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„Döbeln jetzt“ hilft Flutopfern

Die Geschäftsleute wollen Bad Harzburg unterstützen. Mit Paketen, aber auch mit ganz kleinen Gesten.

© André Braun

Von Cathrin Reichelt

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Döbeln. Die Bilder gleichen denen aus Döbeln in den Jahren 2002 und 2013. Straßen und Plätze sind überflutet, Keller und Wohnungen mit Wasser vollgelaufen. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und viele Anwohner füllen und stapeln Sandsäcke, um Schlimmeres zu verhindern. Doch an manchen Stellen hilft auch das nicht. In Bad Harzburg sind die Flüsse Radau, Bleiche und der Stübchenbach über die Ufer getreten.

Die Bilder haben Elsbeth und Nicolas Sihombing von der Initiative „Döbeln jetzt“ betroffen gemacht und spontan zu einer Hilfsaktion veranlasst. Die Unwetter haben auch in vielen anderen Orten schlimme Schäden verursacht. Für Bad Harzburg entschieden sich die Händler, „weil die Stadt von der Einwohnerzahl ähnlich groß ist, wie Döbeln“, so Elsbeth Sihombing. Selbst haben sie die Hochwasser in Döbeln nicht erlebt, denn sie sind erst im August 2013 in die Stadt gezogen. „Aber wir haben die Auswirkungen mitbekommen und die leeren Geschäfte gesehen“, so die Geschäftsfrau. Aus Gesprächen mit den Döbelnern weiß sie, wie schwer es für viele war, gleich zweimal neu anfangen zu müssen – egal, ob privat oder mit einem Unternehmen.

Die Döbelner können gut nachvollziehen, wie es den Bad Harzburgern zurzeit geht und wie viel Aufräum- und Aufbauarbeit noch vor ihnen liegt. „Wir sind froh, dass wir selbst nicht betroffen sind.“ Deshalb hoffen die Händler, dass sich viele Geschäfts- und Privatleute an ihrer Aktion beteiligen, die sie Ermutigungspaket nennen.

Ermutigungspaket

Die Aktion läuft vorerst bis zum 2.August um 12 Uhr.

Die Spenden werden in der Kaffeebar Batavia an der Sattelstraße 1 in Döbeln entgegengenommen.

Geöffnet hat diese dienstags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.

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Bis zum 2. August wollen Elsbeth und Nicolas Sihombing in ihrer Kaffeebar an der Sattelstraße in Döbeln Dinge sammeln, die Flutopfer möglicherweise gebrauchen können. „Es kann aber auch nur ein Brief mit ermutigenden Worten als nette Geste sein“, so Nicolas Sihombing. Seine Frau denkt an Gutscheine, zum Beispiel für einen Möbelanbieter oder einen Baumarkt. Dort könnten sich Betroffene selbst aussuchen, was sie am dringendsten benötigen. Ansonsten werden nur neue oder neuwertige Sachen entgegengenommen. Sind die Dinge für eine bestimmte Altersgruppe gedachte, zum Beispiel für Mädchen von acht bis zehn Jahren, sollte das auf dem Paket vermerkt werden.

Ein Spendenkonto will das Paar nicht einrichten. Nicolas Sihombing würde sich aber freuen, wenn sich Gleichgesinnte in dieser Richtung engagieren würden.

Die Spenden wollen Elsbeth und Nicolas Sihombing an die Stadtverwaltung von Bad Harzburg schicken. Sie soll diese an Bedürftige weiterverteilen. Sollte eine große Zahl an Ermutigungspaketen zusammenkommen, ist sich der Döbelner Händler sicher, dass sich ein Unternehmer aus der Region findet, der die Spenden mit einem Laster nach Bad Harzburg bringt. Von den Sihombings wird dann Kaffee mit auf die Reise gehen.