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BMW landet an der Hauswand in Choren

In dem Döbelner Ortsteil ist ein Auto in das Haus einer Familie gefahren - und das nicht zum ersten Mal.

Im Kurvenbereich am Ortsausgang in Choren ist die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Dennoch ist zum dritten Mal innerhalb von elf Monaten ein Auto in einem Grundstück gelandet.
Im Kurvenbereich am Ortsausgang in Choren ist die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Dennoch ist zum dritten Mal innerhalb von elf Monaten ein Auto in einem Grundstück gelandet. © Dietmar Thomas

Döbeln/Choren. Es ist Dienstagmorgen, kurz nach 6.30 Uhr, als Familie Bartschies das bekannte Rumpeln hört. „Nein, nicht schon wieder“, denkt der Familienvater noch. Doch, es ist wieder passiert. Zum dritten Mal innerhalb von elf Monaten rauscht ein Pkw auf das Grundstück der Familie, das in Choren direkt an der Kurve der Kreisstraße unweit der Ortsausfahrt in Richtung Nossen liegt.

Diesmal ist es ein grauer BMW, dessen Fahrer die Gefährlichkeit der Kurve wohl unterschätzt hat. Obwohl die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt ist, ist es zu dem Unfall gekommen, bei dem der BMW-Fahrer unverletzt geblieben ist.

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Bordsteinkante hält Auto in Choren nicht auf

Der Fahrer müsse schon im Bereich der Bushaltestellen etwa 100 Meter vom Grundstück entfernt Schwierigkeiten gehabt haben. Wie er später erzählt habe, soll das Antiblockiersystem (ABS) ausgelöst haben, dennoch sei der Wagen unlenkbar gewesen. Eine Landung im Feld wollte der Fahrzeugführer vermeiden, auch weil er der Meinung gewesen sei, dass er die Kurve meistern könne.

Doch damit hatte er sich verschätzt. Der Wagen rauschte über die Bordsteinkante, nahm einen Verkehrsspiegel mit, schrammte an einem Schuppen vorbei und landete direkt neben dem Haus, an dem er mit dem linken Außenspiegel lehnt. „Die Airbags haben ausgelöst. Der Fahrer konnte unverletzt durch die Beifahrertür aus dem Auto klettern“, sagt der Grundstücksbesitzer.

Abschlepp-Kran kommt zum Einsatz

Einen Tag später wird der BMW mit einem Kran geborgen. Der Fahrer ist ebenfalls vor Ort. Er sei Notarzt, der an diesem Tag auf dem Weg zum Dienst gewesen sei, sagte er. Er sei nicht zu schnell gewesen, vielmehr ein Opfer der winterlichen Straßenverhältnisse an diesem Morgen. „Das Auto ist ganz langsam, fast wie in Zeitlupe, auf das Grundstück und bis vor das Haus gerutscht“, schildert der BMW-Fahrer seine Eindrücke.

Er sei froh, dass die Sicherheitssysteme des BMW so gut funktioniert hätten. Sogar der Notruf, mit dem Rettungskräfte und Polizei informiert werden, sei automatisch abgesetzt worden.

So stellt sich die Situation nach dem Unfall dar. Der BMW ist gegen die Hauswand gerutscht.
So stellt sich die Situation nach dem Unfall dar. Der BMW ist gegen die Hauswand gerutscht. © Dietmar Thomas
Die Mitarbeiter des Abschleppdienstes haben den Wagen zunächst gesichert und bringen die Seile für den Kran an.
Die Mitarbeiter des Abschleppdienstes haben den Wagen zunächst gesichert und bringen die Seile für den Kran an. © Dietmar Thomas
Der BMW hängt am Kran und wird auf die Straße gehoben.
Der BMW hängt am Kran und wird auf die Straße gehoben. © Dietmar Thomas

Zur Bergung des Wagens sind ein Kran und ein Abschleppfahrzeug erforderlich. Während mit der Seilwinde des Abschleppwagens der BMW von der Hauswand weggehalten wird, zieht der Kran die Limousine langsam nach oben. Für etwa anderthalb Stunden ist die Straße gesperrt.

Renault landet 2020 in der Hecke

Im Mai des vergangenen Jahres war der Fahrer eines Renault zu schnell unterwegs. Auch er bekam die Kurve nicht, rumpelte über die Bordsteinkante, nahm eine Straßenlaterne mit und landete in der Hecke des Gartens von Familie Bartschies. Die Laterne fand Halt in einem Pflaumenbaum, sonst wäre sie vielleicht auf das Gebäude gestürzt.

Später stellte sich heraus, dass der Renault-Fahrer mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs war. Das Fahrzeug war nicht versichert, demzufolge bleiben die Geschädigten auf den Kosten sitzen. In der Hecke klafft jetzt ein riesiges Loch, das vorerst mit einem Gitter verschlossen ist. Im November schließlich landete ein rumänischer Fahrer direkt am Schuppen. Die Risse in der Mauer sind noch deutlich zu sehen.

Im Jahr 2014 ist die Straße, die damals noch Bundesstraße (B175) war, mittlerweile aber zur Kreisstraße heruntergestuft wurde, saniert worden. Damals ist auch die Bordsteinkante im Kurvenbereich vor dem Grundstück der Familie Bartschies gesetzt worden.

Leitplanke für den Kurvenbereich gefordert

Außerdem werden immer wieder Reflektoren aufgestellt, doch die sind offenbar ein beliebtes Sammelobjekt und immer wieder weg. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Familie Bartschies hat deshalb beantragt, dass der Kurvenbereich mit einer Leitplanke gesichert wird.

Bei der Stadtverwaltung Döbeln ist die Situation bekannt. „In dem Bereich wurde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h festgelegt. Zur Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung werden laufend Kontrollen durch das städtische Ordnungsamt durchgeführt“, sagte Döbelns Stadtsprecher Thomas Mettcher.

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Auf der A14, A4 und in Roßwein standen Laster quer. Auf dem Töpelberg bei Hartha ging am Morgen auch nichts mehr. Die Straßen waren teilweise spiegelglatt.

Für die Errichtung einer Leitplanke sei jedoch das Landratsamt Mittelsachsen zuständig, da es sich um eine Kreisstraße handele. „Wir werden den aktuellen Vorfall zum Anlass nehmen und zum wiederholten Mal mit dem LRA in Kontakt treten, um dort eine Verbesserung der Situation zu erreichen“, so Mettcher.

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