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Vorbestrafte Mutter wieder vor Gericht

Eine 22-Jährige mit drei Kindern soll ihren Nachbarn in Döbeln beleidigt und verletzt haben. Vor Gericht spricht sie von Terror und Nachbarschaftsstreit.

Symbolfoto
Symbolfoto ©  dpa

Döbeln. Körperverletzung – dafür stehen fast immer Männer vor Gericht. Dieses Mal ist es anders. Ein junge, zierliche Frau sitzt auf der Anklagebank des Amtsgerichts Döbeln. Sie soll einen älteren, größeren Mann nicht nur beleidigt, sondern auch geschubst und ihm damit bleibende körperliche Schäden verursacht haben.

Das zumindest wirft ihr die Staatsanwaltschaft vor. Der Fall soll sich am 30. April diesen Jahres in Döbeln ereignet haben. Am Nachmittag des Tages war der Geschädigte – der Nachbar der Beschuldigten – gerade vor dem Haus, weil er im Anschluss Holzlatten im Auftrag des Vermieters auf den Dachboden schaffen wollte, die dieser gerade abgelegt hatte.

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Immer wieder Probleme im Haus

Genau in diesem Moment soll die22-Jährige durch das Treppenhaus nach unten gekommen sein. „Sie war wütend und sagte lautstark Worte wie ‚die feige Drecksau‘“, erzählt der Zeuge vor Gericht. 

Er erwiderte: „Das wird sich noch zeigen, wer die Drecksau ist.“ Im Anschluss an die verbale Auseinandersetzung folgte eine handgreifliche. Nach Aussagen des Opfers soll sie ihm dreimal eine Ohrfeige gegeben und im Anschluss auf die Treppe geschubst haben. Dabei hätte sich der 59-Jährige eine Prellung am Arm zugezogen. 

Dieser Vorfall sei auch von einem weiteren Zeugen gesehen worden sein. Die Angeklagte bestreitet das Schubsen. „Ich muss ja lebensmüde sein, wenn ich ihn mit meiner Größe wegdrücken soll“, erklärt die etwa 1,50 Meter große Frau. An eine Ohrfeige will sie sich jedoch erinnern. „Das gebe ich zu. Das war nicht richtig und mir tut das auch leid.“

In dem Döbelner Wohnhaus habe es nach Aussage der zweifachen Mutter immer mal wieder Probleme gegeben. Vor allem zwischen ihr und einigen Nachbarn, die sie mit „Terror rausekeln“ wollten. Mittlerweile sei sie nun auch endgültig dabei auszuziehen und eine neue Wohnung in Roßwein für den Einzug vorzubereiten.

Vorstrafenregister gut gefüllt

Derzeit arbeitet die junge Frau nicht. Wie sie dem vorsitzenden Richter Ehrlich erzählt, sei sie bei ihrer vorhergehenden Arbeit als Reinigungskraft aufgrund ihrer dritten Schwangerschaft entlassen worden. Dagegen wolle sie nun vorgehen und währenddessen Arbeitslosengeld beantragen. Derzeit lebt die 22-Jährige ausschließlich vom Kindergeld und dem Unterhalt ihrer vier und zwei Jahren alten Kinder.

Und auch in ihrer Vorstrafenakten lässt sich einiges finden: Sachbeschädigung, gefährliche Körperverletzung und Diebstahl. Diese Punkte zeigen sich auch im Plädoyer der Staatsanwältin, die für die Beschuldigte eine Strafe von insgesamt 1.200 Euro für eine Beleidigung und Körperverletzung fordert, da mindestens eine Ohrfeige definitiv erfolgt sei. 

Der Richter spricht sich im Urteil für 50 Tagessätze zu 15 Euro (insgesamt 750 Euro) aus. „Zwar sind sie geständig gewesen, aber auch eine Ohrfeige ist eine Körperverletzung“, sagt er bei der Verkündung. Die Angeklagte kündigte an, Rechtsmittel einzulegen.

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