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Mehr Anzeigen von Kurzarbeit in Mittelsachsen

Trotz der zweiten Corona-Welle hat sich der mittelsächsische Arbeitsmarkt im November stabilisiert. Mitarbeiter sollten sich jetzt weiterbilden.

Zweite Welle und zweiter Lockdown, das lässt auch die Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit in Freiberg erneut ansteigen.
Zweite Welle und zweiter Lockdown, das lässt auch die Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit in Freiberg erneut ansteigen. © SZ/Uwe Soeder

Mittelsachsen. Über den Sommer hatte es einen leichten Rückgang bei den Anzeigen von Kurzarbeit gegeben. Mit der zweiten Corona-Welle und den beschlossenen Einschränkungen sind nun allerdings die Anzeigen wieder gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit hervor, der am Dienstag für Mittelsachsen veröffentlicht wurde.

Demnach haben im November knapp 300 neue vorläufige Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für fast 2.400 Beschäftigte die Agentur für Arbeit erreicht. Die vorläufigen Anmeldungen im Oktober beliefen sich hingegen auf 43 Anzeigen für knapp 340 Arbeitnehmer. In jenem Monat betrug die Zahl der Firmen, die das Instrument für rund 44.900 Angestellte angezeigt hatten, insgesamt knapp 4.000.

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Susan Heine, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg, appelliert weiter an die Firmen, auf das Mittel der Kurzarbeit zurückzugreifen. Denn damit könnten Beschäftige auch während der nächsten herausfordernden Monate in den Unternehmen gehalten werden.

"Vor allem die Kurzarbeit konnte im Wesentlichen einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit abfedern und hat viele Arbeitsplätze erhalten", äußerte sich Heine. Sie gibt den Unternehmen zudem den Rat, die zur Verfügung stehenden Zeit für Qualifizierungsmaßnahmen sowie Weiterbildungen für die Mitarbeiter zu nutzen.

Ende November stehen nun auch die Zahlen für die abgerechnete Kurzarbeit im Sommer fest. So sind im Juni für knapp 18.500 Mitarbeiter aus rund 2.000 Unternehmen Gelder abgerechnet worden. Hier wird erneut deutlich, dass oft mehr Kurzarbeit angezeigt wird, als letztendlich abgerechnet. Denn bis Ende Juni hatten knapp 3.800 Unternehmen für rund 42.000 Beschäftigte ihren Bedarf angezeigt. Im Juli waren die abgerechneten Fälle weiter rückläufig. Hier gab es Kurzarbeitergeld für knapp 11.400 Beschäftigte aus 1.170 Unternehmen.

Stabile Arbeitslosenquote im Altkreis

Knapp 2.140 Personen aus dem Altkreis Döbeln waren im November ohne Job. Das sind nur neun Anwohner weniger als im Vormonat, aber knapp 330 mehr als im November 2019. Die Arbeitslosenquote für den Altkreis ist aufgrund der geringen Veränderung auch weitestgehend stabil bei 6,6 Prozent geblieben und nach wie vor die höchste im Landkreis. Auch in der Region Hainichen blieb die Quote im Vergleich mit Oktober unverändert (4,9 Prozent).

Für ganz Mittelsachsen ist im November sogar eine leichte Senkung der Quote um 0,1 auf 5,1 Prozent festzustellen. So galten 8.060 Frauen und Männer als arbeitslos, 116 weniger als noch im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Differenz allerdings deutlich größer aus. Im November 2019 hatten fast 1.000 Menschen mehr einen Job in Mittelsachsen.

Die leicht positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt führt Susan Heine auf eine leichte Belebung des Marktes zurück. "Zur positiven Entwicklung hat unter anderem beigetragen, dass sich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden konnten als Neue hinzukamen", erklärte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.

Insbesondere bei den unter 25-Jährigen habe es einen stärkeren Abgang in die Beschäftigung gegeben. Hinzukomme, dass die Agentur für Arbeit mittels Förderinstrumenten bei Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt sowie berufliche Einstiegschancen ermöglicht habe.

Deutlich weniger freie Stellen als 2019

Geblieben ist auch der Trend für 2020, dass die Unternehmen weniger freie Stellen ausschreiben. Für November wurden der Agentur 330 neue Stellen gemeldet, 12,5 Prozent weniger als im Oktober, 290 Stellen weniger als im selben Monat 2019.

Gerade im Vergleich mit dem Vorjahr wird die Stellenentwicklung besonders deutlich. Hier lagen fast 44 Prozent mehr Stellenangebote vor, als dies jetzt der Fall ist. Aktuell können sich Arbeitssuchende auf rund 1.500 Angebote hin bewerben.

Deutlich erkennbar sei der Rückgang an Stellenangeboten vor allem im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes sowie in der Zeitarbeit, schildert Antje Schubert, Sprecherin der Agentur für Arbeit Freiberg.

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