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Wald bringt kaum mehr Geld in die Kassen

Die meisten Kommunen in der Region Döbeln besitzen nur noch wenig Wald. Die übrigen Bäume verursachen mitunter hohe Kosten.

Weil aufgrund des Borkenkäfers zuviel Holz auf dem Markt ist, bekommen auch die Kommunen kaum mehr Geld für ihr Holz.
Weil aufgrund des Borkenkäfers zuviel Holz auf dem Markt ist, bekommen auch die Kommunen kaum mehr Geld für ihr Holz. © Ronald Bonß

Region Döbeln: Stürme, Borkenkäfer, Trockenheit – die Wälder leiden. Und mit ihnen die Kommunen. Über 13.500 Euro hat die Stadt Leisnig im vergangenen Jahr für den Borkenkäferbefall im kommunalen Wald auf den Tisch gelegt: Diese Zahl nannte jüngst Franziska Domaniecki von der Stadtverwaltung.

Fast 70 Hektar Wald gehören der Stadt. Im vergangenen Jahr habe es dort Probleme mit dem Borkenkäfer gegeben, äußerte sich die Mitarbeiter des Bau- und Ordnungsamtes. Bäume mussten gefällt und aus den Waldstücken entfernt werden. Und das hat gekostet. Doch Geld lässt sich mit dem Verkauf des Holzes kaum mehr machen. Schon 2019 sei der Erlös für Feuerholz gering gewesen, in diesem Jahr falle der Holzerlös noch geringer aus, so Franziska Domaniecki weiter.

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Fast 5.900 Euro durch Holz für Stadt Döbeln

Ähnlich sieht es in den anderen Kommunen im Altkreis aus. „Bei Fichtenholz herrscht zurzeit ein Überangebot“, sagt Michael Klöden von der Stadtverwaltung Roßwein. Jene ist Besitzerin von knapp 45 Hektar Waldfläche. Das größte Stück ist der Hartenberg mit rund 38 Hektar. 

Davon sei jedoch nur ein geringer Teil vom Borkenkäfer befallen. Grund dafür ist, dass der Roßweiner Wald ein Mischwald mit vielen Buchen und Ahornbäumen ist. Ein Teil des gefällten Holzes verkauft die Stadt als Brennholz. 

Die Einnahmen richteten sich nach der Menge des Holzes und der Zahl der Abnehmer, so Michael Klöden. Eine Summe konnte er daher nicht benennen. Gewinne mache die Stadt mit dem Holz jedoch kaum. Meist werde gegengerechnet: Der Aufwand für die Pflege, den ein beauftragtes Forstunternehmen übernimmt, gegen die Einnahmen durch den Verkauf.

Rund 5.900 Euro hat die Stadt Döbeln im vergangenen Jahr durch den Verkauf gefällter Bäume eingenommen, wie Stadtsprecher Thomas Mettcher mitteilte. Die Muldestadt verfügt selbst über 91 Hektar kommunale Waldfläche. Probleme mit dem Borkenkäfer gibt es dort nicht mehr. Denn die letzten Fichten sind laut Mettcher 2018 gefällt worden. Als Ersatz seien Douglasien angepflanzt worden. 

Doch auch Döbeln bekommt aktuell kaum noch Geld für das Holz. „Der Holzmarkt ist durch Stürme sowie Borkenkäfer übersättigt“, begründet Mettcher. Die Stürme 2019 haben in Döbeln allerdings kaum Schäden hinterlassen. Nur einzelne Bäume waren dadurch zu Fall gekommen.

Betroffene Bäume bleiben liegen

Kaum Fichten gibt es auch im Wald der Stadt Waldheim. Daher seien auch nur knapp 0,5 von 54 Hektar kommunaler Waldfläche vom Borkenkäfer befallen. „Die betroffenen Bäume verbleiben allerdings im Wald. Die darunter liegende Fläche wurde bereits wieder aufgeforstet“, so Daniela Backofen von der Stadtverwaltung. Zur finanziellen Auswirkung von Pflege und Verkauf des Holzes konnte sie keine Angaben machen.

Mit zehn Hektar sehr gering ist die kommunale Waldfläche der Gemeinde Ostrau. Jene befinden sich bei Noschkowitz und Kiebitz. Über Probleme mit dem Borkenkäfer kann sich Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) nicht beschweren. „Da es sich um Laubwald handelt, haben wir dort keinen Befall.“ 

Demnach seien in der Gemeindekasse auch keine zusätzlichen Kosten zu verzeichnen. Auch Sturmschäden hielten sich in den Bereichen in Grenzen. „Die gab es 2019 eher an den Baumreihen entlang der Straßen, Bachläufe sowie Rad- und Wanderwege“, äußerte sich das Gemeindeoberhaupt.

Und auch der Landkreis selbst ist Waldbesitzer. Knapp 58 Hektar umfasst die Fläche, die jedoch zu Dreiviertel aus kleinen Beständen unter einem Hektar Größe besteht, wie Pressereferentin Peggy Hähnel informiert. Häufig sei der Wald als „wilder“ Laubholzaufwuchs beispielsweise auf Deponieflächen oder in Randbereichen zu finden. 

Borkenkäfer sind demnach auch für Mittelsachsen kaum ein Thema. Trotzdem seien im vergangenen Jahr in Beständen in Burgstädt und Flöha 160 Festmeter Schadholz zu verzeichnen gewesen, so Hähnel.

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