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Apotheker bangen um ihr Geld

Etwa 100 Apotheken in Sachsen sind von der Insolvenz eines Dienstleisters betroffen. Ob auch Döbelner darunter sind, ist ungewiss.

Die Betroffenheit bei den Inhabern von Apotheken in der Region Döbeln ist groß, auch wenn sie nicht selbst um ihr Geld bangen müssen. Ein Düsseldorfer Apotheken-Abrechnungszentrum hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt.
Die Betroffenheit bei den Inhabern von Apotheken in der Region Döbeln ist groß, auch wenn sie nicht selbst um ihr Geld bangen müssen. Ein Düsseldorfer Apotheken-Abrechnungszentrum hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. © ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerver

Region Döbeln. Die Betroffenheit bei den Inhabern von Apotheken in der Region Döbeln ist groß, auch wenn sie nicht selbst um ihr Geld bangen müssen. Für alle ist unverständlich, wieso ein großes Düsseldorfer Apotheken-Abrechnungszentrum Insolvenz anmelden muss und dadurch die Existenz von Apotheken gefährdet wird.

„Ob es eine oder mehrere Apotheken in der Region Döbeln betrifft, weiß ich nicht“, sagte Andrea Bachmann, Regionalsprecherin der Apothekenkammer Sachsen. Sie findet es „unglaublich“, dass so etwas überhaupt passieren kann. Ihr sei es ein Rätsel, wieso das Geld, das von den Krankenkassen an den Dienstleister zur Weiterberechnung an die Apotheken gezahlt worden ist, überhaupt verschwinden kann. Es müsse veruntreut worden sein. 

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„Es ist höchst fraglich, wieso die Aufsicht beziehungsweise Kontrolle nicht funktioniert hat“, sagte Bachmann. Außerdem findet es die Inhaberin der Roßweiner Löwen-Apotheke nicht in Ordnung, dass das Geld, das den Apothekern gehört, mit in die Insolvenzmasse fließt, und damit die Chancen ausstehende Beträge zu bekommen, gering ist.

Für anderen Abrechnungsdienstleister entschieden

„Es ist schlimm, wenn man unverschuldet in Zahlungsschwierigkeiten kommt, oder gar um seine Existenz bangen muss“, so Bachmann. Auch wenn sie selbst nicht betroffen sei, finde sie das entsetzlich.

Apothekerin Ina Herrmann aus Ostrau nimmt an, dass in der Region, wenn überhaupt, nur wenige von der Insolvenz des Dienstleisters betroffen sind. „Als wir nach der Wende die Apotheken neu gegründet haben, wurde uns von den Beratern meist die VSA als Dienstleister für die Zahlungsabwicklung mit den Krankenkassen empfohlen. 

Die meisten haben dieses Angebot angenommen“, so Herrmann. Allerdings habe das Düsseldorfer Unternehmen bessere Preise geboten. Da könnte es schon sein, dass sich der eine oder andere umentschieden hat, so die Ostrauerin. Sie sei froh, selbst nicht von der Pleite betroffen zu sein. Denn einen solchen Verlust auszugleichen, sei sicher nicht immer möglich, die Pleite für einige existenzbedrohend.

Apothekerverband soll helfen

Auch Stefan Leutert von der Rosen-Apotheke in Döbeln ist froh, nicht betroffen zu sein. Ihm würden die Kollegen leidtun, die unverschuldet Geld verlieren. „Dass so etwas passieren kann, damit hat keiner gerechnet.“ 

Die Apotheken seien auf die Abrechnungsdienstleister angewiesen. Es sei ein komplexes Prozedere, wie die verschriebenen Medikamente bei den Krankenkassen abgerechnet werden. Das könne kein Apotheker neben der Arbeit leisten. 

Leutert hofft, dass der Apothekerverband für die Betroffenen eine Lösung findet.

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