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Der vergessene Spielplatz

Die Stadt will Am Roten Kreuz eine Spielfläche bauen. Dabei ist ein paar hundert Meter weiter bereits ein Areal angelegt.

Olaf Teichgräber steht vor der Fläche hinter der Erich-Kästner-Straße, die in den 1990er-Jahren als Spielplatz gedacht war. Letztendlich ist dieser aber nie gebaut worden.
Olaf Teichgräber steht vor der Fläche hinter der Erich-Kästner-Straße, die in den 1990er-Jahren als Spielplatz gedacht war. Letztendlich ist dieser aber nie gebaut worden. © Dietmar Thomas

Döbeln. Das Gelände liegt ideal. Weitab vom Verkehr, umgeben von Bäumen und Sträuchern, und doch direkt neben einem Wohngebiet.

In den 1990er-Jahren ist der Eigenheimstandort an der Erich-Kästner-Straße entstanden. Dazu gehört auch eine Fläche, auf der ein Spielplatz angelegt werden sollte. Olaf Teichgräber, der als Polier in einer Baufirma arbeitet, hat damals selbst mit daran gearbeitet. „Es wurden etwa 20.000 Euro ausgegeben, um Erde aufzuschütten und die Fläche zum Bau eines Spielplatzes vorzubereiten“, sagt Olaf Teichgräber. Allerdings sind dort nie Spielgeräte aufgestellt worden.

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Umso erstaunter reagierte Teichgräber im September des vergangenen Jahres, als im Stadtrat der Beschluss über den Bau des Spielplatzes Am Roten Kreuz gefasst werden sollte. „Warum wird die vorhandene Fläche an der Erich-Kästner-Straße nicht genutzt?“, hatte er in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung des Stadtrates gefragt. Seine Bestrebungen, vor der Sitzung Informationsmaterial an die Stadträte auszureichen, seien unterbunden und das Material eingezogen worden, so Teichgräber.

Neues Areal direkt an der Straße

Der Döbelner kann immer noch nicht nachvollziehen, warum an einer aus seiner Sicht gefährlichen Stelle direkt an der Straße ein neuer Spielplatz gebaut werden soll. „Die schmale Straße nach Gärtitz, an der der neue Spielplatz entstehen soll, wird reichlich befahren. Und das nicht immer mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde“, so Teichgräber.

Zudem liegt das Areal noch im Bereich einer Kuppe, die für den Verkehr schlecht einsehbar sei, und wo zwei Pkw gerade so unter Nutzung des Randstreifens aneinander vorbeikommen. „Hier wird mit dem Leben und der Gesundheit der Kinder gespielt und dabei noch Geld verschwendet“, sagt der Döbelner.

Die Stadt verteidigt dagegen die Entscheidung für den Standort Am Roten Kreuz. „In Gärtitz, Pommlitz und Am Roten Kreuz wohnen viele Familien mit Kindern. Sie haben sich diesen Spielplatz an diesem Standort gewünscht, der von der Stadt in nächster Zeit gebaut wird“, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher auf Anfrage.

Neuer Standort gut erreichbar

Im September 2020 hatte der Stadtrat einen Abwägungsbeschluss für einen Standort zu treffen, der für alle drei Ortslagen geeignet ist. Dabei fiel die Entscheidung für den Standort Am Roten Kreuz. „Der Standort Erich-Kästner-Straße ist kein ungeeigneter Spielplatzstandort, im Stadtrat fiel die zu treffende Mehrheitsentscheidung dann allerdings zugunsten des Standortes Am Roten Kreuz“, so Mettcher.

Der neue Spielplatz sei aus mehreren Richtungen gut zu erreichen. Wie auch bei anderen Spielplätzen in Döbeln würden die Kinder aus der Umgebung zu Fuß oder mit dem Rad zum Spielplatz kommen. „Sollte jemand von weiter her zum Spielplatz kommen, so wird er auch die Möglichkeit haben, sein Auto abzustellen“, sagte Thomas Mettcher.

Ordnungsamt beobachtet verstärkt

Bis zur Einrichtung des Spielplatzes wird die dort vorbeiführende Straße durch das städtische Ordnungsamt verstärkt beobachtet. Dazu wurde eine Geschwindigkeitsmesstafel aufgestellt. Mit ihr wird in nächster Zeit ermittelt werden, wie viele Fahrzeuge den Bereich in beiden Richtungen passieren. Dabei werden auch die gefahrenen Geschwindigkeiten, ebenfalls in beide Richtungen, registriert. Auf Grundlage dieser Daten wird dann entschieden, ob weitere Maßnahmen notwendig sind.

Auch aus Sicht von Anwohner Dieter Nowak ist der Bau des Spielplatzes Am Roten Kreuz nicht sinnvoll. „Die Straße ist schmal und es gibt keinen Fußweg“, begründet er seine Auffassung.

Messtafel falsch positioniert

Zudem steht seiner Ansicht nach die Messtafel an der falschen Stelle. „Die Tempo-30-Zone beginnt schon vor dem Bereich der Kreuzung Ludwig-Richter-Straße und Am Roten Kreuz. Gerade in diesem Abschnitt fahren viele Autos aus meiner Sicht zu schnell“, sagt Nowak.

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Dort wo die Messtafel jetzt stehe, würden die Autofahrer vom Gas gehen, weil die Sicht durch eine Kuppe etwas eingeschränkt sei. Auf die Frage, ob die Messtafel umgesetzt werden könnte, antwortete Mettcher: „Auch eine Versetzung der Geschwindigkeitsmesstafel an den Einmündungsbereich zur Ludwig-Richter-Straße ist denkbar.“

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