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Arbeitsmarkt in Mittelsachsen hält sich stabil

Der Bedarf an Arbeitskräften ist leicht gestiegen. Dennoch ist die Jobsuche schwieriger geworden.

Im Landkreis Mittelsachsen waren im Februar 8.741 Menschen arbeitslos gemeldet.
Im Landkreis Mittelsachsen waren im Februar 8.741 Menschen arbeitslos gemeldet. © dpa

Mittelsachsen. Im Landkreis Mittelsachsen waren im Februar 8.741 arbeitslose Frauen und Männer gemeldet. Das sind 28 oder 0,3 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,5 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 5,0 Prozent. Aktuell sind 777 Personen beziehungsweise 9,8 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Der Arbeitsmarkt in Mittelsachsen hält sich trotz des Lockdowns stabil. Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Februar ganz leicht gesunken. Die Unternehmen in der Region haben uns 466 neue Stellen gemeldet. Das sind 198 mehr als im Januar. So konnten wieder mehr Menschen eine Beschäftigung aufnehmen“ sagte Susan Heine, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg.

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Firmen schreiben weniger Stellen aus

Jedoch sei es für Jobsuchende zunehmend schwieriger, eine neue Beschäftigung zu finden. Zum einen schreiben viele Firmen weniger Stellen aus, zum anderen ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Februar des vergangenen Jahres kamen etwa 3,0 Arbeitslose auf eine Stelle, nun sind es mit 6,3 mehr als doppelt so viele. Hinzu kommt, dass die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen von Branche zu Branche teils stark variieren.

Bewerber sollten sich auch offen für andere Branchen und Bereiche zeigen. Die Arbeitsagentur investiert bei Bedarf und Notwendigkeit weiterhin intensiv in individuelle Förderungen und Qualifizierungen mit dem Ziel einer langfristigen und nachhaltigen beruflichen Integration. „Arbeitssuchende sollten mit den Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit sprechen. Sie beraten zu Qualifizierungslehrgängen, Weiterbildungen oder Umschulungen“, rät Susan Heine.

Kurzarbeit steigt an

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war in fast allen Regionen – ausgenommen Hainichen – zu spüren. Die Geschäftsstelle Flöha nimmt mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent den 1. Platz im Landkreis ein. Danach folgen Rochlitz mit 4,7 Prozent, Hainichen mit 5,3 Prozent und Freiberg mit 5,4 Prozent. Döbeln verbleibt mit 7,1 Prozent auf dem hinteren Rang. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit in allen Regionen des Landkreises. Den stärksten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen Hainichen mit 13,2 Prozent und Döbeln mit 12,8 Prozent.

Neu beziehungsweise erneut arbeitslos meldeten sich im Februar 1.196 Personen. Davon wurden 531 nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 255 nach einer Ausbildung oder einer Maßnahme arbeitslos. Demgegenüber standen 1.234 Personen, die ihre Arbeitslosigkeit beendeten. Im Februar konnten 460 Menschen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Das sind 59 beziehungsweise rund 15 Prozent mehr als im Januar. 190 begannen eine Ausbildung oder eine sonstige Bildungsmaßnahme.

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit Freiberg 734 neue Arbeitsstellen gemeldet. Der Gesamtbestand an Arbeitsstellen liegt damit bei 1.400 Stellen. Das sind 122 (9,5 Prozent) mehr als im Januar, jedoch 1.245 oder 47,1 Prozent weniger als im Februar des vergangenen Jahres.

Ausbildungsmarkt ausgeglichen

Im Laufe der Corona-Pandemie haben fast 5.000 Unternehmen im Landkreis Mittelsachsen Kurzarbeitergeld angezeigt. In den Sommermonaten schwächte sich das Infektionsgeschehen ab, sodass die Anzeigen auf Kurzarbeit zurückgegangen sind. Seit November ist wieder ein Anstieg der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld zu verzeichnen. Im Januar zeigten 489 Unternehmen Kurzarbeit an, und im Februar waren es weitere 164 vorläufige Anzeigen. Im Oktober wurde für 821 Unternehmen mit 7.464 Beschäftigten Kurzarbeit abgerechnet.

Auf dem Ausbildungsmarkt wurden der Arbeitsagentur Freiberg seit Oktober des vergangenen Jahres 1.147 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Demgegenüber stehen 1.146 Mädchen und Jungen, die einen Ausbildungsstelle suchen. Somit kommt aktuell ein Jugendlicher auf eine Ausbildungsstelle.

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