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Corona: Hohe Anzahl von Nachmeldungen in Mittelsachsen

Laut einem Bericht sind die Infektionszahlen im Landkreis häufig nach oben korrigiert worden. Hat das negative Folgen?

In Mittelsachsen ist es zu Nachmeldungen von Corona-Infektionszahlen gekommen.
In Mittelsachsen ist es zu Nachmeldungen von Corona-Infektionszahlen gekommen. © Symbolfoto: dpa/Patrick Pleul

Von Jan Leißner und Frank Korn

Mittelsachsen. In den Landkreisen Mittelsachsen, Bautzen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie in Chemnitz hat es eine hohe Anzahl von Nachmeldungen von Corona-Infektionszahlen gegeben. Dies wurde in einem Bericht des MDR hervorgehoben.

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In Mittelsachsen sei die aus nachträglich korrigierten Daten berechnete Inzidenz seit 1. März um durchschnittlich 28,7 Prozent vom tagesaktuellen Wert des Robert-Koch-Instituts (RKI) abgewichen, heißt es in dem Bericht. Doch diese nachträglich korrigierten Werte sind nach dem Infektionsschutzgesetz nicht maßgeblich für Entscheidungen über Lockerung oder Verschärfung laut Bundes-Notbremse, sondern nur der Inzidenzwert des RKI vom Berichtstag.

Meldeweg einheitlich geregelt

„Ein Blick auf die Zahlenreihen des RKI lässt eine solche Schlussfolgerung auch kaum zu“, schreibt die Freie Presse. Die Abweichungen zwischen den am Berichtstag gemeldeten Inzidenzwerten und durch Nachmeldungen korrigierten Werten seien in Mittelsachsen am höchsten gewesen, als auch die Inzidenz am höchsten gelegen habe. So wie im März und April, als an Lockerungen nicht zu denken war. Korrekturen erfolgten meist am nächsten Tag. Als sich Ende Mai die Inzidenz auf den für Lockerungen wichtigen Schwellenwert 100 zu bewegte, gab es am Folgetag offensichtlich kaum noch Korrekturen durch nachgemeldete Infektionsfälle.

Das Landratsamt Mittelsachsen bestätigt, dass es zu Nachmeldungen gekommen ist. „Der Meldeweg ist einheitlich geregelt. An die Vorschriften halten wir uns seit Beginn der Pandemie“, sagt Pressereferentin Peggy Hähnel. Es gebe die Inzidenz, die das RKI jeden Tag ausrechne. „Diese Werte sind die, die auch wir veröffentlichen und auf die man sich gesetzlich festgelegt hat.“ Durch Nachmeldungen könne die Inzidenz nachträglich steigen. Auch das weist das RKI aus.

Gründe für Nachmeldungen gebe es verschiedene. „Einer kann sein, dass sich ein Bürger als positiv getestet bei uns meldet, obwohl bei uns noch kein Laborbefund vorliegt. Erst wenn wir diesen haben, fließt der Bürger rückwirkend – mit dem Datum des Laborbefundes – in die Statistik ein“, so Hähnel.

Inzidenzwert steigt auf 58,9

Ein weiterer Grund ist der Umgang mit Schnelltests. Diese fließen zwar nicht mehr in die Statistik ein, werden aber erfasst und an die Landesuntersuchungsanstalt gemeldet, die sie aber nicht an das RKI weitergibt. Das passiert erst, wenn ein PCR-Test den positiven Schnelltest bestätigt. „Als Meldedatum gilt die Erstmeldung des Falles“, sagt eine Sprecherin des Sozialministeriums auf Nachfrage.

Dem Gesundheitsamt des Landkreises Mittelsachsen sind am Donnerstag zehn Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die Gesamtzahl der seit März 2020 aufgetretenen Fälle liegt damit bei 24.134. Die Zahl der in den Krankenhäusern behandelten Patienten ist um zwei auf 38 gesunken. Zehn (+1) von ihnen müssen beatmet werden. Der Inzidenzwert ist vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 58,9 angegeben worden. (mit FP)

Der Artikel wurde am 4. Juni 2021, um 11.25 Uhr in der Autorzeile aktualisiert.

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