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Döbeln

Mehr Arbeitslose in Mittelsachsen

Der Anstieg ist saisonbedingt, aber deutlicher als im Vorjahr. Positiv ist, dass die Firmen weiter ausbilden wollen.

Rund 8.800 Mittelsachsen haben sich im Januar bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Vor einem Jahr waren es fast 700 Personen weniger.
Rund 8.800 Mittelsachsen haben sich im Januar bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Vor einem Jahr waren es fast 700 Personen weniger. © dpa

Mittelsachsen. Noch immer sind die Auswirkungen des zweiten Lockdown auf den mittelsächsischen Arbeitsmarkt eher gering. Das zumindest geht aus dem aktuell vorliegenden Arbeitsmarktbericht für den Landkreis hervor, der am Freitag erschienen ist. Die Arbeitslosigkeit ist zwar gestiegen, aber nur in geringem Maß. Zudem ist die Zahl der Bezieher von Kurzarbeit weiter gestiegen.

Rund 8.800 Frauen und Männer waren im Januar bei der Behörde arbeitslos gemeldet. Das sind rund 650 mehr als im Dezember, die Arbeitslosenquote ist von 5,1 auf 5,6 Prozent gestiegen. In der Region Döbeln ging die Quote auf 7,2 Prozent hoch und ist damit nach wie vor am höchsten im Landkreis.

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„Dieser Anstieg von Dezember auf Januar ist üblich und bewegt sich im Niveau des Vorjahres. Gründe für diese typische Entwicklung sind zum Beispiel auslaufende Beschäftigungsverhältnisse zum Quartals- beziehungsweise Jahresende“, äußerte sich Susan Heine, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg.

Darüber hinaus sei aber auch festzustellen, dass sich vor allem Männer arbeitslos melden. Sie kämen laut Heine aus den Bereichen Hoch- und Tiefbau, Garten- und Landschaftsbau sowie der Forst- und Landwirtschaft.

Mehr Kurzarbeit, weniger Stellen

Lediglich im Vergleich mit den Zahlen von Januar 2019 zeigt sich ein gewisser Corona-Effekt. Denn noch vor einem Jahr hatten rund 800 Mittelsachsen mehr einen Job. Die Arbeitslosenquote betrug 5,0 Prozent. „Anhand der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit ist aber zu erkennen, dass die Betriebe in unserer Region aktuell sehr bemüht sind, ihre Belegschaft zu halten“, so Heine. Bis Ende Dezember 2020 wurde von fast 4.900 mittelsächsischen Unternehmen für knapp 52.000 Personen Kurzarbeit angezeigt. Im Januar kamen laut Agentur 400 vorläufige Anzeigen für rund 3.700 Mitarbeiter hinzu.

„Die Anzeigen sind seit November wieder deutlich gestiegen. Sie lassen die Auswirkungen des erneuten Lockdowns auf dem Arbeitsmarkt erkennen“, sagt Heine. Zum Vergleich: Im September wurde für rund 880 Firmen mit 8.400 Beschäftigten Kurzarbeit abgerechnet.

Auch auf den Stellenmarkt wirkt sich die Pandemie aus. So wurden im Januar lediglich rund 270 neue Jobs gemeldet. Der Gesamtbestand an freien Stellen lag damit bei rund 1.300. Im Vorjahr waren es fast doppelt so viele. Personal gesucht werde derzeit vor allem in den Bereichen Nahrungsmittel -und Metallindustrie sowie Einzelhandel und Gesundheitswesen.

Firmen suchen über 1.000 Azubis

Als positiv betrachtet werden kann die Tatsache, dass die Unternehmen trotz der Krise weiter an den Ausbildungen festhalten. So sind der Agentur bisher bereits über 1.000 Ausbildungsstellen gemeldet worden, sagte Susan Heine.

Problem sei, dass sich nach wie vor viele Schüler eher für ein Studium oder eine weiterführende Schule entscheiden. „Corona verschärft diese Situation und bringt Unsicherheit bei den Jugendlichen“, erklärt Susan Heine. Sie rät den Heranwachsenden, sich zeitnah Hilfe von den Berufsberatern zu holen.

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