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Weniger Mittelsachsen in Kurzarbeit

Die Arbeitsmarkt-Zahlen für Oktober zeigen eine positive Entwicklung, vor allem im Altkreis. Das aber hat vor allem saisonale Gründe.

Die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit beantragt worden ist, ist im Juni gesunken.
Die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit beantragt worden ist, ist im Juni gesunken. © Jens Büttner/dpa (Symbolbild)

Mittelsachsen. Der Beginn des neuen Ausbildungsjahres, der Start einer Qualifizierung - die Gründe sind saisontypisch. Doch sie bewirken eine leichte Besserung auf dem Arbeitsmarkt in Mittelsachsen. Das geht aus dem am Donnerstag von der Agentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktbericht für Oktober hervor. 

Vor allem in der Region Döbeln ist die Zahl der Arbeitslosen stark zurückgegangen (- 5 Prozent). Damit gelten derzeit rund 2.150 Personen im Altkreis als arbeitslos, 114 Frauen und Männer weniger als noch im September. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind dies jedoch für Oktober fast 300 Personen mehr, die derzeit keinen richtigen Job haben. Die aktuelle Arbeitslosenquote für die Region ist mit 6,6 Prozent nach wie vor die höchste im Agenturbezirk Freiberg. Am geringsten fällt die Quote mit 4,2 im Raum Flöha aus. 

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Im gesamten Landkreis waren im Oktober rund 8.200 Menschen ohne Job, knapp 260 weniger als noch im September, aber immer noch über 1.000 mehr als im Oktober 2019. Die Arbeitslosenquote für Mittelsachsen beträgt 5,2 Prozent. 

Besonders hoch ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober vor allem in den Bereichen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sowie in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, wie aus dem Bericht hervorgeht. 

"Ein Rückgang im Herbst ist durch saisonale Faktoren, wie dem Ausbildungsbeginn oder dem Anlaufen von Weiterbildungen und Umschulungen üblich. Das ist auch in Mittelsachsen so", äußerte sich Susan Heine, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg.  Im Oktober hätten mehr Menschen eine Erwerbstätigkeit  aufgenommen, sich aber gleichzeitig weniger Menschen nach einer Qualifizierung erneut arbeitslos gemeldet, fügte Heine hinzu. 

Weniger Kurzarbeiter im Juni

Dennoch ist der Arbeitsmarkt nach wie vor geprägt von der Corona-Pandemie. Zu sehen ist das nicht nur am Vergleich mit den Zahlen aus dem Vorjahr. Sondern auch an den beantragten und abgerechneten Beträgen für Kurzarbeit sowie an den ausgeschriebenen freien Stellen auf dem Arbeitsmarkt. 

Bis Ende September haben über 4.000 Unternehmen aus Mittelsachsen für rund 44.200 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Im Oktober sind nach Angaben der Agentur noch einmal über 40 Unternehmen mit Anzeigen für rund 340 Arbeitnehmer hinzugekommen. "Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lassen deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen", heißt es im aktuellen Bericht. 

Festzustellen ist jedoch, dass meist für weniger Unternehmen und Arbeitnehmer das Kurzarbeitergeld abgerechnet wird, als beantragt worden ist. Die Zahlen dafür können allerdings immer erst rückwirkend angegeben werden. So wurde im Mai für insgesamt rund 18.500 Beschäftigte aus rund 2.000 Unternehmen Kurzarbeit abgerechnet. Angezeigt wurde die Kurzarbeit hingegen von rund 3.700 Unternehmen für knapp 40.700 Personen. 

Deutlich geworden ist auch, dass über den Sommer das Thema Kurzarbeit für weniger Firmen relevant gewesen war. So sank im Juni die Zahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit abgerechnet worden ist, auf rund 13.900 aus knapp 1.500 Betrieben. 

Personal für Produktion gesucht

Noch immer zögerlich sind die Firmen auch im Oktober mit der Ausschreibung von freien Stellen gewesen. Die Zahl der Jobangebote lag bei rund 1.400, im Vorjahr lagen der Agentur fast doppelt so viele Stellenangebote zur Ausschreibung vor. 

Insgesamt wurden bisher in diesem Jahr von den Betrieben im Landkreis rund 4.600 Stellen ausgeschrieben. Im Vergleich zum selben Zeitraum 2019 sind dies rund 1.600  weniger. 

Gesucht wird den statistischen Angaben der Agentur nach vor allem Personal für die Bereiche Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, kaufmännische Dienstleistungen, Handel und Vertrieb sowie in den Branchen Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung. 

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