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Aldi setzt in Leisnig neues Marktkonzept um

Der Countdown läuft: In einer Woche können die Kunden im neuen Aldi-Markt einkaufen. Dabei geht es dort noch wie auf einer Großbaustelle zu.

Von Heike Heisig
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Auf ihr Umbauteam hält Sabine Lorse, Verkaufsleiterin bei der Aldi GmbH & Co. Beucha KG (rechts), große Stücke. Die Leute haben viel Routine und jede Menge Spaß.
Auf ihr Umbauteam hält Sabine Lorse, Verkaufsleiterin bei der Aldi GmbH & Co. Beucha KG (rechts), große Stücke. Die Leute haben viel Routine und jede Menge Spaß. © Dietmar Thomas

Leisnig. Hämmern, bohren, sägen – nahezu jedes Geräusch, was mit Werkzeug erzeugt werden kann, ist im Moment im neuen Aldi-Markt an der Ostwaldstraße in Leisnig zu hören. Trotzdem geht da noch etwas.

Eine junge Frau mit einem für die heutige Zeit großen Radiogerät schlängelt sich durch die Gänge an noch verpackten Waren vorbei. Musik ist das, was den Helfern noch gefehlt hat. Ansonsten scheint ihnen alles von der Hand zu gehen. Routiniert bauen die zwei Männer und drei Frauen Gittertische auf, in die sie später Kleidung und andere Artikel packen. Die ersten Regale mit Lebensmitteln sind schon eingeräumt. Dosen, Dauerbackwaren und Gewürze stehen für die Kunden griffbereit.

Während dessen erledigen Handwerker noch letzte Pinselstriche an den Wänden. An eine kommt später noch eine Übersicht, wie umweltfreundlich der neue Markt betrieben wird: Solaranlagen auf den Dächern, Wärmerückgewinnung, bei frischem Gemüse wie Möhren wird die Plastikverpackung weggelassen, zählt Sabine Lorse, die für mehrere Aldi-Märkte in der Region zuständige Verkaufsleiterin, nur einige Beispiele auf.

Wie sie erzählt, ist der neue Markt nicht nur in Sachen Ökologie ganz weit vorn. „Hier setzen wir auch zum ersten Mal unser neues Marktkonzept um“, sagt sie. Das bestehe sozusagen aus mehreren Bausteinen. Einer sei beispielsweise, dass die Kunden nicht gleich mit Waren unmittelbar nach der Eingangstür „überfallen“ werden, sondern erst einmal ankommen und sich wohlfühlen sollen.

Neue Art, Frisches zu präsentieren

Außer Angeboten gibt es sozusagen auf dem „Präsentierteller“ frisches Obst und Gemüse. „Darauf wird ein Fokus gerichtet“, so Sabine Lorse. Die Art der Insel-Präsentation gebe es bislang noch nirgendwo. In Leisnig soll getestet werden, wie diese bei den Kunden ankommt. Bisher finden Aldi-Kunden Obst und Gemüse weiter hinten im Markt. Das Vorrücken soll sozusagen für den neuen Stellenwert von Frischem stehen. Wie andere Märkte arbeite auch Aldi mit regionalen Produzenten zusammen, damit Obst und Gemüse frisch auf den Tisch kommen.

Obst, Gemüse und Frischfleisch – das wird das Letzte sein, was das Verkäuferteam und die Helfer am Ende dieser Woche beziehungsweise am Montag, dem Tag der Eröffnung, ab 5 Uhr morgens in die Regale räumen. Laut Sabine Lorse werden alle neun Mitarbeiter vom bisherigen Aldi-Markt an der Colditzer Straße mit in den neuen Markt umziehen.

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„Zwei weitere konnten wir gewinnen“, sagt die Verkaufschefin. Sie freut sich, dass sich für Kunden wie Mitarbeiter die Bedingungen verbessern: Der Markt ist mit etwas mehr als 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche um 200 Quadratmeter größer als der bisherige. Eine Sortimentserweiterung geht damit allerdings nicht einher.

Vielmehr gibt es breitere Gänge und damit mehr Platz zum Schauen und für Angebotspräsentationen. Vergrößert wurde im Vergleich zum jetzigen Markt der Backwaren-Bereich. Dort backen die Mitarbeiter Brot und Brötchenrohlinge fertig. Am Eingang wird eine Hygienestation stehen, die seit Corona in nahezu allen Märkten dazugehört. Und es gibt eine Kundentoilette, die nicht nur für Ältere mittlerweile wichtig ist, wenn sie das eigene Haus verlassen.

Drogeriemarkt kommt später

Vor dem neuen Aldi-Markt wird derzeit noch Pflaster verlegt, Büsche und Bäume kommen in den Boden. Radlader bringen Baumaterial von einem Ort zum anderen. Spätestens ab Donnerstag soll das Gros der Bauarbeiten aber abgeschlossen sein und mit den Feinreinigungsarbeiten begonnen werden. Die entsprechende Technik steht schon bereit.

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Sabine Lorse hat keinen Zweifel daran, dass alles bis zum Montag, wenn die ersten Kunden erwartet werden, fertig ist. Um den Zeitplan zu schaffen, werden ab diesem Mittwoch auch die Mitarbeiter des Marktes an der Colditzer Straße an ihrem neuen Arbeitsplatz sein. Bis dahin ist alles gut vorbereitet. Dafür hat „mein Umbauteam“, wie die Verkaufschefin sagt, gesorgt.

Die Männer und Frauen arbeiten in verschiedenen Aldi-Märkten. Wenn in der Region ein Umbau ansteht oder ein Neubau auszustatten ist, dann ist dieses Quintett dabei. Das Wissen, die Routine und den Spaß, mit dem die Fünf ans Werk gehen, will Sabine Lorse nicht mehr missen.

Wenn sich die Ladentüren von Aldi am Montag öffnen, dann ist es fünf Jahre her, dass es im Stadtrat von Leisnig um konkrete Umzugspläne des Discounters gegangen ist. Seitdem wurden Bebauungspläne geändert und Baurecht geschaffen. Überdies war eine Analyse nötig, weil zwischen Aldi und dem bestehenden Rewe-Markt jetzt auch ein Drogeriemarkt entstanden ist: dm.

Bis Kunden dort einkaufen können, ist noch ein wenig Geduld nötig. Voraussichtlich erst im Frühjahr wird der erste dm-Markt in der Region in Leisnig öffnen.

Die Pflasterarbeiten rund um den neuen Leisniger Aldi-Markt sind in vollem Gange. Mehrere einheimische Firmen arbeiten mit.
Die Pflasterarbeiten rund um den neuen Leisniger Aldi-Markt sind in vollem Gange. Mehrere einheimische Firmen arbeiten mit. © Dietmar Thomas
Es gibt noch jede Menge zu hämmern, zu bohren und zu streichen.
Es gibt noch jede Menge zu hämmern, zu bohren und zu streichen. © Dietmar Thomas
Hier liegen Bäume flach, genauer gesagt Ulmen und Buchen. Die werden im Freigelände gepflanzt.
Hier liegen Bäume flach, genauer gesagt Ulmen und Buchen. Die werden im Freigelände gepflanzt. © Dietmar Thomas