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Das Döbelner Original denkt nicht ans Aufhören

Alles Gute zum Geburtstag! Hermann Mehner wird 70 – und feiert irgendwann im Sommer.

Der zerknautschte Lederhut ist das Markenzeichen von Hermann Mehner. Der Berufsschullehrer im Ruhestand ist ein Döbelner Original, langjähriger Stadtrat und Fußballtrainer.
Der zerknautschte Lederhut ist das Markenzeichen von Hermann Mehner. Der Berufsschullehrer im Ruhestand ist ein Döbelner Original, langjähriger Stadtrat und Fußballtrainer. © Jens Hoyer

Döbeln. Nein, seinen Geburtstag wird Hermann Mehner noch nicht feiern können, selbst die Gratulanten werden sich wegen Corona wohl rar machen. An diesem Montag wird der Lokalpolitiker und Fußballtrainer 70.

„Im Sommer gibt es eine große Fete mit Freunden, Bekannten und Verwandten – wenn die Gesundheit mitspielt. So verrückt wie mit 50 oder 60 sind wir nicht mehr“, meint er. Das Feiern will er nicht lassen, auch und weil sich seine Gäste immer überlegen, wie sie ihn durch den Kakao ziehen können. „Das will ich ja auch. Wenn man so viel Zuwendung bekommt, zeigt das, dass man nicht alles falsch gemacht hat“, meint Mehner.

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Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Fußballtrainer und Stadtrat

Das Zipperlein mache sich mittlerweile hier und da bemerkbar, erzählt er. Was ihn aber bisher noch nicht davon abhält, auf sprichwörtlich vielen Hochzeiten zu tanzen. Den Vorsitz der SPD in Döbeln hatte er zwar schon vor Jahren an einen Jüngeren abgegeben. Aber darüber hinaus ist Mehner engagiert wie eh und je.

Der Fußballbegeisterte hat schon ganzen Generationen als Trainer das Fußballvirus eingeimpft. Bis heute trainiert er die jüngsten Fußballer beim ESV Lok Döbeln. Und er will das weitermachen – wenn die Gesundheit mitspielt.

Hermann Mehner in jungen Jahren auf dem Fußballplatz.
Hermann Mehner in jungen Jahren auf dem Fußballplatz. © Dietmar Thomas

Mittlerweile ist Mehner auch der dienstälteste Stadtrat. Seit 1994 sitzt er ununterbrochen in dem Gremium, im Kreistag sogar seit 1990. Bekannt ist er dort durch seine unkonventionellen Ansichten, die manchmal schon etwas von Marotten haben. Auf der Wahlliste steht Mehner immer ganz hinten, weil er weiß, dass er trotzdem genügend Stimmen bekommt.

Und wenn es darum geht, dass die Stadt Land verkauft, stimmt Mehner ziemlich sicher dagegen. „Die Stadt macht sich damit arm. Grund und Boden ist immer im Wert gestiegen. Für so etwas gibt es die Möglichkeit der Erbpacht“, sagt er. Bei der nächsten Wahl will Mehner auf jeden Fall wieder antreten – wenn es die Gesundheit hergibt.

Für die Gesundheit zu Fuß unterwegs

Damit sie das tut, dafür ist Mehner jeden Tag fünf, sechs Kilometer zu Fuß unterwegs, wie er erzählt. Ansonsten gibt es auf dem großen Anwesen in Großbauchlitz jede Menge Arbeit. Der Rasentraktor sei gerade zur Überholung in der Werkstatt.

Mehner reist gern. Früher mit seiner Frau, die im Mai 2018 ganz plötzlich verstorben war. „Wir wollten noch nach Bali. Es hat mich sehr getroffen, dass sie das nicht mehr konnte.“ Mehner ist gern an Orten unterwegs, wo er vor Jahren schon mal war. Nicht nur an der Mosel, gern auch etwas weiter weg.

„Ich will auf jeden Fall noch mal über den großen Teich.“ Er sei schon in der Dominikanischen Republik, einige Male auf Kuba und in Mexiko gewesen. Mehner reist nicht allein, sondern ist wieder in festen Händen. „Heiraten wollen wir nicht. Es ist eine Beziehung an der langen Leine“, meint er.

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