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Döbeln in rosa Plastikschaum

Der Künstler Egbert Broerken hat seinen Entwurf für das Döbelner Stadtmodell vorgestellt. Bis zum Herbst wird es in Bronze gegossen.

© Dietmar Thomas

Von Jens Hoyer

Döbeln. Döbeln ist gut zu erkennen. Die beiden Muldenarme schlängeln sich ums Stadtzentrum. Rathaus, Nicolaikirche, Parkhaus – alles in rosa Quietschschaum. Der Künstler Egbert Broerken hat jetzt dem Döbelner Lions Club den Entwurf für das Stadtmodell vorgestellt. In Bronze gegossen, soll es einmal vor dem Amtshaus auf dem Obermarkt stehen. Jedes Gebäude hat Egbert Broerken akribisch nachgebildet. Er hat dafür einen Grundplan der Stadt im richtigen Maßstab 1:650 bekommen. Er hat Fotos gemacht und dann in mühevoller Kleinarbeit die Gebäude aus Modellschaum ausgeschnitten, winzige Fensteröffnungen in die Häuser eingeritzt. Die Muldeninsel im Kleinformat hat eine Größe von etwa einem mal eineinhalb Meter.

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Die Mitglieder des Lions Clubs schauen genau hin und finden noch einige Details, die nicht ganz stimmen. Döbelns Baudezernent Thomas Hanns pflückt ein rosa Gebäude vom Entwurf: Die Garagen am Oberwerder sind bereits abgerissen. Die Neubauten an der Fronstraße haben abgeschrägte Dachkanten. Es wird gleich mit dem Messer korrigiert. Die Staupitzmühle hat eine Etage zu viel, dafür fehlt ihr markanter Getreidespeicher. Broerken wird es nachbessern. Der Schlossberg ist in seinem Entwurf noch kein Berg. Mit den notwendigen Höhenangaben wird er ihn noch einfügen. Auch Brailleschriftzeichen, die von Blinden gelesen werden, sind vorhanden. Das ist der Ausgangspunkt für die Idee der Stadtmodelle: Blinde sollen sich daran orientieren können.

Das korrigierte Entwurfsmodell ist die Ausgangsbasis für ein Wachsmodell. Zuerst wird eine Silikonform von der Döbelner Stadtsilhouette abgenommen. In diese wird das flüssige Wachs dann hineingegossen, erklärt Broerken. Das Wachsmodell wiederum wird in einen Schamotteblock eingelassen, der langsam bis auf eine Temperatur von 650 Grad hochgeheizt wird. Das Wachs fließt heraus. In die Hohlräume wird die Bronze gegossen. Das Stadtmodell muss danach noch nachgearbeitet werden. „Wir verwenden sogenannte Goldbronze. Die schimmert an den Stellen golden, die von den Leuten angefasst werden“, erklärte Broerken. Voraussichtlich im Herbst kann das Modell eingeweiht.

Einen Standort hat der Lions Club gemeinsam mit der Stadtverwaltung vor dem alten Amtshaus gefunden. Dort wird die Bronzestadt auf einem Steinsockel stehen. Die 40 000 Euro, die das Stadtmodell kostet, bringt der Club allein durch Spenden auf. Wer eine größere Summe gibt, wird auf dem Modell genannt.

Wer sich mit einer Spende an der Finanzierung des Stadtmodells beteiligen will, kann das Geld an den Förderverein des Lions Clubs Döbeln bei der Kreissparkasse Döbeln überweisen, IBAN: DE 49 8605 5462 0391 0045 49.