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Bereitschaftspraxis statt Bereitschaftsdienst

Das medizinische Angebot soll die Notaufnahmen der Kliniken entlasten. Die Neuerung hat aber nicht nur Vorteile.

In den Krankenhäusern von Döbeln und Mittweida sollen Bereitschaftspraxen eingerichtet werden. Eine öffnet bereits am 2. April. Wann die andere startet, ist derzeit noch ungewiss.
In den Krankenhäusern von Döbeln und Mittweida sollen Bereitschaftspraxen eingerichtet werden. Eine öffnet bereits am 2. April. Wann die andere startet, ist derzeit noch ungewiss. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Nach Ostern öffnen im Freistaat vier weitere Bereitschaftspraxen. Insgesamt sind es dann 34. In Mittelsachsen waren zwei geplant – in Döbeln und Mittweida. Aber in einer muss der Start verschoben werden.

Wo genau werden die Bereitschaftspraxen angesiedelt?

Die Bereitschaftspraxis Mittweida ist im Krankenhaus der Stadt an der Hainichener Straße 4 bis 6 zu finden. Die Eröffnung ist für den 2. April vorgesehen. Die Döbelner Praxis wird ebenfalls im dortigen Klinikum an der Sörmitzer Straße 10 etabliert.

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Ursprünglich war der Beginn in Döbeln ebenfalls nach Ostern geplant. „Er muss aber verschoben werden“, sagt Katharina Bachmann-Bux, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen. Sie rechnet im Laufe dieses Jahres mit einer Eröffnung. Ein genauer Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

„Corona hat unsere Pläne durcheinandergebracht“, meint sie. Die Strukturen seien zwar geschaffen, aber derzeit fehle das nötige Personal. Solange das Problem nicht gelöst ist, bleibe der bisher übliche notärztliche Bereitschaftsdienst in der Region Döbeln bestehen.

Welches ärztliche Angebot ersetzen oder ergänzen die Praxen?

Die Praxen decken die ärztliche Versorgung zu den sprechstundenfreien Zeiten ab und sollen die Notaufnahmen entlasten. Die Praxen sind für Krankheitsfälle zuständig, die nicht lebensbedrohlich aber akut sind, sodass die Betroffenen nicht bis zum nächsten Werktag oder zur nächsten regulären Sprechzeit der Arztpraxis warten können.

„In der Bereitschaftspraxis Mittweida wird für akut behandlungsbedürftige Patienten ein allgemeinärztlicher und ein kinderärztlicher Behandlungsbereich vorgehalten“, so die KV-Sprecherin.

Wann sind die Bereitschaftspraxen für die Patienten erreichbar?

In Mittweida ist der allgemeinmedizinische Behandlungsbereich mittwochs und freitags jeweils in der Zeit von 14 bis 19 Uhr sowie an Wochenenden, Feier- und Brückentagen von 9 bis 19 Uhr erreichbar. Der kinderärztliche Behandlungsbereich steht an Wochenenden, Feier- und Brückentagen von 9 bis 13 Uhr zur Verfügung.

„In der Bereitschaftspraxis Döbeln wird für akut behandlungsbedürftige Patienten eine allgemeinärztliche Behandlung erfolgen“, erklärt Katharina Bachmann-Bux. Auch dafür stehen die Öffnungszeiten bereits fest: an Wochenenden, Feier- und Brückentagen von 9 bis 13 Uhr.

Wie sind die Praxen aufgebaut und mit welchem Personal besetzt?

Im Krankenhaus Mittweida gibt es eine Anmeldung für die Bereitschaftspraxis am gemeinsamen Tresen mit der Notfallambulanz, einen Behandlungsraum und einen Funktionsraum. In jedem Behandlungsbereich sind ein Arzt und ein nichtärztlicher Praxismitarbeiter im Dienst.

„Die Besetzung der ärztlichen Dienste erfolgt gleichmäßig durch alle Teilnehmer der vertragsärztlichen Versorgung“, so die KV-Sprecherin. Für die fachärztlichen Dienste, wie die kinderärztliche Bereitschaft, werden dabei ausschließlich die entsprechenden Fachärzte eingeteilt. Der allgemeinärztliche Dienst wird durch Ärzte aller Fachrichtungen wahrgenommen, soweit diese nicht einem fachärztlichen Dienst zugeteilt sind.

Wie sollten sich Patienten bei einem medizinischen Notfall verhalten?

Die Betroffenen sollten die Telefonnummer 116117 wählen. Über diese erreichen sie jedoch nicht die Bereitschaftspraxis direkt, sondern die ärztliche Vermittlungszentrale der KV Sachsen. „Nach einer entsprechenden Ersteinschätzung wird für den Anrufer das passende Behandlungsangebot ausgewählt“, sagt die KV-Sprecherin.

Der Anrufer erhalte den Hinweis zum Aufsuchen der nächstgelegenen Bereitschaftspraxis oder es werde ein Hausbesuch vermittelt. Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen erfolge die Weiterleitung an den Rettungsdienst.

Wohin können sich Eltern wenden, deren Kind erkrankt?

Der Kinderärztliche Bereitschaftsdienst findet ab April zu den bereits genannten Öffnungszeiten im Krankenhaus Mittweida statt. Dorthin müssen sich auch die Eltern aus der Region Döbeln wenden.

Darüber hinaus gibt es am Klinikum Chemnitz an der Flemmingstraße 4, Haus B, eine weitere Bereitschaftspraxis mit einem kinderärztlichen Behandlungsbereich. Diese ist montags bis freitags in der Zeit von 19 bis 21 Uhr sowie an Wochenenden, Feier- und Brückentagen von 9 bis 19 Uhr erreichbar.

In der Helios-Klinik Leisnig wird es zwar keine Bereitschaftspraxis geben, trotzdem können sich Eltern in Notfällen, die außerhalb der Sprechzeit ihres Kinderarztes auftreten, dorthin wenden.

„Unsere Kinderklinik ist jederzeit auf die Behandlung akuter Erkrankungen sowie Notfälle bei Kindern vorbereitet und ist für die Eltern und Kinder als Ansprechpartner da. Das gilt sowohl während als auch außerhalb der regulären Sprechzeiten von Praxen oder des Bereitschaftsdienstes“, erklärt Juliane Dylus, Sprecherin der Helios-Klinik.

Müssen Patienten bei einem Notfall zwingend in eine Bereitschaftspraxis?

„Dem Patienten steht es grundsätzlich frei, welchen Arzt er im Bedarfsfall für eine Behandlung aufsucht“, erklärt Katharina Bachmann-Bux. Patienten unter 18 Jahre sollten – soweit verfügbar – auf den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst zurückgreifen.

Eine Behandlung im Rahmen des allgemeinärztlichen Bereitschaftsdienstes sei selbstverständlich auch möglich. Bei lebensbedrohlichen Beschwerden sind der Rettungsdienst über Tel. 112 oder die Notaufnahme des jeweiligen Krankenhauses zuständig.

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