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Döbeln steht Schlange für Streetfood

Gäste ertragen die Hygieneregeln beim Schmecktival gelassen. Klappt es auch beim Konzert mit dem Abstand?

Moritz mag es traditionell und verdrückt einen Hotdog im XL-Format.
Moritz mag es traditionell und verdrückt einen Hotdog im XL-Format. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Schmeckt nicht, gibt’s nicht. Das Schmecktival in Döbeln, die zweite Auflage des Streetfood-Festivals, zog an beiden Wochenendtagen jede Menge Gäste aus der Region auf die Muldeninsel. Zwischen bekannten und traditionsreichen Genüssen wie Schmalzkuchen und Baumstriezeln gab es auch Exoten wie Insekten und afrikanisches Essen zum Probieren.

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Am Anfang stand jedoch ein Hygienekonzept, von dem sich die Gäste aber nicht abhalten ließen. Eine Maske mussten sie auf dem Markt zwar nicht tragen, aber am Eingang waren Name und Adresse zu hinterlegen, Daten, die in einer Adressurne aufbewahrt wurden. Außerdem bekam jeder Besucher einen Chip. Damit konnte der Veranstalter, die Döbelner Getränkevertriebs GmbH, kontrollieren, wie viele Personen sich vor dem Rathaus aufhielten. Bei 500 war Schluss, was vor allem am Samstagabend zu Schlangen an den zwei Einlässen führte.

Der elfjährige Finn probiert am Stand von Rainer Meyer aus Erfurt das erste Mal Insekten.
Der elfjährige Finn probiert am Stand von Rainer Meyer aus Erfurt das erste Mal Insekten. © Lars Halbauer

Die Gäste nahmen es aber mit Humor: „Früher, wenn wir tanzen gegangen sind, wussten wir beim Türsteher nicht immer, ob wir reinkommen. Hier müssen wir nur etwas warten und dürfen garantiert rein“, scherzte Thomas aus Leipzig. Er besuchte am Wochenende seine Familie in Döbeln und freute sich auf kulinarische Leckerbissen genauso wie auf die Band Four Roses am Abend.

Die lokal bekannte Band untermalte den Samstagabend mit Rockmusik und musikalischen Balladen. Um 22 Uhr war dann allerdings Schluss – auch das setzte das Hygienekonzept voraus.Mehr als 20 Streetfood-Trucks und Food-Anhänger aus nah und fern boten Fast Food, traditionelle und exotische Genüsse. Jan und Selina aus Ablaß sind mit den Eltern gekommen. „Da braucht Mama heute nicht kochen“, so Jan, der damit gleich das Motto des „Schmecktivals“ traf. 

Die Security am Eingang sammelte Formulare ein und gab Chips aus, denn nur 500 Gäste durften auf den Platz.
Die Security am Eingang sammelte Formulare ein und gab Chips aus, denn nur 500 Gäste durften auf den Platz. © Lars Halbauer

Die Familie probierte verschiedene Hotdogs-Versionen des „Doggi Style“ mit seinem Betreiber Christian, der aus Cottbus stammt. Burger-Dog, Cheese-Dog oder Classic Dog, dann aber im XL Format, gab es für die Familie. Dass es an den Einlässen etwas dauerte, daran habe man sich gewöhnt. „Hauptsache, es finden endlich wieder Veranstaltungen statt.“

Patrizia vom Veranstalter schätzte ein, dass die Kunden sehr umsichtig sind. „Wir füllen regelmäßig das Desinfektionsmittel nach, es wird von fast allen Gästen benutzt und wir desinfizieren regelmäßig alle Tische.“ Auch zum Konzert der Four Roses haben die Leute zwar ausgelassen die Musik genossen, aber so ziemlich alle haben sich an die Regeln gehalten.

Food-Festival-Experten sind wohl die Geschwister Tina und Saskia aus Pirna. Tina, die mittlerweile in Döbeln wohnt und arbeitet, sagte: „Wir waren letzte Woche in Pirna, da gab es auch interessante Sachen zu probieren, aber das Wetter hat nicht mitgespielt.“ Die beiden haben gleich die Insekten vom Stand „Basic Insects“ gekostet. „Am Anfang hat man ja noch Hunger, da rutscht so ziemlich alles herunter und da essen wir immer die Sachen, vor denen man am meisten Bammel hat“, erklärte Saskia lachend. Hinterher stürmten die beiden noch den mexikanischen Stand, da gab es Taccos mit viel Soßen und Aromen. Nach einem Frozen Yoghurt als dritten Gang waren sie tatsächlich satt.

Die Jazz Tales aus Döbeln unterhielten die Besucher am Sonntagnachmittag mit heiteren Rhythmen.
Die Jazz Tales aus Döbeln unterhielten die Besucher am Sonntagnachmittag mit heiteren Rhythmen. © Lars Halbauer

Auch Mandy Büttner aus Großsteinbach hatte sich eine Probiertüte mit Insekten bestellt: Heuschrecken, Feldgrillen und Buffalo Würmer. „Es ist schon ganz lecker als Snack. Man schmeckt etwas holzige und Röstaromen. So ab und an kann ich das, glaube ich, mal essen“, so ihr Fazit. Rainer Meyer von Basic Insects aus Erfurt schmunzelt und beantwortet viele Fragen: Wie isst man die Insekten, wo kommen die her? Wie schmecken die? Er sagt, dass zum Beispiel Larven, die sich auch von Fleisch ernähren, aromatischer sind als die Vegetarier unter ihnen.

Am Sonntagnachmittag luden viele der Händler in der Innenstadt zum Stöbern und Shoppen ein. Das Angebot kommt bei den Kunden an. „Wir würden sicher öfter in der Stadt sein, wenn wir auch wüssten, dass die Geschäfte offen haben. Heute ist das Streetfood-Festival unser Ziel“ sagt Susann Heim aus Riesa.

Jeans & Fashion gehörte zu den vielen Geschäften, die sich am Einkaufssonntag beteiligten.
Jeans & Fashion gehörte zu den vielen Geschäften, die sich am Einkaufssonntag beteiligten. © Lars Halbauer

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