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Döbeln

Dicke Luft bleibt länger in Kriebstein

Mit der Sonderausstellung begann die Saison im vergangenen Jahr. Für dieses Jahr sind noch viele Fragen offen.

Trotz der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie war die Burg Kriebstein im vergangenen Jahr ein beliebtes Ausflugsziel.
Trotz der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie war die Burg Kriebstein im vergangenen Jahr ein beliebtes Ausflugsziel. © André Braun

Kriebstein. Mit den Besucherzahlen des zurückliegenden Jahres ist Burgchefin Susanne Tiesler trotz Corona durchaus zufrieden. Immerhin 35.000 Gäste haben in diesem schwierigen Pandemie-Jahr die Burg Kriebstein besucht. „Das sind freilich weniger als in den vorhergehenden Jahren“, sagt sie.

Durchschnittlich finden sonst rund 50.000 Gäste dorthin. Zum Vergleich: im Jahr 2019 waren es etwas mehr als 47.000.

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Dabei sei das Jahr 2020 mit der Eröffnung der Sonderausstellung „Dicke Luft“ verheißungsvoll gestartet, so Susanne Tiesler.

Die Schau beleuchtet die Entwicklung der Industriegeschichte unter anderem mit den Papierfabriken in Kriebethal und zeigt die Auswirkungen bis in die heutige Zeit.

Immerhin 1.300 Gäste besuchten allein zum Tag der offenen Tür die mittelalterliche Burg. „Dann ereilte uns Mitte März schon die erste Corona-Schließung“, so Susanne Tiesler.

Erst am 5. Mai konnte sie die Tore der Ritterburg wieder für das Publikum aufschließen. Trotzdem blieb die Situation schwierig. Alle Großveranstaltungen mussten abgesagt werden.

Alternative Angebote gefragt

Dazu zählte die sonst so erfolgreiche „Burg der Märchen“ oder die Nacht der klassischen Erotik. Größere Konzerte und Führungen, bei denen der Mindestabstand nicht einzuhalten gewesen wäre, durften nicht angeboten werden.

„Wir haben uns daraufhin neue Konzepte überlegt, wie wir unter den gegebenen Bedingungen trotzdem Veranstaltungen anbieten können“, erklärt Susanne Tiesler. An der Schlössernacht am letzten August-Wochenende habe sich die Burg recht erfolgreich beteiligen können.

Bei „Mittelalter meets Klassik“ wurde der Burghof in ein besonderes Licht getaucht.
Bei „Mittelalter meets Klassik“ wurde der Burghof in ein besonderes Licht getaucht. © Dietmar Thomas

Auch ein kleineres Konzert unter dem Motto „Mittelalter meets Klassik“ habe zahlreiche Besucher angezogen. Dabei wurde die Musik aus dem Festsaal der Burg in den Burghof übertragen. „Wir hatten an diesem Abend auch sehr viel Glück mit dem Wetter“, so Susanne Tiesler.

Glückstreffer mit exklusivem Konzert

Ein Highlight und gleichzeitig ein Glückstreffer seien die beiden exklusiven Konzerte mit der Gruppe „Faun“ gewesen. Ohne die Corona-Pandemie hätte es diese in Kriebstein wohl gar nicht gegeben, ist sich die Burgchefin sicher.

Die Folk-Band „Faun“ begeisterte bei zwei exklusiven Konzerten die Besucher.
Die Folk-Band „Faun“ begeisterte bei zwei exklusiven Konzerten die Besucher. © Dietmar Thomas

Nachdem die Folk-Gruppe eines ihrer Musikvideos auf der Burg gedreht hatte, ließ Susanne Tiesler der Gedanke nicht mehr los, die Gruppe für ein Konzert nach Kriebstein zu holen. „Man muss aber ehrlich sein, die Gagen wären in Nicht-Corona-Zeiten für uns unerschwinglich gewesen“, erzählt sie.

Wegen Corona habe die Gruppe aber ihre große Europa-Tournee absagen müssen und sich dann bereiterklärt, zwei exklusive Konzerte auf der Burg Kriebstein zu geben. „So war das ein Gewinn für beide Seiten“, sagt die Burgchefin.

Angebote in den Sommerferien gut genutzt

Die Sommerferienangebote seien in Kriebstein im zurückliegenden Jahr besonders gut angenommen worden, besser sogar, als in den Jahren davor. „Das hängt sicherlich damit zusammen, dass es wegen der Pandemie viele Unsicherheiten und auch Reisebeschränkungen gab“, so Susanne Tiesler. Urlaub daheim, lautete die Devise.

Der Familienerlebnistag Mitte Oktober sei ebenfalls noch ein Höhepunkt gewesen, und leider der letzte, bevor Anfang November die Schließung wegen des zweiten Lockdowns folgte. „Das hat uns noch einmal hart getroffen“, so Susanne Tiesler. Das ausverkaufte Ritteressen habe daraufhin abgesagt werden müssen, ebenso wie mehrere Führungen, die schon ausgebucht waren.

Ein Ausblick mit Vorsicht

Einen Ausblick auf die Veranstaltungen für dieses Jahr zu wagen, sei angesichts der Entwicklungen im Zusammenhang mit der Pandemie schwierig. „Eigentlich hätten wir am 1. Februar wieder geöffnet“, so Susanne Tiesler. Das geht mit den derzeit noch gültigen Einschränkungen nicht. Zunächst erst einmal bleibt die Burg bis Ende Februar geschlossen. „Wir werden kurzfristig nach den dann gültigen Vorschriften entscheiden müssen“, so Susanne Tiesler.

Vorstellen könne sie sich in jedem Fall, wieder kleine Hofkonzerte mit dem Duo Obscurum anzubieten. Diese seien im vergangenen Jahr von den Besuchern gern angenommen worden. „Und die Künstler waren froh, überhaupt vor Publikum spielen zu dürfen.“

Die „Burg der Märchen“, eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Mittelsächsischen Kultursommer (Miskus), steht für den 10. und 11. Juli im Plan. Zur Nacht der klassischen Erotik soll für den 18. September eingeladen werden.

Museum lockt die meisten Besucher

Um ein Jahr bis zum 31. Oktober 2021 verlängert worden ist die Ausstellung „Dicke Luft“. „Die ist sehr hochwertig und mit einem großen Rechercheaufwand verbunden gewesen. Deshalb wäre es schade, wenn sie hätte schon wieder abgebaut werden müssen, so die Burgchefin.

Die Ausstellung „Dicke Luft“ ist um ein Jahr verlängert worden.
Die Ausstellung „Dicke Luft“ ist um ein Jahr verlängert worden. © Dietmar Thomas

Ohnehin habe das Museum im Vorjahr die meisten Besucher angelockt. Gleich nach dem ersten Lockdown habe die Burgverwaltung damit begonnen, ein Einbahnstraßensystem zu installieren, damit die Besucher sich während des Rundgangs so wenig wie möglich begegnen. Das sei von den Gästen sehr gut akzeptiert worden, ebenso wie die Maskenpflicht.

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