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Abwasserwanne an der Wanne

Hochwasser und heftigen Regengüssen will der AZV in Zukunft besser gerüstet entgegensehen. Größere Kanäle genügen da aber nicht.

Am Wohngebiet „Wanne“ in Roßwein kann bei Starkniederschlägen von den umliegenden Feldern viel Regen- und Schmutzwasser anfallen.
Am Wohngebiet „Wanne“ in Roßwein kann bei Starkniederschlägen von den umliegenden Feldern viel Regen- und Schmutzwasser anfallen. © Dietmar Thomas

Roßwein. Fast eine halbe Million Euro investiert der Abwasserzweckverband (AZV) Obere Freiberger Mulde in diesem Jahr in neue Kanäle und Anlagen. Das kommt den Anwohnern des Wohngebietes „Wanne“ genauso zugute wie der Umwelt.

Nachdem dieses Bauvorhaben schon mehrfach verschoben werden musste, steht es 2021 auf der Projektliste und nun auch im aktuellen Verbandshaushalt. Den haben die Vertreter der Mitgliedskommune Ende Januar bestätigt. „Fördergeld haben wir bei der Sächsischen Aufbaubank beantragt“, sagt AZV-Geschäftsführer Frank Lessig.

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Baubeginn nach Ostern anvisiert

Er geht davon aus, dass die Anwohner des Wohngebietes Wanne nach Ostern mit einem Baubeginn rechnen können. Voraussetzung ist, dass ein positiver Förderbescheid eingeht und alle weiteren Formalitäten geklärt werden können. Zum Gesamtprojekt des Zweckverbandes gehört aber nicht nur die Erneuerung der ungefähr 80 Jahre alten Kanäle im Bereich Auestraße und Wiesenweg.

Teilweise werden die Kanäle größer dimensioniert, damit sie mehr Schmutz- und Regenwasser aufnehmen können. Letzteres fällt auch von umliegenden Feldflächen an. Dazu hatte es in den vergangenen Jahren einige Ermittlungen und Berechnungen gegeben.

Stauraumkanal soll Druck abmindern

Des Weiteren ist vorgesehen, einen Stauraumkanal und ein Rückhaltebecken anzulegen. Beide sind für den Fall nötig, dass – bei Hochwasser oder Starkniederschlägen – Unmengen von Wasser auf die in der Nähe gelegene Kläranlage „Fischers Teich“ zuströmen.

Das aus Richtung Wanne kommende Wasser soll in Zukunft zurückgehalten und dann dosiert an das Klärwerk abgegeben werden. Das hat nämlich auch noch den Regen und die Schmutzwasserfracht aus Teilen von Roßwein sowie aus Niederstriegis und anderen Ortsteilen aufzunehmen. Unweit der Gaststätte „Grüne Aue“ treffen sich die Leitungen, ehe nahe der Eisenbahnbrücke der Kanal aus Richtung „Wanne“ dazukommt.

In der Vergangenheit ist es vor allem bei Unwettern oder den Fluten 2002 sowie 2013 passiert, dass die Kläranlage die Schmutzwasserflut nicht bewältigen konnte. Dann ist ein Teil weniger gut geklärt in die Mulde geflossen.

Ähnliche Situationen will der AZV mit den jetzt anstehenden Investitionen in Zukunft möglichst ausschließen. An diesem „neuralgischen Punkt“ zwischen Wohngebiet und Kläranlage einen Stauraumkanal und ein Rückhaltebecken anzulegen, „das ist eine Aussage des seit Ende November 2019 vorliegenden Mischwasserkonzeptes“, sagt Frank Lessig.

In diesem Konzept hat der Verband von Fachleuten untersuchen lassen, ob die Abwasserentsorgung in der Stadt und auf dem Land „im Fluss“ ist und wo Änderungen nötig sind, um aktuellen Anforderungen unter anderem an die Wasserqualität gerecht zu werden.

Geld für Straßenbau fehlt

Außer dem Abwasserkanal werden in der Auestraße und im Wiesenweg auch die Trinkwasserleitung und sämtliche Hausanschlüsse erneuert. Und danach die Straße? Diese Frage kann der Geschäftsführer nicht beantworten. Ob die Straße nur dort wieder verschlossen wird, wo die Leitungen erneuert wurden, oder es für die gesamte Straße eine neue Decke, Gehwege und eine neue Beleuchtung gibt, „das hängt von der Leistungsfähigkeit der Stadt Roßwein ab“, so der AZV-Chef.

Idealerweise könne alles in einem Zug erledigt werden, wie 2018 zum Beispiel in der Clara-Zetkin-Straße in Roßwein passiert. Doch auch mit einem – mehr oder weniger – Flickenteppich müssten sich die Nutzer notfalls zufriedengeben.

Mittlerweile könnten Ver- und Entsorger vor allem bei nötigen Sanierungen nicht mehr darauf warten, bis alle möglichen Partner das Geld für eine Beteiligung aufbringen könnten.

Es hapert am Geld

Genau am Geld hapert es aber in Roßwein. Wie Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) zur Ratssitzung in der vergangenen Woche sagte, würde es 180.000 Euro kosten, nach dem Tiefbau eine neue Schwarzdecke aufzuziehen.

„Das haben wir nicht“, gab der Rathauschef zu. Nach aktuellen Informationen, die die Kommunen erhalten haben, sieht es nach wie vor schlecht aus mit Straßenbaufördergeld.

Und es wird nicht besser: „Ab 2022 sollen die Hilfen auf 50 bis 60 Prozent zurückgehen“, sagte Lindner. Bisher hat der Freistaat den Ausbau von Straßen mit bis zu 90 Prozent unterstützt. Für die Arbeiten im Bereich Wanne sowie die Errichtung von Stauraumkanal und Rückhaltebecken rechnet der Verband mit Kosten in Höhe von 450.000 Euro.

Knapp 400.000 Euro gibt er dann nach einmal dafür aus, um in Niederstriegis sowie an der Äußeren Wehrstraße am Rande Roßweins die Geruchsbelästigung für die Anwohner zu minimieren.

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