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Döbeln: Storchen-Eigenheim wird renoviert

Der Landkreis lässt den Schornstein sanieren, auf dem das erste Döbelner Storchenpaar gebrütet hat. Jetzt muss es nur noch wiederkommen.

Helmar Kühn streicht vor dem Schornstein in Großbauchlitz die beiden Metallreifen, die wieder montiert werden sollen.
Helmar Kühn streicht vor dem Schornstein in Großbauchlitz die beiden Metallreifen, die wieder montiert werden sollen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Seit April waren vor allem Störche um den Schornstein in Großbauchlitz geflogen. Ein paar Tage lang nimmt jetzt eine Hubbühne ihren Platz ein.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Mittelsachen lässt das Storchendomizil einer Sanierung unterziehen. Mitarbeiter der Baufirma Kühn aus Mockritz verfugen auf den letzten 2,50 Metern das Mauerwerk neu. Außerdem werden zwei Metallringe nach der Reparatur wieder montiert, die das Mauerwerk zusammenhalten. „Die waren auseinandergerissen“, sagte Helmar Kühn, Chef der Baufirma.

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Kühn hat ganz eigene Erfahrungen mit Störchen. Auf seinem Schornstein in Mockritz hatte vor einigen Jahren auch ein Paar ein Nest gebaut. Allerdings erfolglos. Zwei Eier seien im Nest gewesen, die aber nicht ausgebrütet wurden, erzählte Kühn.

Vier Junge groß gezogen

In Großbauchlitz war das besser gelaufen. Beim ersten Versuch hatte das Storchenpaar dort gleich vier Junge großbekommen. Eigentlich wollte der Eigentümer des Grundstücks den Schornstein abtragen. Jetzt bleibt er stehen.

Das Landratsamt hat die Sanierung in Absprache mit dem Eigentümer in Auftrag gegeben. Der Landkreis gibt dafür fast 7.700 Euro aus. Die Finanzierung des Projekts erfolge zu 90 Prozent über Fördermittel der Richtlinie Natürliches Erbe und zu zehn Prozent aus Mitteln des Landkreises, so Pressereferentin Peggy Hähnel.

Die Chance, dass die Störche im nächsten Jahr wiederkommen, sei gut, meint der Storchenbeauftragte Kai Schaarschmidt. „Schließlich haben sie erfolgreich eine Brut aufgezogen.“

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Die meisten Störche seien mittlerweile schon auf dem Weg in die Winterquartiere im Süden. Das Storchenpaar gehe dabei getrennte Wege, erklärte Schaarschmidt. „Wenn auf dem Reiseweg und im Winterquartier nichts passiert, werden sie sich im Frühjahr vielleicht am Nest wieder treffen.“

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Schaarschmidt hatte die Jungstörche im Sommer beringt. Nachdem sie ausgeflogen waren, habe jemand in unmittelbarer Umgebung einen beringten Storch mit einem gebrochenen Bein beobachtet. Es sei nicht gelungen, ihn einzufangen. „Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist“, sagte der Storchenbeauftragte.

Zwei Mitarbeiter der Firma Kühn verfugen von einer Hubbühne aus den Schornstein neu.
Zwei Mitarbeiter der Firma Kühn verfugen von einer Hubbühne aus den Schornstein neu. © Dietmar Thomas

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