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Döbeln

Mittelsachsen: Weniger Arbeitslose als erwartet

Trotz Lockdown ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember nur gering gestiegen. Viele setzen nach wie vor auf Kurzarbeit.

Fast 2.200 Anwohner aus der Region Döbeln waren im Dezember bei der Agentur für Arbeit Freiberg arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,7 Prozent.
Fast 2.200 Anwohner aus der Region Döbeln waren im Dezember bei der Agentur für Arbeit Freiberg arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,7 Prozent. © dpa

Mittelsachsen. Es sind vor allem Mitarbeiter aus der Landwirtschaft, dem Bauwesen oder Transport, die sich im Dezember bei der Agentur für Arbeit Freiberg arbeitslos gemeldet haben. Sie haben jedoch nur zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Mittelsachsen geführt, wie aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht für den Landkreis hervorgeht. Jener wurde am Dienstag vorgelegt.

Demnach ist die Arbeitslosigkeit im Kreis im Vergleich zu November um 0,7 Prozent gestiegen. Rund 8.100 Frauen und Männer hatten im Dezember keinen Job, knapp 50 mehr als im Vormonat. Auf die Arbeitslosenquote hatte das kaum einen Einfluss. Sie liegt nach wie vor bei 5,1 Prozent wie im November. Vor einem Jahr war sie mit 4,6 Prozent allerdings deutlich niedriger. Damals hatte rund 800 Mittelsachsen mehr eine Arbeit als jetzt.

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Im Bereich Döbeln ist die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat allerdings leicht gestiegen, ebenso in den Bereichen Hainichen und Flöha. In Döbeln liegt die Quote nun bei 6,7 und ist nach wie vor am höchsten im Kreis, in Flöha mit 4,1 am niedrigsten.

Anstieg geringer als erwartet

Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit hat nach Angaben von Susan Heine, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg, vorwiegend saisonale Gründe. Der Anstieg sei jedoch geringer ausgefallen, als erwartet.

„Der mittelsächsische Arbeitsmarkt blieb trotz der, von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zuletzt auf einem leichten Erholungskurs. Vor allem die Kurzarbeit konnte im Wesentlichen einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit abfedern und hat viele Arbeitsplätze erhalten“, so Heine.

Bis Ende November sind nach Angaben der Agentur von rund 4.400 Unternehmen für knapp 47.400 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet worden. Im Dezember seien noch einmal knapp 520 vorläufige Anzeigen für rund 4.600 Mitarbeiter hinzugekommen. Zum Vergleich dazu betrug die Zahl der Anzeigen im September knapp 40 vorläufige Anzeigen für rund 460 Arbeitnehmer.

Bereits im November waren die Anzeigen für die konjunkturelle Kurzarbeit deutlich gestiegen. Die Zahlen „lassen die Auswirkungen des erneuten Lockdown auf den Arbeitsmarkt erkennen“, sagte Agentursprecherin Antje Schubert. Im August waren für rund 9.200 Beschäftigte aus rund 1.000 Unternehmen Kurzarbeit abgerechnet worden. Angezeigt wurde deutlich mehr.

Weniger neue Stellen ausgeschrieben

Doch nicht nur bei der Kurzarbeit zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie. Nach wie vor sind die Unternehmen auch zurückhaltend bei der Ausschreibung neuer Stellen. So wurden der Agentur im Dezember gerade einmal knapp 300 neue Stellen gemeldet, im Vorjahr waren es fast doppelt so viele.

„Das zurückhaltende Einstellungsverhalten der Unternehmen in der Coronakrise macht sich bemerkbar. Dies spiegeln die Abgänge in Erwerbstätigkeit und der gemeldeten Stellenangebote wider. Positiv festzustellen ist, dass die Arbeitslosigkeit zum Vorjahresmonat nicht mehr so gravierend steigt wie noch die letzten Monate“, bilanziert Susan Heine.

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