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22-facher Betrug bei Handy-Verkauf

Ein Etzdorfer soll verschiedene Mobiltelefone bei Ebay angeboten, aber nicht geliefert haben. Das sind nicht seine einzigen Vergehen.

Ein Etzdorfer hat mehrere Handys im Internet verkauft aber nicht geliefert.
Ein Etzdorfer hat mehrere Handys im Internet verkauft aber nicht geliefert. © dpa-tmn

Döbeln/Striegistal. Der 32-Jährige sitzt nicht zum ersten Mal auf der Anklagebank. Er hat bereits vier Einträge im Bundeszentralregister. Alle Taten ähneln sich.Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann gewerbsmäßigen Betrug vor. 

Zwischen dem 13. August 2018 und dem 6. Januar 2020 soll er viermal ein Smartphone Samsung Galaxy S 10 Plus und ein Apple iPhone X für Preise zwischen 380 und 510 Euro auf der Internetplattform Ebay angeboten haben. 

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Die Käufer hätten die Beträge auf sein Konto überwiesen. Er habe aber keins der Mobiltelefone geliefert.

Angeklagter hat für 17 Taten eine Bewährungsstrafe

Die letzte Tat erfolgte nur wenige Tage vor einer Verhandlung am Amtsgericht in Ludwigshafen. Dort stand der Angeklagte wegen 17 ähnlicher Taten vor Gericht. Dises bestätigte dem Mann eine positive Sozialprognose. Er war inzwischen mit seiner rheinland-pfälzischen Freundin und dem jetzt dreijährigen Kind zurück nach Etzdorf gezogen. 

Außerdem hat er einen Vollzeitjob als Auslieferungsfahrer und sich seitdem anscheinend nichts zuschulden kommen lassen. Deshalb verhängte das Ludwigshafener Gericht eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährungszeit betrug drei Jahre, ist also noch nicht abgelaufen.

Omas Adresse für Bestellungen missbraucht

Ob er denn gar nicht nachgedacht habe, so kurz vor der Verhandlung noch einmal dasselbe Delikt zu begehen, fragt Richterin Karin Fahlberg den von Beginn an geständigen Angeklagten. 

Er sei zu diesem Zeitpunkt arbeitslos gewesen und habe von dem Geld gelebt, obwohl er auch Sozialleitungen bekommen habe, so der 32-Jährige.Der Angeklagte hatte sich nicht nur unrechtmäßig Geld verschafft. 

Unter der Verwendung der Daten seiner Oma erwarb er unter anderem auch ein Handy, eine Waschmaschine und zwei Ticketgutscheine im Gesamtwert von 6.200 Euro, ohne sie zu bezahlen.Den angerichteten Schaden sollte er seither in Monatsraten von 150 Euro tilgen. Dies sei nicht erfolgt. Lediglich einem Geschädigten habe er die 400 Euro für ein nicht geliefertes Handy zurücküberwiesen. 

Dem Etzdorfer wurde außerdem ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt, doch bei dem hat er bisher sieben Termine ungenutzt verstreichen lassen – viermal unentschuldigt, dreimal entschuldigt. 

Trotzdem plädieren Staatsanwalt und Verteidiger gleichermaßen, unter Einbeziehung der Entscheidung des Ludwigshafener Gerichts, für eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Sie sollte zur Bewährung ausgesetzt werden. Der Verteidiger fordert drei Jahre, der Staatsanwalt die maximale Grenze von vier Jahren Bewährungszeit.

Richterin Karin Fahlberg verurteilt den Angeklagten wegen gewerbsmäßigen Betrugs ihn fünf Fällen zu zwei Jahren Haft, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Und sie macht dem Angeklagten klar, dass dies der allerletzte Warnschuss ist. „Sie haben massive Straftaten mit einer erheblichen kriminellen Energie begangen“, sagt sie und erteilt ihm zusätzlich Auflagen.

Angeklagter zeigt Reue und will "letzte Chance nutzen"

Der Angeklagte ist weiter einem Bewährungshelfer unterstellt. Diesem muss der Etzdorfer bis Mitte Oktober eine detaillierte Auflistung der Personen vorlegen, an die er bereits Geld zurückgezahlt hat – und die Belege dazu. Fünf Tage später beginnt die Ratenzahlung des noch offenen Restbetrages mit monatlich 150 Euro. 

„Jeden Wohnsitz- und Arbeitsplatzwechsel zeigen Sie dem Gericht sofort an. Ich will in den nächsten drei Jahren wissen, wo Sie sind“, so Karin Fahlberg. Außerdem erklärt sie sehr bestimmt, dass es jederzeit möglich sei, die Bewährung zu widerrufen, falls eine der Auflagen nicht erfüllt wird.

Der Angeklagte gibt noch einmal zu, die Taten begangen zu haben. Und er sagt: „Ich bereue das und ich will meine allerletzte Chance nutzen.“

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