merken
PLUS Döbeln

Joghurt und Käse aus der Manufaktur

Damit jeder weiß, dass braune Kühe keine Kakaomilch geben, hat der Landwirtschaftsbetrieb Zschaage ein Milchhaus.

© Dietmar Thomas

Hartha. Das kleine Milchhaus steht direkt am Kuhstall des Landwirtschaftsbetriebes Alexander Zschaage in Nauhain. Hier gibt es frische Rohmilch mit mehr als vier Prozent Fett aus einem Automaten. Nach dem Melken der Kühe, die gleich nebenan im Stall stehen, wird die etwa 36 Grad warme Milch sofort auf vier Grad abgekühlt und in einen Behälter gefüllt. „Das ist notwendig, um die Keimentwicklung herabzusetzen“, erklärte Gabriele Zschaage.

Sie und ihr Mann hatten vor zehn Jahren die Idee mit der Milchzapfstelle. „Sie ist in einer Zeit entstanden, in der die Milchpreise ganz weit unten waren. Damals bekamen wir 20 Cent pro Liter“, sagte Alexander Zschaage.

Anzeige
10% sparen- Nur noch bis 30.11.!
10% sparen- Nur noch bis 30.11.!

Virtual-Reality-Zeitreisen verschenken und bis 30.11.2020 10% auf TimeRide Gutscheine sparen! Auch einlösbar für Berlin, Frankfurt, Köln u. München.

 Für den Landwirtschaftsbetrieb waren die Einnahmen aus der Milchtankstelle ein zusätzliches Einkommen. „Außerdem war es uns wichtig, dem Verbraucher den Ursprung der Milcherzeugung zu zeigen und ihm die Möglichkeit zu geben, das Urprodukt Milch so zu bekommen, wie es erzeugt wird“, sagte Gabriele Zschaage.

seit zehn Jahren gibt es die Milchzapfstelle in Nauhain. Seit einigen Jahren hat sich das Produktangebot wesentlich erweitert.
seit zehn Jahren gibt es die Milchzapfstelle in Nauhain. Seit einigen Jahren hat sich das Produktangebot wesentlich erweitert. © Dietmar Thomas

Wer seinen Kindern zeigen will, dass die braunen Kühe keine Kakaomilch geben, der ist beim Landwirtschaftsbetrieb in Nauhain genau richtig. Denn ein Teil der Kühe steht gleich auf der Wiese neben der Zapfstelle. „Wer öfter zu uns kommt, weiß auch, dass die Kälber hinter dem Stall zu finden sind“, so Alexander Zschaage. 

Für Familien sei das oft ein Erlebniseinkauf. Der Landwirt passt genau auf, dass bei aller Nähe der Besucher zum Tier die Seuchenhygiene beachtet wird. Es sei alles abgegrenzt und beschildert. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Leute vernünftig sind und sich daran halten“, so der Landwirt.

Gegenüber der Milchzapfstelle stehen einige Kühe auf der Wiese ein Erlebnis nicht nur für Kinder.
Gegenüber der Milchzapfstelle stehen einige Kühe auf der Wiese ein Erlebnis nicht nur für Kinder. © Dietmar Thomas

Auch mit der Kasse des Vertrauens haben die Landwirte gute Erfahrungen gemacht. Die steht im kleinen Milchhaus. Die Zapfstelle ist einfach zu bedienen. Es kann sogar nur so viel Milch gezapft werden, wie benötigt wird. Die Ein-Liter-Glasflasche stellt der Landwirtschaftsbetrieb als Pfandflasche mit Schraubverschluss zur Verfügung. Es kann aber auch ein eigenes Gefäß mitgebracht werden.

Während am Anfang nur frische Rohmilch angeboten wurde, hat sich das Sortiment sehr erweitert. „Es hat sich in den Jahren entwickelt“, so Gabriele Zschaage. Die Menge an verkaufter Milch sei im Wesentlichen konstant geblieben.

Rohmilch wird veredelt

Seit etwa acht Jahren veredeln die Landwirte die Rohmilch. Und so stehen in einem Frischeschrank im Milchhaus Produkte aus der eigenen Herstellung. Dazu gehören Buttermilch und Trinkjogurts in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Erdbeere, Kirsche, Mango oder Natur. Es werden Nauhainer Butter, Quark, Hauskäse und Camembert angeboten. „Wir stellen manchmal auch Produkte auf Kundenwunsch her. So zum Beispiel den Bratapfel-Trinkjoghurt. Auf das Geschmackserlebnis wartet ein Kunde schon seit dem Sommer. In dieser Woche ist es nun soweit“, sagte Gabiele Zschaage. Die Geschmacksrichtungen der Nauhainer Trinkjogurts würde ab und zu wechseln.

Gabiele Zschaage stellt aus der Rohmilch Joghurt her. Begehrt ist der griechische Joghurt.
Gabiele Zschaage stellt aus der Rohmilch Joghurt her. Begehrt ist der griechische Joghurt. © Dietmar Thomas

„Zuerst habe ich nur Jogurt in seiner Naturform hergestellt. Dann haben wir es mit Quark probiert. Da wir uns die Weiterverarbeitung der Milchprodukte selbst angeeignet haben, wurde viel probiert und getestet“, so die Landwirtin. Nicht immer sei alles gleich gelungen. Doch die Testphase hat sich gelohnt. Die Nauhainer Milchprodukte wurden immer begehrter. 

Beim Umbau des Tankraumes vor sechs Jahren entstand ein Raum, in dem die Milch verarbeitet wird. Seitdem ist die Produktpalette immer größer geworden. „Unsere Philosophie ist es, dass wir in unserer Milchzapfstelle vorrangig unsere eigenen Produkte anbieten“, sagte Gabriele Zschaage. 

Alles ohne Konservierungsmittel

Es könne nur das verkauft werden, was produziert wird. Wenn etwas alle ist, müsse der Kunde ein paar Tage später wiederkommen. Das sei vielleicht etwas ärgerlich, aber auch ein Zeichen für garantierte Frische. „Wir stellen alles ohne Konservierungsmittel und so natürlich wie möglich her“, sagte die Landwirtin. Begehrt sei vor allem der griechische Joghurt und die Nauhainer Butter. 

Außerdem hat die Nauhainer Buttermilch auch kleine Butterflöckchen. Für das Buttern ist Alexander Zschaage zuständig. „Bei uns ist alles handgemacht. Auch wenn wir uns an Rezepturen halten, schmeckt das Produkt nicht immer gleich“, so der Landwirt. Bei den Produkten, die in Nauhain entstehen, gelte noch der bekannte Slogan „Meine Hand für mein Produkt“.

Der Nauhainer Hauskäse gehört ebenfalls zu den Produkten, die die Kunden gern kaufen.
Der Nauhainer Hauskäse gehört ebenfalls zu den Produkten, die die Kunden gern kaufen. © Dietmar Thomas

An der Milchzapfstelle gibt es nicht nur Milchprodukte. Hier kann der Kunde kaufen, was der Landwirtschaftsbetrieb Zschaage anbaut. Dazu gehören drei unterschiedliche Kartoffelsorten, Möhren, Zwiebeln, Äpfel und saisonale Angebote wie zurzeit Kürbisse und Quitten. Bei den Produkten wird darauf hingewiesen, dass sie ohne chemischen Pflanzenschutz angebaut worden sind. Die Unkrautbekämpfung erfolge mechanisch. In etwa zwei Jahren können die Kunden sogar Bio-Produkte an der Milchzapfstelle erwerben. Denn der Nauhainer Landwirtschaftsbetrieb stellt seit September auf Bio um.

„Bei uns gibt es auch frische Eier. Allerdings können wir nur so viele verkaufen, wie unsere Hühner legen. Da kann es schon vorkommen, dass sie ausverkauft sind“, sagte die Landwirtin. Sie hat in das Angebot der Milchzapfstelle nur wenige andere Produzenten aufgenommen. Dazu gehört der Honig von Karsten Kluge aus Diedenhain . „Wir werden auch oft gefragt, ob wir Fleisch anbieten. Doch das ist nicht unser Ding“, sagt Gabriele Zschaage.

Das etwas andere Einkaufserlebnis

Beim ersten Lockdown im Frühjahr sei deutlich zu spüren gewesen, dass das Interesse an den Produkten der Milchzapfstelle gestiegen ist. „Viele Leute haben für sich diese Einkaufsmöglichkeit entdeckt. Hier sind sie an der frischen Luft, es gibt keine Schlangen an der Kasse und sie können die Natur genießen, kommen einfach mal raus“, so Familie Zschaage. 

Weiterführende Artikel

Vom Korn zum Mehl in Polkenberg

Vom Korn zum Mehl in Polkenberg

Der Müller aus Polkenberg bei Leisnig verarbeitet Getreide von Landwirtschaftsbetrieben in der Region. Umliegende Bäckereien erhalten das Mehl.

Bis zur Ferienzeit sei das Interesse groß gewesen, dann aber abgeflaut. „Wir merken aber grundsätzlich, dass das Interesse an unseren Produkten zunimmt. Es sind vor allem junge Familie, die sich bewusst dafür entscheiden, bei uns einzukaufen“, so Zschaage.

Die Milchzapfstelle hat täglich von 7 bis 19 Uhr in den Wintermonaten geöffnet.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln