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Beging Harthaer Fahrerflucht?

Eine Frau beobachtet einen Unfall auf einem Parkplatz. Der Verursacher will davon aber nichts bemerkt haben.

Der Angeklagte ist vom Vorwurf des unerlaubten Entfernens von Unfallort freigesprochen worden.
Der Angeklagte ist vom Vorwurf des unerlaubten Entfernens von Unfallort freigesprochen worden. © André Braun

Hartha. Es ist ein Tag im August 2019. Ein Harthaer fährt mit seiner Frau nach Döbeln, weil sie dort einen Arzttermin hat.

Als sie ausgestiegen ist, sucht er sich auf einem Parkplatz an der Muldenstraße eine Lücke. Eine Zeugin sieht, dass der Mann beim Einparken an ein anderes Auto stößt. Sie beobachtet, dass er kurz zusammenzuckt, dann wieder nach vorn fährt und schließlich sein Auto in der Lücke platziert. „Er stieg nicht etwa aus, um sich den Schaden anzusehen, sondern blieb in seinem Auto sitzen“, schildert die Zeugin den Vorfall.

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Weil sie selbst zu einem Termin musste, habe sie sich die Kennzeichen der beiden Autos notiert. Als sie eine reichliche halbe Stunde später wiedergekommen sei, sei der Verursacher weg gewesen. Sie habe eine Notiz hinter den Scheibenwischer des beschädigten Wagens geklemmt.

Besitzerin stellt Strafanzeige

Diesen Hinweis findet die Besitzerin des Autos, die daraufhin die Polizei verständigt und Strafanzeige stellt.

Aufgrund dessen sitzt der 80-jährige Harthaer in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln. Ihm wird unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vorgeworfen. Bei dem beschädigten Pkw ist der hintere Stoßfänger sowie dessen Aufhängung repariert worden. Einschließlich Lackierung hat dies 1.620 Euro gekostet.

Der Harthaer ist sich keiner Schuld bewusst. Deshalb hat sein Anwalt gegen den Strafbefehl vom Dezember des vergangenen Jahres Einspruch erhoben. „Es hat keinen Unfall gegeben“, sagt der Anwalt. Sein Mandant habe, nachdem seine Frau ausgestiegen war, eingeparkt. Danach habe er sich ein Rätselheft genommen und Rätsel gelöst. Nach knapp zwei Stunden sei er in die Praxis gegangen, um zu sehen, wo seine Frau bleibt. Kurz darauf seien sie weggefahren. Am Auto seines Mandanten sei kein Schaden festgestellt worden.

Voraussetzung zur Verurteilung fehlt

Für Richterin Ines Opitz steht nun die Frage, ob dem Mann ein Fehlverhalten nachzuweisen ist. Staatsanwältin und Verteidiger fordern einen Freispruch.

Diesen Freispruch verkündet Richterin Ines Opitz dann auch in ihrem Urteil. „Auch wenn sich die Zeugin sicher ist, dass der Mann den Unfall bemerkt haben muss, sein Verhalten spricht dagegen. Er hat keinen Zusammenstoß bemerkt. Das ist aber Voraussetzung, um ihn wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilen zu können“, begründet die Richterin.

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