merken
PLUS Döbeln

Ein Wasserbett für die Feuerwehr

Die Veolia Wasser Deutschland GmbH und die Gemeinde starten ein Pilotprojekt. Es geht um die Löschwasserversorgung in den Ortsteilen.

Die Veolia Wasser Deutschland GmbH und die Gemeinde Ostrau starten ein Pilotprojekt. Eine faltbare Löschwasserzisterne soll in Schmorren entstehen.
Die Veolia Wasser Deutschland GmbH und die Gemeinde Ostrau starten ein Pilotprojekt. Eine faltbare Löschwasserzisterne soll in Schmorren entstehen. © Veolia

Ostrau. Nicht genügend Löschwasser? Ein Problem, das viele Kommunen beschäftigt und das sie lösen müssen. Die Veolia Wasser Deutschland GmbH kennt die Misere und will Kommunen unterstützen. In der Gemeinde Ostrau startet der Wasserdienstleister nun ein Pilotprojekt.

Installiert und getestet werden soll hier eine oberirdische Löschwasserzisterne. Die sieht auf den ersten Blick wie ein riesengroßes Wasserbett aus. „Wie eine große Hüpfburg“, ergänzt Marcus Riemer, Veolia-Niederlassungsleiter in Döbeln.

Anzeige
Tipps für die Herbstferien in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus
Tipps für die Herbstferien in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus

Fast sechs Wochen ist das neue Schuljahr schon wieder alt – und damit möchten Kinder und Eltern ihre Herbstferien in ganz Sachsen und Umgebung genießen.

Für Kommunen könnte dieser Löschwasservorrat die Rettung sein und eine sinnvolle Ergänzung zu Löschwasserteichen oder fest installierten Löschwasserzisternen. So wie im Ortsteil Schmorren. Dieser hat nur einen Hydranten, der wenig Wasser liefern kann.

Gemeindewehrleiter begeistert

Sollte es brennen, müsste eine lange Schlauchstrecke bis zum Biotop im Ostrauer Gewerbegebiet aufgebaut werden. „Die faltbare Zisterne ist eine gute Sache. Als ich davon hörte, habe ich das Vorhaben gleich befürwortet“, sagte Gemeindewehrleiter Tom Kunath. 

Mit 120 Kubikmeter Wasser könne ein normaler Brand gelöscht werden. Außerdem kann die Zisterne bei größeren Bränden in der Umgebung von Schmorren angefahren und die Tanklöschfahrzeuge aufgefüllt werden. Wichtig könnte diese Möglichkeit auch sein, wenn es zum Beispiel in den nahegelegenen Ortsteilen Clanzschwitz, Pulsitz oder Delmschütz brennt.

 „Ich kann dann schon etwas beruhigter schlafen, wenn ich weiß, dass wir als Feuerwehr auf solche Reserven zurückgreifen können“, so Tom Kunath. Es gebe im Gemeindegebiet durchaus noch mehrere Ortsteile, in der solche faltbaren Zisternen benötigt würden.

Pilotprojekt vorgestellt

Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) stellte zur Ratssitzung das Pilotprojekt vor. „Mit dem Eigentümer des Grundstücks wurde ein langfristiger Pachtvertrag abgeschlossen“, so Schilling. Die Fläche, auf der dann die faltbare, 1,60 Meter hohe Zisterne stehen soll, bekommt eine 40 Zentimeter starke Decke aus Mineralgemisch. 

Außerdem wird das Areal mit einem zwei Meter hohen Stabmattenzaun eingezäunt. Über einen Anschlussstutzen außerhalb der Einfriedung kann die Feuerwehr im Bedarfsfall das Wasser entnehmen.

In Deutschland ist das Prinzip bisher kaum bekannt

„Aufgrund der Bauart und des geplanten Zauns ist die Errichtung der Anlage genehmigungspflichtig“, so der Bürgermeister. Alle Gemeinderäte stimmten dem Vorhaben zu.

Die faltbaren Löschwasserzisternen gibt es bereits seit vielen Jahren. Ursprünglich kommt das System aus Regionen mit Wasserstresssituationen wie Südfrankreich oder Spanien, wo es zur Brauchwasserbevorratung eingesetzt wurde. In Deutschland ist das Prinzip bisher kaum bekannt. 

Die faltbaren Zisternen bestehen aus einem hochfesten technischen Gewebe mit PVC-Beschichtung und sind bei minus 30 Grad genauso nutzbar wie bei extremen hochsommerlichen Temperaturen. 

Das System ist im Vergleich zum Bau einer unterirdischen Zisterne relativ kostengünstig und pflegeleicht, so Riemer.„In Ostrau wollen wir zunächst eine 120 Kubikmeter fassenden Zisterne installieren und so den daran interessierten Kommunen und Feuerwehren aus der Region ermöglichen, sich die Zisterne anzuschauen und sie zu testen“, so Riemer.

Anschauungsobjekt für die Region

"Die Zisterne in Ostrau  soll nicht nur funktionieren, sondern ein Anschauungsobjekt für  interessierte Kommunen und Feuerwehren aus der Region  werden”, so Riemer. 

Damit pragmatisch getestet werden kann und die operative Nutzbarkeit geprüft wird, wird die Freiwillige Feuerwehr Ostrau diese neue Löschwassermöglichkeit bei Bedarf nutzen können. 

Dank dieser Expertise wird Veolia auch die Leistungsfähigkeit der Zisterne optimieren können. 

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln