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Der Kapitän der Leisniger Straßenbauer

Gerd Andrä feiert seinen 60. Geburtstag. Deshalb verabschiedet er sich an diesem Wochenende einmal nicht an die Ostsee.

Gerd Andrä ist selbst in Leisnig zur Schule gegangen. Deshalb hat er 2016/17 besonders gern an der Neugestaltung des Freigeländes der Peter-Apian-Oberschule mitgearbeitet.
Gerd Andrä ist selbst in Leisnig zur Schule gegangen. Deshalb hat er 2016/17 besonders gern an der Neugestaltung des Freigeländes der Peter-Apian-Oberschule mitgearbeitet. © Dietmar Thomas/Archiv

Leisnig. Möglicherweise wäre Gerd Andrä gern zur See gefahren. Denn so oft sich dazu die Gelegenheit ergibt, düst er mit seiner Frau an die Ostsee, um dort ein wenig Abstand vom Arbeitsalltag zu gewinnen. Auch wenn es nur wenige Tage sind, zieht es ihn ans Wasser.

Kapitän ist der Wahl-Harthaer dann aber doch irgendwie geworden. Seit 1997 steht er an der Spitze der Firma Straßen- und Wegebau Andrä. Mit seinen Mitarbeitern hat er gerade im vergangenen Corona-Jahr einige Klippen umschifft. Zum Beispiel musste er sich zu Beginn der Pandemie mit ganz neuen Regeln und Forderungen auseinandersetzen. Schauen, wie es die anderen vor ihm gemacht haben, das ging in dieser Situation nicht.

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Beruf von Kindheit an klar

Ansonsten dürfte Gerd Andrä mit Stolz auf das blicken, was der Familienbetrieb in und um Leisnig in den zurückliegenden Jahrzehnten zustande gebracht hat. Es gibt unzählige Straßen und Wege, die die Firma Andrä anfangs angelegt, später saniert hat.

Großvater Fritz hat den Grundstein für die Tradition gelegt, Vater Claus Dieter folgte. Zu dessen 60. Geburtstag 1997 übernahm Gerd Andrä das Ruder – eine Berufslaufbahn, die für ihn offenbar selbstverständlich erschien.

Seinen Eltern gegenüber sprach Gerd Andrä selbst als Kind nie davon, etwas anderes als Straßenbauer werden zu wollen. Auch als Jugendlicher änderte sich das nicht. Noch bevor er zur Schule ging, kletterte er auf Baumaschinen und spielte mit Pflastersteinen. Davon gibt es Fotos nicht nur in Familienalben der Andräs.

Dass er Straßenbauer werden will, stand für ihn schon als Kind fest. Damit führt er die Familientradition in dritter Generation fort.
Dass er Straßenbauer werden will, stand für ihn schon als Kind fest. Damit führt er die Familientradition in dritter Generation fort. © privat

Aktuelle und frühere Auftraggeber schätzen Gerd Andrä. „Er war immer ein sehr zuverlässiger Partner“, sagt Michael Heckel. Als er noch Bürgermeister von Bockelwitz war, hatte er häufiger mit Andrä zu tun. Viele Straßen im Gemeindegebiet sind von den Andrä-Mitarbeitern in Ordnung gebracht worden.

Bisweilen können sich Anwohner noch an die schönen Einweihungsfeiern erinnern. Nach Abschluss einer Baustelle rückte der Unternehmer zum Beispiel mit einem Findling an. Weil auf einer Tafel alle Ortsteile von Bockelwitz vermerkt waren, fand der Stein am früheren Gemeindeamt einen würdigen Platz.

Bei anderen Freigaben durften Oldtimer als erste Fahrzeuge über den frischen Asphalt fahren. Die alten Autos stammten oft aus der Sammlung seines Vater Claus Dieter, von dem er offenbar nicht nur das Handwerker-Gen, sondern – in abgeschwächter Form – auch die Liebe zu alten Autos geerbt hat.

Immer mit der Stadt verbunden

Dass sich Gerd Andrä immer noch mit der Stadt verbunden fühlt, in der er aufgewachsen ist, zeigt sich bei manchem Projekt. Nicht selten haben er und seine kreativen Bauarbeiter noch den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag eingebracht. So geht die letztlich realisierte Straßenführung im Inneren des Lindenplatzes auf solch einen Vorschlag zurück.

Stolz hat die Andrä-Straßenbauer auch gemacht, dass sie unter anderem bei der Neugestaltung des Schulhofes der Peter-Apian-Schule dabei sein durften. Wenn die Betriebsferien vorüber sind, dann geht es mit dem Bau der Karl-Wagler-Straße los, später mit dem Ausbau des Johannistales weiter.

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Vor mehr als 60 Jahren hat schon Vater Claus Dieter an dieser Stelle mitgearbeitet. Die Pflastersteine, die er damals verlegt hat, wird Sohn Gerd nun wieder herausreißen lassen. Dafür bekommt mancher Bordstein vom Johannistal noch ein zweites Leben: Er wird an der Karl-Wagler-Straße wieder eingebaut.

Auch das ist ein Vorschlag der Andrä-Straßenbauer. Das schont Ressourcen und die Stadtkasse. Dadurch kann die Kommune zusätzlich zum Ausbau der Johannistalstraße noch ein paar Schlaglöcher flicken.

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