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Das erste Eis schmeckt besonders gut

Im Eiscafé Venezia ist die Winterpause vorüber. Bis zum „Normalbetrieb“ ist es aber noch ein weites Stück.

Linda und Robin aus Döbeln nutzen das schöne Wetter, um das erste Eis zu schlecken.
Linda und Robin aus Döbeln nutzen das schöne Wetter, um das erste Eis zu schlecken. © Frank Korn

Döbeln. Noch vor einer Woche lag eine dicke Schneedecke, herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt.

An frühlingshafte Temperaturen war da noch nicht zu denken. Doch im Laufe der Woche wurde das Wetter immer besser und am Sonntag herrschte in Döbeln eitel Sonnenschein bei 15 Grad. Und prompt tauchte auch die Frage in den sozialen Netzwerken auf, ob denn das „Venezia“ schon wieder geöffnet hat.

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Diese Frage kann Inhaber Riccardo Bortolin mit „Ja“ beantworten. „Wir haben am Sonnabend einen Testlauf gemacht und seit Sonntag wieder geöffnet“, sagte er. Zu denen, die ihr erstes Eis des Jahres probierten, gehörten Linda Görner und Robin Siegert. Die beiden Döbelner entschieden sich für Himbeer- und Pfirsicheis sowie Joghurteis mit Früchten. „Das schöne Wetter war einfach zu verlockend. Das erste Eis schmeckt besonders gut“, sagten sie.

Nur Straßenverkauf möglich

Riccardo Bortolin bedauert, dass er sein Eis nur im Straßenverkauf anbieten kann. Die Räume der Eisdiele müssen aufgrund der Corona-Bestimmungen noch für die Gäste geschlossen bleiben. Auch die Tische und Stühle im Außenbereich darf er noch nicht aufstellen. „Es ist schade, aber wir halten uns an die Forderungen“, so Bortolin. Er hoffe aber, dass die Gäste auch möglichst bald wieder vor dem Eiscafé sitzen und ihr Eis genießen können.

Der Italiener zieht einen Vergleich zu seiner Heimat. „Die Inzidenzzahlen sind ähnlich wie hier. Allerdings wird je nach Lage in den einzelnen Regionen entschieden, ob die Geschäfte geöffnet werden oder geschlossen bleiben“, berichtet der 40-Jährige. Welche Variante nun besser sei, könne er nicht beurteilen. Er persönlich könne sich aber mit den Regelungen arrangieren, wie sie derzeit in Sachsen festgelegt sind.

Riccardo Bortolin stammt aus der Nähe von Venedig, deshalb hat sein Lokal auch den Namen „Venezia“. Dabei handelt es sich nicht um eine große Kette. „Viele denken das, weil es so viele Eisdielen mit dem Namen Venezia gibt. Doch in den meisten Fällen werden die von Privatpersonen betrieben“,so Bortolin.

Herstellung nach Familienrezept

Er stellt das Eis nach einem Familienrezept her. „Unser Eis wird immer frisch aus besten Zutaten und von Hand zubereitet“, heißt es auf der Internetseite des Eiscafés. Das kommt bei den Kunden gut an. Sowohl klassische Sorten wie Vanille, Schoko, Erdbeere oder Stracciatella als auch moderne Variationen wie Blauer Engel oder Yogurette sind im Angebot. Die Preise hat Bortolin im Vergleich zum Vorjahr (1,40 Euro pro Kugel) nicht erhöht.

Riccardo Bortolin hat das Geschäft im Jahr 2007 übernommen. Er hat mit seinem Eiscafé nicht immer nur die Sonnenseite erlebt. Kurz vor dem Hochwasser im Jahr 2013 hatten die Betreiber ihr Café erst auf Vordermann gebracht. Als das Wasser wieder weg war, waren die Inneneinrichtung, Maschinen, Waren und Rohstoffe hinüber. Die Bortolins eröffneten nach der Flut erst einmal provisorisch. Bei der Regulierung der Schäden erhielten sie auch Hilfe vom Freistaat Sachsen, der 131.000 Euro Fluthilfe bewilligte.

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