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Döbelner Dienstleister bleiben am Ball

Dürfen Handwerker eigentlich ihre Läden offen halten? Vielleicht nicht. Der Service bleibt aber.

Mario Busch richtet sich mit seiner Mannschaft in den Filialen von Monsator auf die Geschäftsschließung ab Montag ein. Ob die Döbelner für Annahmen von Aufträgen und für Auslieferungen noch geöffnet bleibt, ist noch nicht klar.
Mario Busch richtet sich mit seiner Mannschaft in den Filialen von Monsator auf die Geschäftsschließung ab Montag ein. Ob die Döbelner für Annahmen von Aufträgen und für Auslieferungen noch geöffnet bleibt, ist noch nicht klar. © Dietmar Thomas

Am Donnerstag hatte der Uhrmachermeister Michael Pietsch noch die Hoffnung, dass es für ihn vielleicht nicht so schlimm kommt mit der Ladenschließung. "Wenn es so kommt, wie es bisher im Text steht, sind wir ein Handwerksbetrieb und können unseren Laden öffnen", meint er, allerdings mit einer ordentlichen Portion Skepsis. "Wir müssen abwarten, was am Freitag davon in der Verordnung steht."

Virenfilter relevant?

Döbeln. Für den Uhrmacher und Juwelier ist es eine Katastrophe, in der umsatzstärksten Zeit keinen Schmuck und Uhren mehr verkaufen zu können. Dabei hatte Pietsch schon vorgesorgt und sich für viel Geld ein Gerät angeschafft, das durch Umwälzung Viren aus der Luft filtern kann. Er fürchtet aber, dass das keine Rolle spielt, wenn es hart auf hart kommt. "Ich habe das aber dem Handelsverband nach Dresden mitgegeben, Die sollen dort anstoßen, dass solche Geräte bei den Entscheidungen zu Ladenschließungen mit eine Rolle spielen sollten. Schließlich werden die auch in Schulen verwendet", sagte Pietsch.

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Regeln widersprüchlich

Reparaturen hatte der Handwerker schon beim ersten Lockdown ausführen können. Damals wurden die Kunden an der Tür zum Laden empfangen. "In anderen Städten durften die Kollegen die Kunden in den Laden lassen, um ihre Reparaturen entgegenzunehmen", sagte Pietsch. Er hält die geplanten Corona-Regeln für widersprüchlich. "Auf der einen Seite sollen die Leute nur die notwendigsten Wege gehen. Auf der anderen Seite bleibt der Friseur offen", sagte er. Er habe seine Kunden als sehr diszipliniert erlebt. "Sie richten sich nach den Markierungen und wenn drei schon im Geschäft sind, bleibt der vierte draußen stehen."

Auch auf der anderen Straßenseite, bei Monsator Haustechnik, richtet man sich auf die Schließung des Verkaufs ein. Geschäftsführer Mario Busch rechnet nicht damit, dass der Laden offen bleiben darf. Zumindest nicht für den Verkauf. Vielleicht für die Annahme von Reparaturaufträgen und die Herausgabe von Geräten. "Wenn über Weihnachten der Kühlschrank kaputt geht, dann brauchen die Leute einen neuen. Das gehört zum alltäglichen Bedarf", sagt er.

Verkauf oft über Service

Die Ladenschließung vor Weihnachten treffe Monsator bei der "weißen Ware" nicht so stark. Zum einen werden diese Geräte nur bei Bedarf neu gekauft. Zum anderen macht der Händler seinen Umsatz heute schon zu 50 Prozent über den Kundendienstmitarbeiter, wenn sich ein Haushaltsgerät als nicht sinnvoll reparabel herausstellt. "Das Anschauen eines Geräts im Geschäft entfällt dann aber. Die Situation ist für uns nicht einfach. Aber die Grundfunktionen werden wir bereithalten", so Busch.

Er will seine rund 30 Mitarbeiter in sieben Filialen in ganz Sachsen erst einmal auch noch nicht in Kurzarbeit schicken. "Wir haben noch genügend Arbeit und kommen eine Weile hin."

Aufträge werden abgearbeitet

Auch die Mannschaft von Ina Starke beim Elektrohandel Palko an der Marktstraße wird nach der Schließung ab Montag am Ball bleiben. "Wir sind übers Internet, per Mail oder Telefon zu erreichen. Die Kunden brauchen keine Bange zu haben, die vereinbarten Termine werden abgearbeitet", sagte die Geschäftsführerin. Auch sie rechnet damit, dass der normale Kundenbetrieb ab Montag eingestellt werden muss. Auslieferungen aus dem Laden seien aber auch beim ersten Lockdown schon möglich gewesen.

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