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Was sich Eltern in Mittelsachsen wünschen

Internet, ÖPNV, Fachärzte: Hier kann laut dem Familienkompass im Landkreis Mittelsachsen nachgebessert werden.

Vor allem Schüler sind auf den ÖPNV angewiesen. Der ist, nach Meinung der Eltern, ausbaufähig.
Vor allem Schüler sind auf den ÖPNV angewiesen. Der ist, nach Meinung der Eltern, ausbaufähig. © André Braun/Döbelner Anzeiger

Mittelsachsen. Mehr Fachärzte, eine bessere Ausstattung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und schnelleres Internet: Das sind drei der Wünsche, die die Mittelsachen beim Familienkompass Sachsen 2020 geäußert haben. Was ihnen sonst noch wichtig ist, zeigt die Auswertung der jetzt vorliegenden Daten.

In Mittelsachsen gibt es nicht genügend Kinderärzte

In Sachen medizinische Versorgung, Kita-Qualität und Familienpolitik sind die Mittelsachsen unzufriedener als die Anwohner in anderen Regionen des Freistaates. Kritisiert wird unter anderem die Versorgung mit Fachärzten. Über 60 Prozent sind mit der aktuellen Situation nicht zufrieden. 

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Ähnlich (52 Prozent) sieht es in Bezug auf die Kinderärzte aus. Dafür stehen die Chancen jedoch gut, so zumindest 50 Prozent der Befragten, einen Termin bei seinem Wunschkinderarzt zu bekommen. Aber es sei allgemein schwer, bei den Ärzten schnell einen Termin zu vereinbaren.

Eltern bekommen fast immer Platz in Wunsch-Kita

Besonders gut schneidet Mittelsachsen beim Familienkompass mit der Bewertung der Betreuungsangebote ab. Immerhin Platz drei im sachsenweiten Ranking. Gelobt wird von den Eltern vor allem, dass sie für ihren Nachwuchs fast immer einen Platz in ihrer Wunsch-Kita erhalten haben (78 Prozent). 

Die Einrichtung liege zudem in der Nähe (75 Prozent). Positiv bewertet worden sind auch das Engagement der Erzieher sowie die Organisation in den Kitas. Aufgefallen ist, dass die Stadt Döbeln bei den Betreuungsangeboten relativ weit abgeschlagen liegt. Hier hat es nur für Rang 128 von insgesamt 146 Regionen gereicht. 

Nachjustiert werden muss in Mittelsachsen offenbar auch an Kita-Angeboten für Eltern, die im Schichtdienst arbeiten.

© Grafik SZ
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Landkreis beim Thema schnelles Internet gespalten

Deutlich kritischer als in ganz Sachsen wird in Mittelsachsen die Verfügbarkeit von schnellem Internet bewertet. Fast 40 Prozent der Umfrageteilnehmer geben dafür Note vier bis fünf. 

Andererseits gaben auch fast 41 Prozent der Mittelsachsen an, die Verbindung sei ausreichend, gut 20 Prozent waren zumindest zufrieden. In Döbeln bewerten 54 Prozent das verfügbare Netz als gut bis sehr gut, in Waldheim ist der Anteil mit 40 Prozent geringer.

Mehr als die Hälfte glauben an sichere Zukunft für Kinder

Punkten kann Mittelsachsen zudem mit sicheren Arbeitsplätzen und kurzen Wegen ins Büro oder die Produktionshalle, so zumindest bewerten die Umfrageteilnehmer diese beiden Punkte. Allgemein landet der Kreis beim Thema Arbeit im sachsenweiten Mittelfeld. 

Für immerhin die Hälfte lasse sich Job und Familie gut vereinbaren. Ebenso viele Eltern sehen für ihre Kinder eine sichere Zukunft in der Region, sachsenweit sehen mehr Mütter und Väter aber eine Chance für den Nachwuchs vor Ort.

Familien loben den Zustand der Schulgebäude

Was die schulischen Rahmenbedingungen und Lehrbedingungen angeht, da sind die Meinungen der Mittelsachsen geteilt. Allerdings zeigt sich, dass vor allem die Umfrageteilnehmer für die Schulen in der Stadt Döbeln schlechte Noten verteilen. Im sachsenweiten Vergleich schafft es die Stadt nur auf Platz 110, Roßwein landet gar auf Platz 140, was die Lehrbedingungen betrifft. 

Auseinander gehen die Meinungen dabei vor allem, was die optimale Förderung der Kinder anbelangt. Auch die Tatsache, dass die Eltern gut informiert sind und ihre Meinung in der Schule ernst genommen wird, wird ganz verschieden betrachtet. Gut kommen bei den Familien die Zustände der Schulgebäude an. 

Auch gehen die Kinder von 70 Prozent der Befragten gern zur Schule. Obwohl an 57 Prozent der Einrichtungen Gewalt und Mobbing Thema sind. An mehr als der Hälfte der Schulen ist Unterrichtsausfall kein großes Thema.

Mit dem Rad in die Schule? Für viele Eltern zu unsicher

Wie sollte es im ländlichen Raum auch anders sein: Der Lärm durch den Straßenverkehr ist für nur wenige Mittelsachsen ein Problem. Die Mehrheit (54 Prozent) meint, dass der Lärm durch den Verkehr eher gering ist. Ohnehin werde die Verkehrsbelastung als gering eingeschätzt. 

Trotzdem sagen 54 Prozent der Eltern, dass der Schulweg mit dem Rad für die Kinder nicht sicher zu bewältigen sei. Ob sich die Kinder sicher vor Ort bewegen können, dazu gehen die Meinungen weit auseinander. 

Vor allem in den Kommentaren zum Familienkompass wurde deutlich, dass viele Eltern mit den Angeboten des ÖPNV in der Region unzufrieden sind: Er sei zu teuer und es fehle an Verbindungen, zum Beispiel am Wochenende, in bestimmte Ortschaften, zu bestimmten Zeiten.

Mittelsachsen fühlen sich vor Ort wohl

Auch wenn es für einige Lebensumstände Kritik gibt, fühlen sich die meisten der Teilnehmer am Familienkompass aus dem Landkreis in ihrer Heimat wohl (86 Prozent). Viele loben auch die freundliche Nachbarschaft (82 Prozent). 

Beides dürfte dafür sprechen, dass Mittelsachsen in puncto Wohnen bessere Noten bekommt als der Freistaat im Schnitt. Ob die Kommune sich vor Ort genügend für Familien einsetzt, wird je nach Region anders bewertet.

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