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Ausbaupläne in der Papierfabrik Kriebstein

Kübler & Niethammer will am Standort Kriebethal expandieren. Darüber haben die Chefs jetzt die Bürgermeisterin informiert.

Auf einer Wiese entlang der Straße will die Firma Kübler & Niethammer in Kriebethal eine weitere Halle errichten.
Auf einer Wiese entlang der Straße will die Firma Kübler & Niethammer in Kriebethal eine weitere Halle errichten. © Lars Halbauer

Kriebethal. Im September dieses Jahres sollen die Bauarbeiten auf einer bislang noch leeren Grünfläche entlang der Straße beginnen. Das hat Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) vor etwa zwei Wochen von den beiden neuen Geschäftsführern erfahren.

Im September vergangenen Jahres war die damals angeschlagene Papierfabrik von der Fesco GmbH, einem Unternehmen der Schönfelder Gruppe aus Annaberg-Buchholz, übernommen worden. Aufgrund der Übernahme konnte damals das bereits laufende Insolvenzverfahren beendet werden.

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Neue Halle soll entstehen

Wie Maria Euchler in der Gemeinderatssitzung am Montagabend informierte, habe das Unternehmen in Kriebethal große Ausbaupläne. Unter anderem soll eine neue Halle errichtet werden.

Den Bauantrag dafür habe die Firma bereits vor elf Jahren gestellt und auch schon die Baugenehmigung erhalten. Zwischenzeitlich hatte die Papierfabrik mehrere Eigentümer. „Aber jeder hat den Bauantrag vor Ablauf der Frist immer wieder aktualisiert, so dass die Genehmigung heute noch gültig ist“, so die Bürgermeisterin.

Für den Bau der neuen Halle haben bereits die allerersten Vorbereitungen begonnen. Und die haben bei den Anwohnern von Kriebethal für Verwunderung und teilweise auch Ärger gesorgt.

Ärger wegen Baumfällarbeiten

Die Wiese, auf der gebaut werden soll, war vor einigen Jahren mit Obstbäumen bepflanzt worden, an die zum Teil Namensschilder von den Anwohnern angebracht waren. Die Bäume sind im Februar gefällt worden. „Dass sie vor Jahren dort gepflanzt worden sind, ist aber schon ein Fehler gewesen. Es hätte klar sein müssen, dass es für die Fläche einen Bebauungsplan gibt“, so die Bürgermeisterin.

Als fest stand, dass mit den Bauarbeiten nun im September begonnen werden soll, habe die Geschäftsleitung nur noch wenige Tage gehabt, um die Bäume genehmigungsfrei fällen zu können.

Deshalb habe sie so schnell reagieren müssen. Den Angestellten sei die Möglichkeit eingeräumt worden, die Bäume auszugraben, sich in eine Liste einzutragen und auf Kosten des Unternehmens einen neuen Baum zu erwerben.

Großer Zuspruch für Standort in Kriebstein

Wie die Bürgermeisterin erklärte, habe sie mit den beiden Geschäftsführern auch über die künftige Zusammenarbeit gesprochen. „Mir wurde versichert, dass die Geschäftsleitung an den Standort in Kriebethal glaubt, sonst wäre man nicht hier“, sagte Maria Euchler.

Die Kübler & Niethammer Kriebstein GmbH ist weltweit einziger Hersteller nass- und laugenfester Etiketten aus 100 Prozent Recyclingpapier mit Blauem Engel. Am Standort in Kriebethal sind rund 130 Mitarbeiter beschäftigt.

Vor der Übernahme durch die Fesco GmbH hatte es im vergangenen Jahr einige Turbulenzen gegeben. Das Insolvenzverfahren war am 1. April eröffnet worden. Daraufhin wurde ein Insolvenzplan ausgearbeitet, dem die Gläubiger zustimmten.

Die Zahlungsunfähigkeit war aber bereits im Januar eingetreten und zunächst ein vorläufiges Verfahren eröffnet worden. Mit der Schönfelder Gruppe aus Annaberg-Buchholz konnte der Insolvenzverwalter bald einen Investor präsentieren.

Die Gruppe kümmerte sich zunächst um den Vertrieb der auf dem Markt etablierten Produkte und stellte die für die Produktion benötigten Rohstoffe zur Verfügung, bevor sie im September 2020 den Betrieb vollständig übernahm.

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