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Sind Geringswalder in Praxis eingebrochen?

Die 35- und der 42-jährigen Angeklagten vor dem Döbelner Amtsgericht sollen die Tat in Rochlitz begangen haben. Doch lässt sich das beweisen?

Symbolfoto: Zwei Geringswalder stehen wegen Einbruchs vor dem Amtsgericht Döbeln.
Symbolfoto: Zwei Geringswalder stehen wegen Einbruchs vor dem Amtsgericht Döbeln. © Symbolfoto: dpa

Döbeln/Geringswalde/Rochlitz. Etwas bedrückt sitzen die beiden Angeklagten im Döbelner Amtsgericht. Die 35-jährige Frau und 42-jährige Mann aus Geringswalde sind vorwiegend stumm, unterhalten sich leise mit ihren Verteidigern oder schauen auf den Boden. Doch Kontakt miteinender gibt es nicht. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen einen besonders schweren Fall des Diebstahls in Tateinheit mit Einbruch zur Last. Doch sichtlich beeindruckt sind die Verlobten davon nicht.

Laut Staatsanwalt Schmidt sollen die beiden Geringswalder am 18. Juli 2019 in der Nacht zwischen 0.30 und 7.30 Uhr in eine Tierarztpraxis in Rochlitz eingebrochen sein und knapp 50 Euro aus einer Geldkassette sowie fünf Dosen Impfstoff für Hunde geklaut haben. Außerdem sei es dabei zu einem Sachschaden von etwa 125 Euro gekommen.

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Zugang in Rochlitzer Tierarztpraxis durchs Toilettenfenster

Beide Angeklagten äußerten sich auf diese Vorwürfe nicht. Vor allem auf Anraten ihrer Rechtsanwälte. Richterin Ines Opitz ging somit in die Zeugenbefragungen über, wobei sich zunächst der betroffene Tierarzt aus Rochlitz äußerte. 

Zwar habe er die Täter in der Nacht weder gehört, noch gesehen, doch am folgenden Tag seien ihm der Einbruch sowie die gestohlenen Gegenstände aufgefallen. „Die Kassette mit dem Wechselgeld stand in einem Schrank. 

Genau dieser war offen und das Geld weg, ansonsten war alles andere unberührt“, erzählt der Veterinär. „Die Täter mussten sich in der Praxis genau ausgekannt haben, sonst hätte das so nicht ausgesehen.“

Auf Nachfrage erklärte er, dass die Kriminellen sich über das angekippte Fenster der Patiententoilette Zugang in das Objekt verschafften. Nach dem Beutezug hätten sie dann ein Fenster im Warteraum geöffnet und seien durch dieses geflohen. 

„Erst die Polizei hat dann ein Nageleisen am Fenster gefunden und zur Spurensuche mitgenommen“, sagt der Rochlitzer. Doch auf diesem haben die Kriminaltechniker keine Spuren gefunden, wie die Richterin aus der Akte entnimmt.

Bereits dritte Vorladung zum Döbelner Amtsgericht

Vorgeladen wurde auch der Sachbearbeiter der Polizei aus Rochlitz, der auf dem Revier die Aussage von der Tatverdächtigen aufnahm. In diesem Protokoll sprach die Angeklagte von einer „Zwickmühle“, weshalb sie zu dem Fall nichts aussagen wollte. Doch genau das tat die 35-Jährige bereits bei einer ersten spontanen Aussage bei der Polizei. 

Laut dem Protokoll habe sie einem anderen Beamten gesagt: „Mein Exfreund ist eingebrochen, ich bin nur mit dem Auto gefahren.“ Außerdem habe sie laut dem Protokoll Täterwissen in Bezug auf das gestohlene Bargeld, das Einbruchswerkzeug sowie die fehlenden Arzneimittel gehabt.

Doch diese Aussage sei nur in genau einem Protokoll niedergeschrieben. Dem Gericht fehlt in diesem Zuge nun die Aussage des Beamten, der bei der ersten „spontanen Äußerung“ der Angeklagten dabei war. Deshalb musste die Gerichtsverhandlung auch bei diesem Versuch erneut abgebrochen und die Fortsetzung verschoben werden.

Richterin Ines Opitz hatte in diesem Fall bereits zum dritten Mal die Angeklagten sowie Zeugen vorgeladen. Zuvor kam es immer wieder zu Verzögerungen oder zum Nichterscheinen. Nun geht es in zwei Wochen weiter.

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