Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Döbeln
Merken

Colditzer Dentalmuseum ruft mit Sonderausstellung um Hilfe

Im Colditzer Dentalmuseum sind Laien und regelmäßig Zahnheilkundige zu Gast. Mit seiner Sammlung fühlt sich Museumsleiter Andreas Haesler in Sachsen jedoch nicht ausreichend unterstützt.

 2 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Im Dentalmuseum liegt in der Sonderausstellung "Zerissenheit" ein Buch von Johann Jacob Josepf Serre aus dem Jahr 1788 (links), in dem ein erstes Mal über die Geschichte der Zahnheilkunde berichtet wird.
Im Dentalmuseum liegt in der Sonderausstellung "Zerissenheit" ein Buch von Johann Jacob Josepf Serre aus dem Jahr 1788 (links), in dem ein erstes Mal über die Geschichte der Zahnheilkunde berichtet wird. © dpa

Colditz. Mit einer Sonderausstellung will das Dentalmuseum in Colditz neue Unterstützer für sich gewinnen - und vielleicht sogar eine neue Heimat finden. "Mit unserer weltweit einmaligen Sammlung fühlen wir uns in Sachsen einfach nicht gewollt. Die Sonderausstellung soll zeigen, welchen gewaltigen Schatz wir hier haben", sagte Museumsleiter Andreas Haesler vor Eröffnung der Sonderausstellung "Zerrissenheit" am 3. Mai.

Bis zu 2500 Jahre alte Objekte - darunter verschiedenste Zahnstocher, Prothesen und Schnitzereien aus Elfenbein - können Besucherinnen und Besucher nun für kurze Zeit in Augenschein nehmen. "In diesem Umfang wird es die so schnell nicht mehr zu sehen geben", so Haesler.

Im Dentalmuseum zeigt Museumsleiter Andreas Haesler ein von ihm gestaltetes 30 Zentimeter großes Kreuz mit etwa 100 Jahre alten Goldkronen und Brücken, die zum großen Teil aus Edelmetallspenden aus Stuttgart und Karlsruhe stammen.
Im Dentalmuseum zeigt Museumsleiter Andreas Haesler ein von ihm gestaltetes 30 Zentimeter großes Kreuz mit etwa 100 Jahre alten Goldkronen und Brücken, die zum großen Teil aus Edelmetallspenden aus Stuttgart und Karlsruhe stammen. © dpa

Hunderte Jahre Zahnheilkunde

In seiner Dauerausstellung zeigt das Museum im Landkreis Leipzig zahlreiche Sammlerstücke aus Hunderten Jahren der Zahnheilkunde. "Das ist aber nur etwa ein Prozent unserer tatsächlichen Inhalte", sagte Haesler.

Er vergleicht die Wichtigkeit seiner über Jahrzehnte gesammelten Stücke mit denen des französischen Louvres oder dem Grünen Gewölbe. "Bei uns findet man alles, was Rang und Namen in der Zahnheilkunde hat." Die Unterstützung des Museums sei hingegen "fast auf dem Nullpunkt."

Momentan nur Sterbehilfe

Um die Sammlung auch international bekannt und nutzbar zu machen, soll der Bestand digitalisiert werden. "Damit starten wir auch im Mai", so Haesler. Ziel sei es, ein internationales Zentrum der Geschichte der weltweiten Zahnheilkunde zu erschaffen. "Und vielleicht findet sich ja dann auch ein neuer Standort für unser Museum", sagte Haesler. Dafür käme die ganze Welt in Betracht. "Wir brauchen eine vernünftige Basis für unsere Sammlung. Was wir hier momentan bekommen, ist eher Sterbehilfe." (dpa)