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„Die Geringswalder sind nicht die Bösen“

Ein iranischer Imbiss-Betreiber aus Geringswalde beklagt sich über Mobbing im Internet. Das zieht viele weitere Kommentare im Netz nach sich.

Der Besitzer des Persien Döner ist in den sozialen Netzwerken selbst sehr aktiv.
Der Besitzer des Persien Döner ist in den sozialen Netzwerken selbst sehr aktiv. © Lars Halbauer

Geringswalde. Der Bericht über Arsalan Hesameddini, der in Geringswalde den Imbiss „Persien Döner“ betreibt, hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen.

Der Imbiss-Inhaber fühlt sich gemobbt. Er sagt, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, er sei ein Drogendealer und Frauenschläger, seien erfunden. Dabei bezieht er sich vor allem auf eine Geringswalder Facebook-Gruppe, in der Kommentare über ihn verbreitet worden seien.

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Einer der Administratoren dieser Gruppe (Name der Redaktion bekannt) bedauert, dass die Geringswalder generell als die Bösen hingestellt werden. „Sehr schade, dass sich der Besitzer nur als Opfer hinstellt“, schreibt er. Für Außenstehende sei es nur schwer nachzuvollziehen, warum die Fronten so verhärtet seien.

Polizei rückt mehrfach in Geringswalde an

„Die Polizei ist mehrere Male beim Persien Döner gewesen“, sagte der Administrator im Gespräch mit Sächsische.de. Die Polizeidirektion Chemnitz bestätigt, dass der Imbiss-Betreiber polizeibekannt ist.

„Aus Gründen des Datenschutzes können jedoch keine Sachverhalte, bei denen Herr Hesameddini involviert war, übermittelt werden“, sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht.

„In den Reaktionen auf den Artikel sind die Geringswalder teilweise als fremdenfeindlich hingestellt worden. Das kann und will ich nicht so stehen lassen“, sagte der Administrator. Unterstützt wird er von einem weiteren Facebook-Nutzer.

„Mitunter stand beziehungsweise steht die Online-Community (mit wenigen Ausnahmen) in und um Geringswalde stets sachlich, ehrlich und offen zu ihm und seinen Geschäftsmodellen“, schreibt dieser.

Verletzende Einträge auf Facebook gelöscht

Aus Sicht des Administrators hat sich das Ganze nach einem Polizeieinsatz vom 15. August 2020 hochgeschaukelt, bei dem der Iraner mitgenommen, später aber wieder frei gelassen wurde.

Zwischen dem 20. und 22. Oktober habe es in einer anderen Geringswalder Facebook-Gruppe Wortduelle zwischen dem Imbiss-Betreiber und anderen Personen gegeben. Angeblich soll der Iraner zugegeben haben, dass er gegenüber seiner Partnerin handgreiflich geworden sei und versprochen haben, dass er eine Therapie macht.

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Auf die eigene Facebook-Gruppe bezogen sagt der Administrator: „Wir waren teilweise nicht nett zu ihm, hatten aber nie die Absicht, sein Geschäft kaputtzumachen.“ Verletzende Einträge seien gelöscht worden.

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