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„Das war Werbung für die Kreisoberliga“

Roßwein gibt die ersten Punkte ab. Das 3:3 gegen Großsteinberg hinterlässt beim Trainer aber gemischte Gefühle. Im Derby gewinnt Ostrau beim BC Hartha. Der Döbelner SC lässt Federn.

Von Thomas Riemer
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Wieder einmal ist Tino Gastberg vor den Harthaer Stürmern am Ball. Der Torwart des SV Ostrau lieferte im Derby eine überragende Leistung ab und sicherte hinten die „Null“, während seine Vorderleute viermal trafen.
Wieder einmal ist Tino Gastberg vor den Harthaer Stürmern am Ball. Der Torwart des SV Ostrau lieferte im Derby eine überragende Leistung ab und sicherte hinten die „Null“, während seine Vorderleute viermal trafen. © Foto: Lutz Weidler

Region Döbeln. Jörg Soujon ist auch am Tag danach noch ziemlich aus dem Häuschen. Seine Elf vom Roßweiner SV ist am Sonnabend beim 3:3 gegen den TSV Großsteinberg nur knapp der ersten Saisonniederlage entgangen. Doch es hätte im letzten Moment auch der sechste Dreier im sechsten Spiel werden können. „Das war eine krasse Schlussphase“, bilanziert Jörg Soujon das Geschehen der letzten 20 Minuten.

Ob es nun ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte sind - die Einschätzung fällt schwer. Denn von Anfang an war es ein überaus munteres Spielchen, in dem Großsteinberg schon nach drei Minuten den Innenpfosten traf. Auf der anderen Seite ließen auch die Gastgeber über die gesamte Spielzeit mehrere „Hundertprozentige“ liegen, sündigten geradezu in der Chancenverwertung. „Das sind Dinge, die ich in dieser Woche beim Training ansprechen muss“, kündigt der RSV-Coach an. Trotzdem gingen die Hausherren nach Treffern von Brambor und Schwibs verdient in Führung. Alles schien nach Plan zu laufen. Doch nach schludrigem Defensivverhalten gelang dem TSV noch vor der Pause der Anschluss - und plötzlich waren die Gäste wieder im Spiel.

Nach dem Wechsel im Prinzip das gleiche Bild: Roßwein mit den besseren Chancen, Großsteinberg mit mehr Ballbesitz und sehr ballsicher. „In der Phase müssen wir das 3:1 oder auch 4:1 machen“, ist Jörg Soujon sauer. Es kam anders. Großsteinberg glich aus und ging in der 89. Minute sogar in Führung. „Da hatte ich das Spiel eigentlich schon abgehakt“, gesteht Jörg Soujon. Doch seine Jungs bäumten sich nochmals auf, kamen in der 95. Minute zum Ausgleich - und danach fast noch zum Sieg. Denn nur 60 Sekunden später lag der Ball erneut im Großsteinberger Gehäuse. Während der Schiedsrichter bereits zum Anstoßkreis zeigte, wollte sein Assistent ein Handspiel gesehen haben. „Nie und nimmer“ sei eine Handberührung im Spiel gewesen, beteuert Jörg Soujon.

Dennoch spricht er von einem letztlich verdienten Remis und zollt Lob nach Großsteinberg. „Das war Werbung für den Fußball in der Kreisoberliga.“

Chancenverwertung - das ist auch das entscheidende Stichwort beim Derby des BC Hartha gegen den SV Ostrau gewesen. Und hier waren die Gäste aus dem Jahnatal klar besser, siegten am Ende mit 4:0.

Ostrau begann zielstrebig und ging nicht zufällig nach zehn Minuten durch Pech in Front. Das rüttelte die Platzherren wach, sie erspielten sich jetzt mehrere gute Abschlussmöglichkeiten. So scheiterte Robin Fritzsche freistehend an dem an diesem Tag überragend agierenden Ostrauer Hüter Tino Gastberg. Den nächsten Treffer erzielten wieder die Gäste. Toni Vogt ging auf der rechten Außenbahn bis zur Grundlinie, dessen Flanke brachte Sandro Antony im Gehäuse unter. Fazit der ersten Hälfte: Jede Mannschaft hatte vier sehr gute Tormöglichkeiten, Ergebnis: Hartha null, Ostrau zwei.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs drängten die Platzherren auf den Anschluss. Aber wieder ließen sie gute Chancen liegen. Ostrau wiederum konnte sich immer wieder befreien und kam durch schnelles Umschalten vors Harthaer Gehäuse. So entstand auch das dritte Tor, bei dem Kapitän Christian Arnold als „Unglücksrabe“ mit seinem Eigentor agierte. Nur drei Minuten später machen die Ostrauer dann den Deckel drauf.

Dämpfer für den Döbelner SC: Eine stark ersatzgeschwächte Truppe kassierte eine 0:1-Niederlage in Deutzen. Das Spiel fand überwiegend zwischen den Strafräumen statt, Torchancen gab es auf beiden Seiten nur wenige. Während die Gäste ihre Möglichkeiten allesamt nicht nutzten, war Jimmy Langer auf Seiten der Gastgeber der einzige erfolgreiche Torschütze in einem typischen 0:0-Spiel mit kleinem „Schönheitsfehler“.