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Diebstahl in der Familie

Eine Frau hat ihren Bruder bestohlen. Zur Verhandlung erscheint sie nicht. Dennoch kommt es zu einem Urteil.

Die Angeklagte ist zur Verhandlung am Amtsgericht Döbeln nicht erschienen.
Die Angeklagte ist zur Verhandlung am Amtsgericht Döbeln nicht erschienen. © André Braun

Döbeln. Der Angeklagten, die im Jahr 2001 geboren ist, wird Diebstahl vorgeworfen. Sie soll ihrem Bruder in dessen Wohnung 175 Euro, ein iPhone, eine Play-Station und eine Uhr entwendet haben.

Zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln erscheint die Frau nicht. Dafür aber ihre Mutter und ihr Bruder, die als Zeugen geladen sind. Richterin Marion Zöllner lässt prüfen, wo die Angeklagte gemeldet ist. Zwar gibt es eine Adresse, doch dort lebt sie schon lange nicht mehr, wie ihre Mutter sagt. Ihre Tochter habe derzeit keine eigene Wohnung. „Zuletzt hat sie immer bei irgendwelchen Freunden geschlafen. Wo sie sich derzeit aufhält, weiß ich nicht“, so die Mutter.

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Strafbefehlsverfahren beantragt

Sie und der Bruder sind offensichtlich sauer auf die Tochter beziehungsweise Schwester. Immer wieder habe sie Sachen mitgehen lassen. „Das kann so nicht weitergehen, in meiner Wohnung will ich sie nicht mehr sehen“, sagt die Mutter. Der Bruder bestätigt, dass er seine Anzeige nicht zurückziehen wird.

Die Staatsanwältin beantragt ein sogenanntes Strafbefehlsverfahren. Dabei handelt es sich um ein vereinfachtes Verfahren zur Bewältigung leichter Kriminalität. „Bei einem Strafbefehlsverfahren können, im Gegensatz zu einem normalen Strafverfahren mit Hauptverhandlung, nur sogenannte Vergehen geahndet werden“, heißt es auf dem Internetportal Anwalt.org.

Zustellung könnte schwierig werden

Der Begriff des Vergehens ist streng von dem des Verbrechens abzugrenzen. Bei einem Verbrechen beträgt der Strafrahmen eines Tatbestandes mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe. Liegt das Mindestmaß einer zu verhängenden Strafe bei einem Tatbestand unterhalb dessen, ist von einem Vergehen die Rede.

Richterin Marion Zöllner folgt dem Antrag der Staatsanwältin. Gegen die Angeklagte wird Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen a 15 Euro verhängt. Außerdem wird der Wert der gestohlenen Gegenstände von 365 Euro eingezogen.

Der Strafbefehl muss der Angeklagten zugestellt werden, doch das könnte schwierig werden. Nach Erhalt hat sie zwei Wochen Zeit, Einspruch dagegen einzulegen.

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