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Natur im Glas

Wer einen außergewöhnlichen Brotaufstrich sucht, der findet ihn im Früchte Stüb‘l von Cornelia Prasch.

Cornelia Prasch aus Staucha stellt seit fast zehn Jahren Fruchtaufstriche her und vermarktet diese auf verschiedenen Wegen.
Cornelia Prasch aus Staucha stellt seit fast zehn Jahren Fruchtaufstriche her und vermarktet diese auf verschiedenen Wegen. © Dietmar Thomas

Staucha. Wenn Cornelia Prasch mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, dann hält sie Ausschau. Sie sucht nach Kräutern oder Früchten, die sie zum Herstellen ihrer Fruchtaufstriche verwenden kann.

In einem Umkreis von etwa 20 Kilometern rund um Staucha kennt sie fast jeden Baum und jeden Strauch, der Früchte wie Mirabellen, Pflaumen oder Kornelkirschen trägt. Die werden dann mit Gewürzen oder anderen Zutaten zu recht ungewöhnlichen Variationen von Fruchtaufstrichen verarbeitet. Manche Zutaten, die auch zu Gelees oder Sirup werden, wachsen in ihrem Garten.

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Durch ihre frühere berufliche Tätigkeit im Bereich der Pharmazie und heute der Medizin kennt die Stauchaerin die Wirkung verschiedener Kräuter- und Heilpflanzen. Und was sie nicht kennt, darüber informiert sie sich im Internet oder in Büchern.

Im Hexenstübel von Cornelia Prasch in Staucha stehen jede Menge Gläser mit leckeren Fruchtaufstrichen. Schon die Oma der Stauchaerin hat Marmelade gekocht.
Im Hexenstübel von Cornelia Prasch in Staucha stehen jede Menge Gläser mit leckeren Fruchtaufstrichen. Schon die Oma der Stauchaerin hat Marmelade gekocht. © Dietmar Thomas

Schon die Oma von Cornelia Prasch war eine Marmeladenköchin. „Ich habe mich immer gefreut, weil ich dann verkosten konnte. Allerdings waren es keine ausgefallen Sorten, die Oma herstellte. „Meist war es Erdbeermarmelade.“

Als sie dann selbst Kinder hatte, begann Cornelia Prasch, sich auf die alte Kunst des Marmeladenkochens zu besinnen. „Es war auch oft Obst aus dem Garten übrig.“ Anfangs waren es die gewöhnlichen Sorten wie Erdbeere und Kirsche, die sie zu Marmelade verarbeitete. Allerdings fehlte denen das gewisse Etwas, fand Cornelia Prasch.

Sie begann, zu experimentieren. Sie mischt zum Beispiel Sauerkirschen mit Löwenzahn, Erdbeere mit Holunderblüte oder Pfingstrosen mit Salbei. Wenn sie einen Aufstrich als gelungen empfand, wurde der dann auch an Freunde, Bekannte oder in der Familie verschenkt. Immer wieder seien die Beschenkten voll des Lobes gewesen.

Cornelia Prasch verwendet für ihre Fruchtaufstriche alles, was im garten und in der Natur wächst.
Cornelia Prasch verwendet für ihre Fruchtaufstriche alles, was im garten und in der Natur wächst. © Dietmar Thomas

Die Idee, mit dem Hobby Geld zu verdienen, entstand im September 2009. Den entscheidenden Anstoß erhielt die Staucherin während einer Geburtstagsfeier ihres damaligen Freundes, der jetzt ihr Mann ist. Unterstützung gab es damals auch von den künftigen Schwiegereltern, die ihr Räumlichkeiten zur Verfügung stellten.

Dann dauerte es noch ein Jahr, bis Cornelia Prasch ihr Früchte Stüb‘l eröffnete. Die Zeit benötigte sie für die sogenannte Markterkundung. „Ich habe mich unter anderem informiert, ob noch jemand in der Nähe Fruchtaufstriche herstellt, wo ich meine Produkte anbieten kann und ob Bedarf besteht. Außerdem mussten einige Voraussetzungen erfüllt werden, um mein nebenberufliches Gewerbe anmelden zu können.

Nach intensiver Recherche stand für Cornelia Prasch fest: „Jetzt mache ich das“. Vor fast elf Jahren stellte sie sechs verschiedene Sorten Marmelade, vier Sorten Sirupe her und legte Bärlauchknospen süß-sauer ein. „Die geschlossenen Knospen können durchaus verzehrt werden. Giftig sind sie erst, wenn die Knospen blühen“, erklärt Cornelia Prasch.

Die geschlossenen Knospen des Bärlauchs können durchaus verzehrt werden. Cornelia Prasch legt sie süß-sauer ein.
Die geschlossenen Knospen des Bärlauchs können durchaus verzehrt werden. Cornelia Prasch legt sie süß-sauer ein. © Dietmar Thomas

Nach der Geschäftseröffnung sei alles ganz schnell gegangen. Die Nachfrage war groß und die Anzahl der Fruchtaufstrich-Sorten stieg auf 20. „Ich habe immer wieder neue Ideen umgesetzt, immer wieder probiert und verkostet. Es ging auch manchmal etwas schief. Aber wenn ich etwas will, dann beiße ich mich durch“, so Cornelia Prasch.

Fast elf Jahre später verweist die Stauchaerin auf 40 Sorten Fruchtaufstriche. In einem Schrank in der Hexenküche stehen große und kleine Gläser dieser Aufstriche mit meist ungewöhnlichen Kombinationen.Es gibt auch ausgefallene Sirupe wie der von Pfingstrosen, Veilchen, der Wildkirsche und vom Essigbaum. Die Chutneys sind Soßen mit Fruchtstücken und können zu Speisen wie Steaks oder Wild verwendet werden. Es gibt Chutneys aus Mirabellen, Johannisbeeren und Zucchini.

„Die Gläser sind das Einzige, was ich kaufe, alles andere stammt aus der Natur“, sagte Cornelia Prasch. Das Herstellen von Aufstrichen, Sirupen und Chutneys sei das eine. Doch es gehöre mehr zur Direktvermarktung. Auf kleinen Anhängern aus Papier stellt Cornelia Prasch ihre Produkte sozusagen vor. Das ersetzt die Etiketten. „Roter Kobold“ hat sie das Johannisbeerchutney genannt. Der Käufer erfährt, wer es hergestellt hat, die Zutaten und bis wann es ungeöffnet haltbar ist. Auch die Anhänger müssen hergestellt und an die Gläser mit einem Faden angebracht werden.

Die Chutneys sind Soßen mit Fruchtstücken und können zu Speisen wie Steaks oder Wild verwendet werden.
Die Chutneys sind Soßen mit Fruchtstücken und können zu Speisen wie Steaks oder Wild verwendet werden. © Dietmar Thomas

„Entweder die Leute kommen in mein Früchte Stüb’l nach Staucha oder kaufen es in Läden, die ich beliefere. Auch an der Milchtankstelle in Haßlau gibt es meine Fruchtaufstriche. Seit Anfang des Jahres beliefere ich die Marktschwärmer in Riesa.“

Unterstützung bekommt Cornelia Prasch von ihrer Familie. Weil die Nachfrage groß ist, komme es schon mal vor, dass sie die eine oder andere Nachtschicht einlegen muss, um Nachschub zu produzieren. Meist sei das nicht planbar, so die Stauchaerin. Sie müsse das Zeitfenster nutzen, das ihr die Natur gibt. So werden zum Beispiel die Veilchen im März/April geerntet, die Birnen und die Kornelkirsche im August und die Schlehen im Oktober/November. „Wenn es soweit ist, dass ich die Früchte ernten und verarbeiten kann, geht es nach der Arbeit los. Dann wird in meiner Hexenküche gekocht, was das Zeug hält“, so Cornelia Prasch.

Sie setzt immer wieder neue Ideen um, aber ihr persönlicher Lieblings-Fruchtaufstrich ist und bleibt der der Kornelkirsche. „Er ist fruchtig herb, gesund, hat eine tolle Farbe und ist nicht so süß“, sagte die Stauchaerin.

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Bereits erschienen sind diese Folgen der Serie "Lecker vom Hof":

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https://www.saechsische.de/doebeln/direktvermarkter-milch-kaese-joghurt-nauhain-quark-zschaage-5308657-plus.html

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https://www.saechsische.de/doebeln/mehl-mueller-polkenberg-muehlenladen-muehle-getreide-regionalitaet-5311550-plus.html

https://www.saechsische.de/doebeln/lokales/hauschlachten-wurst-direktvermarter-5302071-plus.html

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