt aber nicht, dass sich die beiden Bauvorhaben in die Quere kommen. Schwieriger sei es da schon, die neue Brücke an die Sörmitzer Straße anzuschließen, wo die Firma Typofol und das Klinikum nicht vom Verkehr abgeschnitten werden dürfen.

Eigentlich sollte die Brücke schon stehen. Aber das Hochwasser 2013 hatte das Projekt zurückgeworfen – etwa ein Jahr lag das sogenannte Planfeststellungsverfahren auf Eis. Geplant ist eine 100 Meter lange Spannbetonbrücke. Bei den Baugrunduntersuchungen hatte sich herausgestellt, dass eine aufwendige Bohrpfahlgründung notwendig ist, die das Vorhaben erheblich verteuert. Auch die Anbindung der Brücke an die Sörmitzer Straße ist wegen der beengten Verhältnisse schwierig.

Auch Geld für Straßenbau in Meila

Auch für ein weiteres Straßenbauvorhaben wird Döbeln Geld erhalten. Wie Sven Liebhauser sagte, werden für den Ausbau der S 32 im Ortsteil Meila 98 000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt. In dem Bauvorhaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr finanziert die Stadt den Fußweg, die Straßenbeleuchtung und zwei neue Bushaltestellen. Den Eigenanteil hat der Stadtrat schon vor zwei Jahren bewilligt – so lange ist der Ausbau der Staatsstraße schon eingeplant. Allerdings wird es wohl auch in diesem Jahr noch nicht losgehen, so das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Das Vorhaben soll im Bauprogramm für das Jahr 2019 eingeordnet werden.