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Auf den Hund gekommen

Während der Pandemie ist die Zahl der angemeldeten Tiere in einigen Orten gestiegen. Nicht nur dabei gibt es Unterschiede.

Die Zahl der angemeldeten Hunde ist in einigen Kommunen der Region im vergangenen Jahr gestiegen. Mancher Besitzer begegnete mit der Anschaffung der Einsamkeit während des Corona-Lockdowns.
Die Zahl der angemeldeten Hunde ist in einigen Kommunen der Region im vergangenen Jahr gestiegen. Mancher Besitzer begegnete mit der Anschaffung der Einsamkeit während des Corona-Lockdowns. © dpa-tmn

Mittelsachsen/Region Döbeln. Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen dominieren seit einem Jahr das Leben. Im Frühjahr 2020 und seit Ende des vergangenen Jahres sollten die Menschen das Haus oder die Wohnung nur aus einem triftigen Grund verlassen. Das Gassi gehen mit einem Hund gehört dazu.

Das ermöglicht gleich mehrfach am Tag die Bewegung an frischer Luft und – wenn auch mit Abstand – die Begegnung mit anderen Menschen. Deshalb soll sich die Zahl der Vierbeiner 2020 im Vergleich zu den Vorjahren erhöht haben. Können das die Kommunen in der Region bestätigen?

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Wie viele Hunde wurden im Vergleich zu 2018/19 im Jahr 2020 angemeldet?

In Döbeln sind derzeit 1.220 Hunde registriert. Das sind 120 mehr als im Jahr 2018. In Mittweida und Ostrau sei kein Anstieg an angemeldeten Hunden zu verzeichnen, erklären die Kommunen und nennen eine derzeitige Zahl von 618 Tieren in Mittweida sowie rund 380 in Ostrau.

Dagegen gab es in Freiberg einen leichten Anstieg von 1.153 Hunden im Jahr 2018 auf 1.206 Tiere Ende 2020. Rund 500 Hunde leben in Roßwein und den Ortsteilen der Stadt. Ein Trend, dass sich mehr Menschen einen Hund angeschafft haben, sei nicht zu verzeichnen, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Um genau 50 Tiere auf insgesamt 592 Hunde hat sich die Zahl in Leisnig von 2018 bis 2020 erhöht. Davon leben 222 in der ehemaligen Gemeinde Bockelwitz (+10). 21 Hunde wurden 2018 in der Gemeinde Kriebstein neu angemeldet, 2019 waren es 19 und im vergangenen Jahr 29. Insgesamt gibt es 176 Hunde, mit 49 die meisten in Grünlichtenberg.

Wie viele Tiere sind als gefährliche Hunde eingestuft?

Ein Hund ist jeweils in Döbeln, Leisnig, Ostrau und Freiberg als gefährlich eingestuft worden, sechs sind es in Mittweida. Dagegen sind in Roßwein keine gefährlichen Hunde registriert.

Auch Kriebstein hatte einen Hund als gefährlich angesehen. „Durch ein Gutachten vom Ordnungsamt des Landkreises Mittelsachsen wurde die Gefährlichkeit jedoch widerlegt“, so die Gemeindeverwaltung.

Wie hoch sind die Hundesteuern pro Jahr und wie sind sie gestaffelt?

Die Höhe und die Einteilung der Hundesteuern sind regional sehr unterschiedlich. Für den ersten Hund zahlen die Besitzer in Döbeln 48 Euro und für den zweiten Hund 96 Euro. In Mittweida ist die Steuer dreigeteilt: für den ersten Hund 50 Euro, für den zweiten 55 Euro und für jeden weiteren Hund 60 Euro.

In Freiberg gibt es vier Beträge: für den ersten Hund 60 Euro, für den zweiten 75 Euro, für jeden weiteren 90 Euro und für einen Wachhund 30 Euro. „Gewerblich genutzte Hunde und Tiere von nachweislich Behinderten sind von der Steuer befreit“, erklärt Sandra Eberbach von der Pressestelle der Stadt Freiberg.

In Roßwein ist die Hundesteuer in sechs Beträge gestaffelt: 37 Euro für den ersten, 47 Euro für den zweiten und 56 Euro für jeden weiteren Hund sowie 295 Euro für den ersten gefährlichen Hund, 369 für den zweiten und 442 Euro für jeden weiteren Hund dieser Kategorie. Sechs Beträge sind es auch in Leisnig: erster Hund 42 Euro, zweiter 48 Euro, jeder weitere 60 Euro sowie erster gefährlicher Hund 240 Euro, zweiter 360 Euro und jeder weitere 480 Euro.

Wieder anders ist die Staffelung in der Gemeinde Ostrau: für den ersten und zweiten Hund werden jeweils 26 Euro fällig, für den dritten und vierten je 58 Euro, für den fünften und sechsten je 84 Euro, ab dem siebten Hund 150 Euro sowie für einen gefährlichen Hund 208 Euro. 40 Euro für den ersten, 80 Euro für den zweiten und 100 Euro für jeden weiteren Hund zahlen die Kriebsteiner.

Wann wurden die Steuern zuletzt erhöht oder ist dies vorgesehen?

„Die Hundesteuer ist in Döbeln seit mehr als 22 Jahren gleichbleibend und eine Änderung nicht vorgesehen“, erklärt Stadtsprecher Thomas Mettcher. Auch in Mittweida hat sich die Steuer seit über 20 Jahren nicht geändert. „Eine Erhöhung ist gegenwärtig nicht geplant“, so Francis Pohl. Gleiches gilt in Freiberg.

Die Ostrauer Hundehalter zahlen seit 17 Jahren und die Leisniger seit 16 Jahren denselben Steuersatz. Seit der Eingliederung der Gemeinde Bockelwitz im Jahr 2012 gelten die Leisniger Beträge auch dort.

In demselben Jahr wurden die Steuern zum letzten Mal in Ostrau angepasst. „Damit wurde in erster Linie das Ziel verfolgt, die private Haltung vieler Hunde empfindlich zu verteuern“, so Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Dies sei eine Reaktion auf einen illegal entstandenen Hundegnadenhof gewesen.

Wofür werden die eingenommenen Hundesteuern verwendet?

Die Stadt Döbeln kalkuliert in diesem Jahr mit Einnahmen aus der Hundesteuer in Höhe von rund 61.100 Euro. „Die Mittel fließen in den Gesamthaushalt ein und werden für verschiedene Aufgaben verwendet“, so der Stadtsprecher.

Er nennt als Beispiele Kehrleistungen, die Unterhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen sowie der Kitas, Schulen und der Bibliothek. Als allgemeines Deckungsmittel, das in den Haushalt einfließt, wird die Hundesteuer auch in Mittweida, Freiberg, Kriebstein, Leisnig, Roßwein sowie Ostrau verwendet.

Und Ostraus Bürgermeister weist darauf hin, dass aus der Hundesteuer kein Anspruch auf eine konkrete Leistung, wie das Beseitigen von Hundekot durch Bauhofmitarbeiter bestehe.

„Einige Hundebesitzer scheinen das irrtümlich zu glauben. Anders kann man sich die Kothaufen auf den Wegen nicht erklären. In Ostrau sagt man dazu: An einem Ende der Leine ist der Hund, am anderen Ende das Schwein“, benennt Dirk Schilling deutlich, was auch in anderen Kommunen immer wieder für Ärger sorgt.

In welchen Bereichen der Kommunen besteht Leinen- und Maulkorbpflicht?

Die Pflicht, wo ein Hund an der Leine zu führen ist und wann er einen Maulkorb tragen muss, ist in allen Kommunen in der jeweiligen Polizeiverordnung geregelt. Diese variiert von Ort zu Ort.

In Döbeln ist die Leinenpflicht auf öffentliche Gehwege und Fußgängerzonen beschränkt, in Ostrau gilt sie generell im öffentlichen Bereich. In Mittweida muss der Hund innerhalb der Wohnbebauung sowie in Grün- und Erholungsanlagen an der Leine geführt werden und muss bei größeren Menschenansammlungen zusätzlich einen Maulkorb tragen.

Ähnliches gilt in Freiberg, Leisnig und Kriebstein. In Leisnig müssen die Halter ihre Tiere zudem von öffentlich zugänglichen Kinderspielplätzen sowie öffentlichen Sportanlagen und Liegewiesen fernhalten. Und in Kriebstein sind auch Waldgebiete in die Vorschriften einbezogen.

Wie werden Verstöße gegen die Leinen- und Maulkorbpflicht geahndet?

In allen Kommunen gelten solche Verstöße als Ordnungswidrigkeit und können mit einer Geldbuße geahndet werden. Die Spanne der Beträge ist sehr groß. Ein Verwarngeld in Höhe von 55 Euro wird in Döbeln fällig.

„Im Wiederholungsfall kann der Betrag auch darüber liegen“, so Stadtsprecher Thomas Mettcher. In Mittweida beträgt die Geldbuße mindestens 5 und höchstens 5.000 Euro, bei fahrlässiger Zuwiderhandlung höchstens 2.500 Euro, so die Stadtsprecherin.

In Kriebstein sind es zwischen 5 und 1.000 Euro und bei Fahrlässigkeit bis zu 500 Euro. Moderat geht es in Ostrau zu. Werden Verstöße gemeldet und können belegt werden, erfolgt eine Ermahnung. Erst bei weiteren Verstößen wird ein nicht näher benanntes Bußgeld erhoben.

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